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FN-Facebook-Umfrage - User bekunden mehrheitlich Sympathien für E-Fuel-Technologie / Ein Nutzer stellt allerdings den aus seiner Sicht zu geringen Wirkungsgrad infrage / Preis ein „interessanter Faktor“

E-Fuels: „Es gibt noch andere Alternativen, die aber geblockt werden”

Von 
Klaus T. Mende
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So sieht er aus, der synthetische Kraftstoff E-Fuel, der das Ziel der Klimaneutralität in der Mobilität nachhaltig unterstützen soll. © Klaus T. Mende

Odenwald-Tauber. Nimmt man eine – nicht repräsentative – Facebook-Umfrage der Fränkischen Nachrichten zum Maßstab, gibt es unter den Usern durchaus Sympathien für die Technologie E-Fuels. Die Mehrheit spricht sich dafür aus, dem Ganzen eine Chance zu geben,

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„Mein Kenntnisstand ist, dass dieser Energieträger für den Bund nicht relevant ist und der Verbrenner auf das Abstellgleis gestellt werden soll“, meint der Buchener Oliver Stolz. Vor zehn Jahren habe es an einigen Tankstellen Ethanol (E85) gegeben, was er regelmäßig getankt habe. Dies sei so lange gut gegangen, bis die Regierung diese Tankstellen gezwungen habe, flächendeckend E10 anzubieten, weswegen E85 wieder verschwunden sei. Er sagt: Die Regierung habe kein Interesse, obwohl „es viele Alternativen gibt, wenn man will“.

„E-Fuels sind für die private Mobilität oder die Heizung gänzlich ungeeignet, da der Wirkungsgrad sehr gering ist“, führt der Bad Mergentheimer Michael Hopf ins Feld. Beim Auto werde bis zu fünfmal mehr grüner Strom benötigt als bei einem reinen Batteriebetrieb. Und gegenüber einer herkömmlichen Wärmepumpe für die Heizung würden nach seiner Ansicht sogar zwei- bis 14-mal mehr grüner Strom gebraucht. „E-Fuels können somit nur in Nischen angewendet werden, wo die Energiedichte eine entscheidende Rolle spielt.“ Er ist überzeugt, dass die Auto- und Öllobbyisten aktuell viel Werbung für die E-Fuels machten, dabei nur die Vorteile sähen, „aber selten den Wirkungsgrad erwähnen“.

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Für Daniel Salzgeber aus dem Würzburger Umland ist der Wirkungsgrad hingegen nur von begrenztem Interesse. Diese Ersatzkraftstoffe an sich seien dem fossilen Kraftstoff recht ähnlich, meint er. „Das Endprodukt ist absolut konkurrenzfähig.“ Für ihn sei der spätere Preis ein interessanter Faktor, der aufgrund der augenblicklich geringen Produktion nur schwer zu beziffern sei.

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Auch der Höhefelder Jochen Weigand macht sich für E-Fuels stark: „Von Bosch gibt es Studien über synthetische Kraftstoffe, deren grüner Fußabdruck um ein Vielfaches besser zu sein scheint als die reinen E-Antriebe.“ Deren Nachhaltigkeit und Klimaneutralität dürfe stark angezweifelt werden und sei bei Weitem nicht so gut „wie die Grünen das verkaufen wollen“. Aber – und da entstehe das größte Problem der aktuellen Politik – „es wird nur auf ein Pferd gesetzt“.

Für Tobias Diener aus Kreuzwertheim ist E-Mobilität „nicht der heilige Gral“. Er zeigt sich überzeugt, dass ein Mix aus E-Fuels, E-Gas, Methanol-Brennstoffzelle, Wasserstoff und den klassischen Kraftstoffen langfristig etwas verändern könne. Wer sich mit der Thematik befasse, wisse, dass es viele interessante Technologien gebe, in die mehr investiert werden sollte. „Nur auf E-Mobilität zu setzen, wird irgendwann ein böses Erwachen geben.“

Ganz ähnlich sieht es auch Roland Martin aus Unterbalbach: „Mir ist egal, mit was mein Auto betrieben wird. Es sollte aber weiter möglich sein, das selbst zu entscheiden“ – und man nicht dazu gezwungen werde. E-Mobilität um jeden Preis könne und werde nach hinten losgehen. „Es gibt neben E-Fuel noch andere Alternativen, die aber geblockt werden.“

Für Christian Böres aus Angeltürn ist die Möglichkeit mit E-Fuels eine gute Alternative, „weil die Rahmenbedingungen für E-Mobilität (noch) nicht ideal sind“, vorausgesetzt, die Produktion finde mit erneuerbaren Energien statt. Ebenso nützt es nichts, wenn „E-Autos mit Kohlestrom betrieben werden“.

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„Bei einem Vergleich muss man endlich dazu übergehen, einen Energie- und Rohstoff-Gesamtbedarf zu ermitteln und dies gegenüberzustellen – von der Herstellung bis zur Entsorgung“, findet der Bad Mergentheimer Clemens Hirschle. Erst damit könne eine Entscheidung getroffen werden. Beim Feinstaub wisse man inzwischen, dass dieser nicht maßgeblich durch den „bösen Diesel“ entstehe. „Ich bin gespannt, wann wir realistische, vergleichbare und belastbare Werte zur E-Mobiltät erhalten.“ Nur weil während der Fahrt kein CO2 entsteht, bedeute dies nicht automatisch, dass „die Gesamtbilanz besser ist“. Eine Optimierung bestehender Systeme sei immer eine gute Sache und „auch oftmals verhältnismäßig schnell und einfach umsetzbar“.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt

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