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Umfrage in Gastronomie und Hotellerie - Vertreter aus Buchen, Mosbach, Limbach und Ravenstein teilen ihre Sorgen und Nöte mit

Gastronomen im Neckar-Odenwald-Kreis: Positive Entwicklung hat sich ins Gegenteil verkehrt

Von 
Sascha Bickel
Lesedauer: 
Das Weihnachtsgeschäft in der Gastronomie leidet stark unter Corona.

Neckar-Odenwald-Kreis. Es rumort gewaltig in der Gastronomie und Hotellerie – auch im Neckar-Odenwald-Kreis. Die vierte Corona-Welle und all ihre Folgen hinterlassen merklich Spuren.

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Die FN-Redaktion sprach mit Paul Berberich, dem Vorsitzenden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Neckar-Odenwald-Kreis, über die Situation (siehe Interview auf dieser Seite). Berberich stellte der Redaktion zudem einige Originaltöne von seinen Kolleginnen und Kollegen im Landkreis zum Thema zur Verfügung. Er selbst telefonierte mit vielen von ihnen. Durch die extrem gestiegenen Corona-Infektionszahlen habe es besonders die Gastronomie und Hotellerie „von Null auf Einhundert wieder voll erwischt“, so Berberich.

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Christian Reinhardt vom Hotel-Restaurant „Reichsadler“ in Buchen bestätigt, dass die Sommermonate sehr positiv verliefen. Weiter teilt er mit: „Seit wenigen Tagen setzt wieder eine massive Zurückhaltung ein. Stornierungen häufen sich und die Restaurant- und Hotelauslastung ist rückläufig.“

Über die ganzen Entwicklungen der vergangenen Wochen ist er sehr beunruhigt: „Ich hätte wie wohl die meisten damit nicht mehr in diesem Ausmaß gerechnet.“ Reinhardt erklärt schriftlich: „Die Corona-Zahlen sprechen für sich und verglichen mit dem vergangenen Winter unterscheidet sich der bisherige Umgang in der vierten Welle doch deutlich. Trotz zunehmender Impfdurchbrüche, trotz nicht erwarteter Rekordinzidenzen: kein Lockdown. Aber: Die Bemühungen mit dem Stufenkonzept eine klare Linie in den Umgang mit der Pandemie zu bringen, helfen nur begrenzt. Für die Menschen besteht weiterhin viel Verwirrung und Verunsicherung, weil je nach Bundesland und Zeitpunkt ständig neue Spielregeln gelten. Mit dem erneuerten Infektionsschutzgesetz werden die Karten wieder neu gemischt. Dass die Politik zusätzlich gerade mit der Regierungsumbildung beschäftigt ist, verbessert die Lage sicher nicht. Damit geht wertvolle Zeit für notwendige Entscheidungen verloren.“

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Christian Reinhardt vermutet: „Der Lockdown kommt jetzt durch die Hintertür. Wir werden selbst den Schlüssel in die Hand nehmen, wenn mit 2G-Plus und neuen Kontaktbeschränkungen der Restaurantbesuch tabu beziehungsweise zu aufwändig wird. Ähnlich sieht das auch für Hotelübernachtungen aus. Ich gehe davon aus, dass man die Überbrückungshilfe verlängern und aufstocken muss. Mich würde es nicht wundern, wenn wir im Dezember nochmals einen Lockdown bekämen.“

Auch er verzeichnet „leider“, wie er sagt, eine Flut an Absagen von Weihnachtsfeiern oder Familienfeiern vor und an Weihnachten: „Vor zwei Wochen deutete noch viel auf eine positiv stressige Vorweihnachtszeit hin. Jetzt stehen wir kurz davor, uns wieder mit Kurzarbeit befassen zu müssen.“

Wolfgang Elsen vom Schlosshotel Ravenstein teilt über den Dehoga-Kreisvorsitzenden mit: „Bei uns im Schlosshotel Ravenstein, Schloss Merchingen, waren die Monate Juli bis Anfang Oktober sehr gut, da wir jeden Samstag eine Hochzeitsfeier hatten.

Im Moment sieht es wieder schlecht aus. Alle Weihnachtsfeiern wurden abgesagt, und seit letzter Woche auch sämtliche Tagungen, außer Blutspende und Kreistagssitzung. Wir haben bis Mitte März keine Reservierung mehr für unsere Säle. Das heißt uns fehlen ca. 75 bis 80 Prozent unseres Umsatzes. Daher werden wir ab Dezember wieder in Kurzarbeit gehen müssen.“

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Deutscher Hotel- und Gaststättenverband im Main-Tauber-Kreis

Neue Notlage von Gastronomen im Main-Tauber-Kreis statt voller Konzentration auf den Weihnachtsbraten

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Von
Sascha Bickel
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Auch die Familie Stamoulis der „Taverna Mythos“ in Mosbach äußert sich und klagt ihr Leid. Im Sommer seien die Geschäfte ganz gut gelaufen, wird mitgeteilt. Jetzt verschärfe sich die Situation und es kämen immer weniger Gäste aufgrund der neuen Corona-Welle und der geltenden Beschränkungen. Zur Arbeit der Politik auf Landes- und Bundesebene sind die Ansichten klar: „Es ist total chaotisch. Die Regelungen müssten einheitlich sein. Leider hat die Politik geschlafen oder besser gesagt: versagt.“ Man hoffe nun auf eine Verlängerung der Corona-Hilfen.

Mit Blick auf das Vorweihnachts- und Weihnachtsgeschäft heißt es aus Mosbach noch: Ja, es gebe zahlreiche Absagen und viele Weihnachtsfeiern würden nicht weiter geplant oder gar durchgeführt. Dies sei dramatisch.

Joachim Schwab vom Restaurant „Alte Scheune“ und „Landhotel Engel“ in Limbach berichtet zunächst von den vergangenen Monaten: „Die Geschäfte liefen seit Wiedereröffnung von Juli bis Oktober gut bis sehr gut, sowohl im Restaurant wie auch im Hotel. Das Außer-Haus-Geschäft ist dagegen eingebrochen, was aber abzusehen war. Unser Tanzlokal Ponderosa, das seit 9. Oktober wieder geöffnet ist, und anfangs auch wieder gut lief, steht jetzt durch die neuen Verordnungen wieder vor der Schließung, weil durch die Maskenpflicht beim Tanzen den Tänzern der Spaß am Tanzen verloren geht.“

Auch Schwab bestätigt, dass es in den vergangenen Tagen „reihenweise Stornierungen“ im Bereich Feiern gab. Zur Politik sagt er: „Die Bürger werden durch die Politik von Bund und Ländern immer mehr verunsichert, sie wissen heute nicht was morgen gilt und übermorgen schon wieder überholt ist.“

Und wie geht es nun weiter? Schwab dazu: „Die jetzige Situation ist eigentlich schlimmer als vor einem Jahr, da hatten wir geschlossen und konnten uns am Wochenende auf das Essen abholen konzentrieren. Wenn die Restaurantplätze leer bleiben und To-Go nicht besser wird, müssen wir zwangsläufig Kurzarbeit anmelden.“

Redaktion Hauptsächlich zuständig für die Große Kreisstadt Bad Mergentheim

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