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1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ - Region großer jüdischer Gelehrsamkeit

Ausstellung „Mehr als Steine. Synagogen in Unterfranken” wird an diesem Montag im Staatsarchiv Würzburg eröffnet

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Würzburg. Die Ausstellung „Mehr als Steine. Synagogen in Unterfranken“wird an diesem Montag in der Würzburger Residenz feierlich eröffnet. Ausstellung und begleitender Katalog sind ein Beitrag zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Sie entstanden in Kooperation des Staatsarchivs Würzburg mit dem Team des Synagogen-Gedenkbands Bayern und dem Beauftrag-ten der bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinne-rungsarbeit und geschichtliches Erbe. Die Ausstellung und der Katalog wurden konzipiert und bearbeitet von Cornelia Berger-Dittscheid.

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112 Orte mit Synagogen

Die Ausstellung befasst sich vor allem mit der Geschichte des Judentums und dem reichen jüdischen Erbe in Unterfranken. Hier hat die Würzburger Gemeinde, in den Quellen seit 1147 fassbar, die längste Tradition. Sie war ein Ort großer jüdischer Gelehrsamkeit mit überregional bedeutenden Rabbinern, einer Talmudhochschule und mindestens zwei Synagogen.

Der vor 1803/1806 in zahlreiche Herrschaften zersplitterte spätere Regierungsbezirk Unterfranken war das am dichtesten mit jüdischen Gemeinden besiedelte Gebiet in Bayern. Im Jahr 1930 gab es im heutigen Unterfranken 112 Orte mit Synagogen.

Fotografie der Synagoge von Bad Kissingen, erbaut zwischen 1893 und 1902, abgerissen 1939. © Stadtarchiv Bad Kissingen

Die Generaldirektorin der Staatlichen Archive Bayerns, Dr. Margit Ksoll-Marcon: „Wo Baudenkmäler fehlen oder nur mehr in Teilen erhalten sind, ist der Rückgriff auf schriftliche und bildliche Quellen in den Archiven zentral. Das Staatsarchiv Würzburg verwahrt einen reichen Quellenschatz an Bauakten, Bauplänen und Fotografien, auf den im Rahmen der langjährigen Forschungsarbeit an den Synagogen-Gedenkbänden intensiv zurückgegriffen wurde.“ Unterlagen der Staatsanwaltschaften Würzburg und Schweinfurt sowie der Gestapo-Leitstelle Würzburg dokumentieren die gezielte Zerstörung von Synagogen und jüdischem Eigentum sowie die Misshandlung und Erniedrigung von Jüdinnen und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.

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Dr. Cornelia Berger-Dittscheid, Kuratorin der Ausstellung: „Viele Schriftstücke wurden für die Syna-gogen-Gedenkbände erstmals von der Forschung rezipiert. Die Ausstellung stellt die Bauformen von Synagogen in Unterfranken vor und ihre Entwicklung von unscheinbaren Hinterhof-Synagogen zu repräsentativen Bauwerken, deren Türme und Kuppeln die Stadtbilder prägten.“

Die Ausstellung ist ein weiterer Höhepunkt im bayerischen Kalender zum Festjahr 2021. Der Beauf-tragte für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Dr. Ludwig Spaenle: „Mit dem Festjahr richten wir die Aufmerksamkeit auf das jahrhundertelange Zusammenleben von Christen und Juden in Bayern, das häufig genug von Ausgrenzung und Verfolgung, aber auch von langen Phasen friedlichen Zusammenlebens geprägt war.“ Die Ausstellung zeigt dies beispielhaft an der unterfränkischen Geschichte jüdischer Gotteshäuser und schärft damit unsere Aufmerksamkeit für Spuren jüdischen Lebens, aber auch für jüdisches Leben heute in der Mitteder Gesellschaft.

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Veröffentlicht
Von
Michael Weber-Schwarz
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Leihgaben und Reproduktionen

Nur wenige Synagogen Unterfrankens sind heute noch im Ortsbild erkennbar. Nach den Zerstörungen der Nationalsozialisten wurden viele Gebäude abgerissen oder zweckentfremdet.

Die hauptsächlich aus den Beständen des Staatsarchivs Würzburg stammenden Exponate werden ergänzt durch Leihgaben und Reproduktionen aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, dem Muse-um für Franken, den Stadtarchiven Bad Kissingen, Gerolzhofen und Würzburg, dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg, dem Landesarchiv Thüringen-Staatsarchiv Meiningen sowie aus Privatbesitz. Der farbig bebilderte Katalog enthält zusätzlich Fotografien aus den Beständen der Central Archives for the History of the Jewish People Jerusalem (CAHJP).

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Die Ausstellung ist vom 9. November bis zum 28. Januar 2022 im Staatsarchiv Würzburg, Residenzplatz 2, Residenz-Nordflügel zu sehen. Im Anschluss sind weitere Ausstellungsstationen in Franken geplant, eine Ausleihe der Roll Ups ist über die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns möglich.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr, Freitag 8 bis 13.00 Uhr, geschlossen 24. Dezember, 31. Dezember sowie am 6./7. Januar 2022.

Der Eintritt ist frei. Für den Ausstellungsbesuch gelten die jeweils aktuellen Hygieneregeln.

Führungen für Gruppen (maximal 20 Personen) werden zu festen Terminen angeboten. Weitere Infor-mationen unter Telefon 0931/3552934.

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