Gemeinderat

Gemeinderat sagt ja zu drei von vier Photovoltaikanlagen

Fläche im Gewann „Dützenäcker“ wegen der hohen Ackerzahlen abgelehnt. Kriterienkatalog als maßgebliches Instrument

Von 
pdw
Lesedauer: 
Die Karte zeigt die Standorte der beantragten vier Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Gemeindegebiet Wittighausen. Eine fand kein Zustimmung. © Peter D. Wagner

Wittighausen. Im Gemeindegebiet Wittighausen können für drei von vier beantragten Freiflächen-Fotovoltaikanlagen nach Abschluss eines noch abzustimmenden städtebaulichen Vertrages Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden – dafür hat sich das Ratsgremium übereinstimmend ausgesprochen.

Bis zum Stichtag 1. November 2022 waren bei der Rathausverwaltung vier Anträge für Freiflächen-Photvoltaikanlagen eingegangen. Unabhängig davon hatten die Gemeinde Wittighausen und die Stadt Grünsfeld, die insbesondere für eine gemeinsame Flächennutzungsplanung eine Verwaltungsgemeinschaft unterhalten, miteinander einen Kriterienkatalog festgelegt. Dieser beinhaltet, dass bei Ackerzahlen ab 60 abgewogen werden soll, ob eine Solaranlage gewährt werden könne oder einer landwirtschaftlichen Nutzung Vorrang einzuräumen sei. Darüber hinaus sollen bei Ackerzahlen ab 65 keine Freiflächen-Photovoltakanlagen genehmigt und errichtet werden.

Insofern lehnte der Gemeinderat den Antrag für eine rund elf Hektar umfassende Anlage im Gewann „Datzenäcker“ auf Gemarkung Oberwittighausen aufgrund der hohen Ackerzahlen 62 bis 68,5 ab.

Hier kann gebaut werden

Mehr zum Thema

Gemeinderat

Wittighäuser Gemeinderat setzt Zeichen für Naturschutz

Veröffentlicht
Von
Peter D. Wagner
Mehr erfahren
Fall Naber

Niederstetten: Bürgermeisterin Heike Naber kann ins Amt zurückkehren

Veröffentlicht
Von
Michael Weber-Schwarz
Mehr erfahren

Zustimmung fanden hingegen die Anträge für drei andere Freiflächenanlagen, nämlich zum einem bei Unterwittighausen im Gebiet „Ober der Neubrücke“ (Größe 5,3 Hektar, Ackerzahlen zwischen 51,8 und 57,8) sowie zum zweiten auf Gemarkung Poppenhausen im Bereich „Ober der Strut“ (6,4 Hektar, Ackerzahl 37,8). Zudem auf Gemarkung Oberwittighausen im Gewann „Hungerleiden“ (6,58 Hektar, Ackerzahlen zwischen 50,7 und 58,4). Für dieses Areal wurde auf Antrag der EnBW bereits 2017 ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet, das jedoch im vergangenen Herbst wegen Stagnation des Vorhabens wieder eingestellt wurde. Gemeinderat Harald Ebert betonte, dass man sich bei der Antragsprüfung für die Errichtung von Freiflächenphotovoltaik strikt an den ausgearbeiteten Kriterienkatalog halten solle.

Bedenken vorgebracht

Ratskollege Herbert Reinhard gab zu bedenken, es sei einem Interessenten schwer zu erklären, weshalb eine Ackerfläche, die einen guten Bodenwert habe, aufgrund dessen keine Freiflächenphotovoltaik in Betracht gezogen werden könne, während bei anderen Bauvorhaben wie etwa im Gewerbegebiet „Wittighausen West“ derartige Bedenken nicht berücksichtigt worden seien, obgleich dort ebenfalls landwirtschaftlich wertvolle Ackerflächen existierten.

Nur schlechte Böden

Deshalb sollten für Freiflächenphotovoltaik auf Gemeindegebiet wirklich nur Ackerflächen mit schlechten Bodenwerten in Betracht gezogen werden, unterstrich Reinhard, der sich unter diesem Aspekt den Beschlüssen der übrigen Ratsmitglieder hinsichtlich der eingereichten Anträge für Freiflächen-Photovoltaikanlagen anschloss. pdw