Waldbiotop in Sennfeld

Behörde erstattet Anzeige

Unbekannte versuchen Anstau in Richtung Seckach zu öffnen

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Das Feuchtbiotop in Sennfeld. © Björn Mai

Sennfeld. Der Feuchtwald im Gewann Greßbach in Sennfeld leidet unter der zunehmenden Trockenheit infolge des Klimawandels. Durch eine kürzlich durchgeführte Maßnahme im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe (RP) soll die Wasserhaltung auf dem landeseigenen Grundstück erhöht, und die Lebensraumbedingungen für feuchte-liebende Arten wieder verbessert werden.

Unbekannte haben nun versucht, den Anstau in Richtung Seckach wieder zu öffnen, so das RP in einer Mitteilung. Bei der Fläche handelt es sich um naturschutzwichtiges Eigentum des Landes-Baden-Württemberg. Die Vernässung ist Voraussetzung für die Erhaltung des geschützten Waldbiotops und seiner Artengemeinschaft. Handlungen, die zu einer Zerstörung oder erheblichen Beeinträchtigung von geschützten Biotopen führen können, sind nach Bundes-Naturschutzgesetz verboten und können mit einem hohen Bußgeld geahndet werden.

Der aktuelle Tatbestand wurde daher der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet, außerdem wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt gestellt.

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Aufgrund der Lage zwischen Hangfuß und Bahndamm hat sich am Talboden der Seckach östlich der Bahnlinie ein Feuchtbiotop gebildet, das von mehreren Fließquellen gespeist wird. Es ist unter anderem Lebensraum für viele Amphibienarten: Erdkröte, Spring- und Grasfrosch, Berg- und Teichmolch. Sogar der stark gefährdete und streng geschützte Kammmolch wurde hier schon gesichtet. Aber nicht nur für Amphibien, auch für viele Insekten, Vögel und andere Lebewesen sind Tümpel, feuchte Wälder und Wiesen überlebenswichtig.

Immer weniger Lebensraum

Wenn die Quellen im Gewann Greßbach infolge hoher Niederschläge im Winter Wasser führen, vernässt der Boden, und es bilden sich kleine, offene Wasserflächen im Gelände. Bahndamm und Waldweg verhindern zwar ein flächiges Abfließen, durch ein Rohr unterhalb des Weges fließt das Wasser aber punktuell in Richtung Seckach ab. Versiegen die Quellen im Frühjahr, fehlt der Wassernachschub und die Fläche trocknet aus. In den zunehmend heißen und niederschlagsarmen Sommern geschieht dies immer häufiger. Wassergebundene Tier- und Pflanzenarten finden deshalb immer weniger Lebensraum.

Als Gegenmaßnahme wurde in Sennfeld in Abstimmung mit der Forstbetriebsleitung Adelsheim der Abflussbereich vor dem Waldweg mit Steinen, Wurzeln und Erde zugesetzt. Damit soll in den Wintermonaten ein höherer Anstau in der Fläche erreicht und das Wasser länger zurückgehalten werden. Überschüssiges Wasser kann nach wie vor unter dem Waldweg abfließen.