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Gesundheit - 2020 waren im Landkreis 9228 AOK-Versicherte deshalb in Behandlung / Zahl ist durch die Corona-Pandemie gestiegen

Hohe Zahl an Depressionen im Main-Tauber-Kreis

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Im Main-Tauber-Kreis wurden im Jahr 2020 insgesamt 9228 AOK-Versicherte wegen Depressionen oder Angststörungen behandelt. Im Jahr 2016 waren es 8705 Personen. © AOK

Main-Tauber-Kreis. Eine aktuelle Auswertung von wissenschaftlichen Untersuchungen zeigt, dass die Zahl derer, die innerhalb eines Jahres an einer Depression oder Angststörung erkrankt sind, während der Corona-Pandemie um rund ein Viertel zugenommen hat. Dies spiegelt sich auch in den Zahlen für den Main-Tauber-Kreis wider. Hier waren im Jahr 2020 insgesamt 9228 AOK-Versicherte wegen depressiver Stimmungen oder Angststörungen in ärztlicher Therapie. Dies entspricht 15,4 Prozent aller Versicherten.

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In Baden-Württemberg wurden 2020 insgesamt 604 939 AOK-Versicherte – dies sind 13,2 Prozent – mit der Diagnose „Depression“ oder „Angststörung“ behandelt, gegenüber 544 201 im Jahr 2016. Die Behandlungshäufigkeit steigt ab dem Jugendalter kontinuierlich an und erreicht mit etwa 60 Jahren ein Maximum. Über alle Altersgruppen hinweg sind Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

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Alarmierende Daten

Diese Daten sind alarmierend, denn die Erkrankungen verändern das Leben von Betroffenen nachhaltig negativ: Sie leiden häufig unter einer tiefen Niedergeschlagenheit, empfinden kaum noch Freude, fühlen sich innerlich leer, verlieren das Interesse an sozialen Kontakten, sind antriebslos und müde.

Dr. Hans-Peter Zipp, Kinder- und Jugendarzt bei der AOK Baden-Württemberg ergänzt: „Weitere Beschwerden, die auftreten können, sind unter anderem verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, geringes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit, übertriebene Zukunftsängste, Gedanken, sich selbst zu töten, Schlafstörungen und verminderter Appetit. Zu den körperlichen Beschwerden, die Anzeichen für eine Depression sein können, zählen beispielsweise Magen-Darm-Probleme, Schmerzen, Schwindel oder Luftnot.“

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Ursachen, die Depressionen begünstigen und ihren Verlauf beeinflussen können, sind einerseits erblich bedingtes erhöhtes Risiko, belastende Erlebnisse und Lebensumstände oder Lichtmangel in den dunklen Herbst- und Wintermonaten. Andererseits auch chronische Angststörungen, biochemische Veränderungen im Gehirnstoffwechsel oder bei Botenstoffen und Hormonen, körperliche Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs. Psychische Belastungen und Störungen zählen zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Ausfälle am Arbeitsplatz.

„Bei leichten Depressionen ist es möglich, zunächst abzuwarten, ob die Beschwerden auch ohne Behandlung wieder abklingen. Bei stärkerer Symptomatik, etwa bei lähmender Traurigkeit oder Lebensunwillen ist wichtig, sich umgehend an eine psychotherapeutische Einrichtung oder psychologische Beratungsstelle zu wenden. Zudem gibt es Beratungsangebote über Sozialpsychiatrische Dienste und die Telefonseelsorge“, so Dr. Zipp.

Sport wichtig für Therapie-Erfolg

Wenn die Diagnose feststeht, sollten Arzt und Patient die Ziele der Behandlung gemeinsam festlegen. Um gesund zu werden, ist es wichtig, dass der Patient mitarbeitet. Studien weisen darauf hin, dass körperliche Bewegung Depressionen vorbeugen kann.

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Regelmäßiger Sport spiele dabei eine wesentliche Rolle. Zu den Zielen der Behandlung gehört unter anderem, dass sich die Beschwerden verringern, die Krankheit sich zurückbildet und die Betroffenen wieder am beruflichen sowie sozialen Leben teilhaben können.

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