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Schützengesellschaft Buchen

Verein mit langer Tradition

Festakt zum 200-jährigen Bestehen. Ehrenzeichen in Gold für Achim Schubert

Von 
Adrian Brosch
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Der Jubiläumsumzug führte durch die Buchener Altstadt. © Adrian Brosch

Buchen. Als „Traditionsverein mit Herz“ gilt die Schützengesellschaft Buchen 1822, die am Sonntag ihr 200-jähriges Bestehen feierte: Nicht weniger als sieben Grußwortredner und der interessante Festvortrag des 96-jährigen Zeitzeugen und Ur-Bucheners Walter Jaegle schufen im Alten Rathaus den passenden Rahmen für dieses nicht alltägliche Jubiläum. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Bläserquintett der Stadtkapelle Buchen. Nach kurzer Begrüßung durch Oberschützenmeister Achim Schubert eröffnete Bürgermeister Roland Burger – selbst erfolgreicher Schützenbruder – die Grußworte. Er gratulierte „Buchens traditionsreichstem Verein“ zum Jubiläum und hielt fest, dass bisher acht Generationen das städtische Leben „mit Kameradschaft und Gemeinsinn entscheidend mit geprägt“ hatten.

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Der Schießsport blicke in Buchen auf eine lange Geschichte zurück: Bereits 1576 wurde das erste Schießhaus erwähnt. In einem kurzen Ausriss ging Burger auf die Vereinsgründung des seinerzeitigen „Schützen-Corps Buchen“ 1822 ein, um Parallelen zur heutigen Zeit zu ziehen: „Damals wie heute befand sich die Gesellschaft in Umbrüchen“, betonte er.

Erster Markt 1830

Während seinerzeit die „Pfalzfrage“ der Bayern dafür sorgte, dass die Schützenvereine 1828 in die Verteidigungsfrage mit eingebunden wurden, sind es heute Krieg, Unfriede und andere Krisen, die zum Nachdenken animieren.

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Wie der unvergessene Stadtarchivar Rainer Trunk ermittelt hatte, bestand der Schützen-Corps 1828 aus 34 Männern. Zwei Jahre später wurde im Rahmen des damaligen Herbstschießens der erste Schützenmarkt ausgerichtet, der wie die frühere Schützenhalle – an deren Stelle heute die Stadthalle steht, wohlgemerkt in der Schützenstraße – die Bedeutung der Buchener Schützen unterstreicht.

„Hier trifft Traditionspflege auf Innovationsfreude“, hob Burger hervor und dankte für das bemerkenswerte Ehrenamt: Mit Stolz könne die Schützengesellschaft auf ihre Geschichte sowie starke sportliche Erfolge zurückblicken, aber auch gelassen der Zukunft die Hand reichen.

Landrat Dr. Achim Brötel merkte an, dass das Jubiläum nicht nur Vereins-, sondern auch Stadt- und regionale Heimatgeschichte repräsentiere. Dazu trugen so charismatische Persönlichkeiten wie Robert Böhrer, Franz Schwander, Otto Hemberger und Achim Schubert als Oberschützenmeister, Manfred Mechler, Dieter Fichter, Reinhold Halbauer, Willi Wörner, Joachim Schmidt und Hans Mittelstaedt ebenso bei wie die Gilde treffsicherer Schützen, von denen er Bernhard Heckler, Markus Häfner, Hans-Jürgen Häcker, Siegbert Schuch, Rolf Bauman und Gerhard Wetzler als Beispiele nannte. „Auf die Buchener Schützen ist immer Verlass“, lobte Brötel und überreichte eine Geldzuwendung.

Die Sportkreise vertrat Jürgen Zink (Badischer Sportbund). Mit dem Hinweis auf ein „stattliches Jubiläum, das für Freude, Stolz und Dankbarkeit steht“ und den Schießsport als eine der ältesten Sportarten überhaupt brachte auch er ein Präsent mit und dankte allen Funktionsträgern sowie Achim Schubert für die gute Zusammenarbeit – seit 1959 hatte der Badische Sportbund die Aktionen der Schützengesellschaft mit rund 138 000 Euro bezuschusst.

Medaille verliehen

Roland Wittmer als Präsident des Badischen Sportschützenverbands berief sich auf den Erhalt menschlicher und sportlicher Werte einerseits, um andererseits das gesunkene Ansehen von Sportschützen durch Straftaten und mediale Berichte zu bedauern. Mit der Hoffnung auf eine „gedeihliche Zukunft“ überreichte er Achim Schubert die Ehrenmedaille des Verbands. Seitens des Sportkreises Buchen entbot Vorsitzender Manfred Jehle beste Wünsche: „Die SG Buchen ist ganz schön alt geworden und doch jung geblieben“, lobte er und berief sich auf die Synthese zwischen Schützengesellschaft und Schützenmarkt sowie Leistungs- und Breitensport. Ebenso dankte er für die stets offene, gute Zusammenarbeit vor Ort und überreichte eine weitere Ehrengabe. Die Gratulationscour rundete Kreisoberschützenmeister Werner Mächtel ab, der zur „langen und stolzen Tradition“ gratulierte.

Mit seiner packenden Festrede bereicherte Walter Jaegle den Vormittag. Der rüstige 96-Jährige hatte im Geschichtsbuch geblättert und erinnerte an zahllose prägende Ereignisse aus näher und weiter entfernter Vergangenheit. Dabei wurde abermals ersichtlich, dass so Manches sich im Lauf der Zeit wiederholt – ganz gleich, ob sportlich oder gesellschaftlich: Besonders anschaulich beleuchtete der Zeitzeuge die Kriegs- und Nachkriegsjahre. Nachdem 1945 durch den Verlust der Schützenhalle als „schwärzestes Jahr“ in die Annalen einging, wurden Schützenmarkt und Schützengesellschaft 1952 reaktiviert: Mit 115 Mitgliedern wurde 1953 das erste Schützenmarkt-Schießen der Nachkriegszeit ausgerichtet.

1958 fiel die Schützenhalle an den Verein zurück, der ab 1961 auch Frauen aufnahm. Die Sportschießanlage am Arnberg wurde 1966 nach vierjähriger Eigenleistung eingeweiht: Geplant wurde sie vom damaligen 1. Schützenmeister Otto Hemberger, der schließlich von 1981 bis 2005 als Oberschützenmeister zahlreiche Akzente setzte.

Als er sein Amt an Achim Schubert übergab, zählte die Schützengesellschaft 358 Mitglieder. „Kern der Vereinsarbeit ist nach wie vor das Dreigestirn aus Verantwortung, Engagement und Zusammenhalt, wir sind stolz auf unsere Altvorderen und möchten ihre Werte weiter geben, was auch die Aufgabe kommender Generationen sein wird“, bemerkte Walter Jaegle.

Für die Partnervereine gratulierten deren Vertreter. Den Schützenverein „Tell Wechloy“ Oldenburg vertrat Sportleiter Herbert Seehusen, der an die Anfänge der Freundschaft erinnerte: 1961 leistete ein Buchener seinen Wehrdienst in Oldenburg ab, wollte seinem Hobby frönen und stieß nach Wechloy. So ergab sich eine lange und intensive Nord-Süd-Verbindung, die mit Freude gepflegt wird. Seitens der Schützengesellschaft Böhlitz-Ehrenberg 1991 (Sachsen) grüßte Ehrenoberschützenmeister Andreas Herold mit Jubiläumswimpel, ehe Roland Wittmer mit einer besonderen Ehrung aufwartete: Er zeichnete Achim Schubert mit dem großen Ehrenzeichen in Gold des Badischen Sportschützenverbands für hervorragende Verdienste aus.

Abschließend freute sich Schubert über seine „Top-Mannschaft mit besten Repräsentanten“; Neben 1. Schützenmeister Joachim Schmidt und 2. Schützenmeister Hans Mittelstaedt dankte er auch Verwaltungsrat und Ehrenmitgliedern für ihr Engagement. Nach dem „Badnerlied“ und einem Imbiss klang der Festakt mit dem stimmungsvollen Jubiläumsumzug durch Buchens Altstadt aus. Dem Tross wohnten Schützenvereine aus der gesamten Umgebung bei.

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