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Ortschaftsratssitzung - Haushaltsmittel für das Jahr 2023 angefordert

Waldenhausen will seine Ortsrufanlage behalten

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bdg
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Auf dem ersten Platz der Haushaltsmittelanforderungen der Ortschaft Waldenhausen steht die Sanierung und Erweiterung der Ortsrufanlage. Das Informationsmedium möchte man auf jeden Fall erhalten. © Birger-Daniel Grein

Waldenhausen. Die Ausgestaltung des Dorfs und neue Wege der Kommunikation waren die zentralen Themen in der Sitzung des Ortschaftsrats am Mittwoch im Feuerwehrhaus Waldenhausen.

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Einstimmig beschloss das Gremium die Haushaltsmittelanforderungen für 2023. Auf dem ersten Platz stehen 10 0000 Euro für die Sanierung und Erweiterung der Ortsrufanlage als wichtiges Informationsmedium für die Bevölkerung. Die Anlage soll mindestens erhalten, im besten Fall ausgebaut werden. Ralf Herr schlug vor, Teile der Kosten durch Eigenmittel zu decken und beispielsweise ein Dorffest zugunsten der Anlage zu veranstalten. Einige Ersatzlautsprecher hat Waldenhausen bereits aus anderen Wertheimer Ortschaften erhalten.

In der Sitzung des Ortschaftsrats von Waldenhausen notiert

Die Linde im Bereich Steige/altersgerechter Zugang zur Mehrzweckhalle sollte aus Umweltschutzgründen erhalten werden. Durch die Baustellen in dem Bereich ist der Baum nun aber so beschädigt, dass er nicht mehr erhalten werden kann. Die aktuelle Blüte der Linde sei ein letztes Aufbäumen vor dem Absterben, so Ortsvorsteher Gerrit Lang Lang. Daher soll der Baum entfernt werden. Die Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, Vorschläge für einen Ort für eine neue Linde einzureichen.

Die Sprechstunden des Ortsvorstehers finden in neuer Form statt. Ab sofort besteht mittwochs ab 18 Uhr die Möglichkeit, auf der Rathausbank ein kühles Getränk zu genießen. Ab 19 Uhr steht Lang dort für Gespräche zur Verfügung.

Lob hatte der Ortsvorsteher für die gelungene und ausführliche Führung durch den Bahntunnel und die Baustelle am Dienstag (wir berichtete). Es wird einen weiteren Termin für interessierte Waldenhäuser Einwohnerinnen und einwohner geben, der ortsintern kommuniziert wird.

Am neuen teilanonymen Urnengrabfeld wird eine Sandsteinplatte für Namensplaketten der dort Bestatteten aufgestellt. Diese soll ähnlich der Platte in Bettingen sein und so angebracht werden, dass sie im Falle einer Sanierung der Friedhofsmauer zeitweise abgebaut werden kann.

Nachdem die Wertheimer Michaelismesse in klassischer Form auch dieses Jahr nicht stattfindet, plant Waldenhausen am 1. Oktober einen eigenen „Messe-Umzug“ samt Fest. Dabei möchte man die Einweihung der Kirchäckerstraße und des Sophie-Brümmer-Wegs im Neubaugebiet sowie 50 Jahre Eingemeindung nach Wertheim feiern. bdg

Auf Platz zwei der Anforderungen steht die Erweiterung oder der Neubau des Holzlagerplatzes außerhalb des Dorfs (10 000 Euro), da die Nachfrage die verfügbaren Plätze übersteigt. An dritter Stelle steht die schon lange gewünschte Sanierung der Kirchäckerstraße.

Ortstreff im Feuerwehrhaus

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Auf Rang vier stellte der Rat 20 000 Euro für Planungskosten zum Umbau des Feuerwehrhauses. Dieses ist seit Schließung der örtlichen Gastronomie der einzige verbliebene Treffpunkt. Die Räume im Obergeschoss sind für ältere Bürger wegen fehlender Barrierefreiheit aber nur schlecht erreichbar. Die Schaffung eines barrierefreien Zugangs ist wegen der hohen Kosten nicht realistisch. Daher wünscht man sich den Umbau der nicht mehr genutzten Räume der Feuerwehr im Erdgeschoss zu einem Ortstreff. Die Ortschaft würde dabei auch Eigenleistungen einbringen.

Auf Rang fünf der Liste steht die Hangsicherung des Talwegs nach Ende der Tunnelbaustelle der Westfrankenbahn. Mit dem Antrag will man eine regelmäßige Prüfung sicherstellen, sodass die Sanierung bei Bedarf stattfinden kann. Weiter will man zwei Wald-Liegen anschaffen.

Diskutiert wurde der Antrag der Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zu Bebauungsplänen für Freiflächenphotovoltaikanlagen auf „für die Landwirtschaft benachteiligten Flächen.“ Ortschafts- und Gemeinderätin Marlise Teicke (Grüne) erklärte: „Unsere Idee ist, dass solche Anlagen nicht auf gute landwirtschaftlichen, sondern auf benachteiligten Böden entstehen.“ Die Ortschaften wurden gebeten zu prüfen, ob sie benachteiligten Flächen zur Verfügung stellen könnten.

Landwirt Stefan Fröber aus Waldenhausen erklärte, im Dorf gebe es keine landwirtschaftlich benachteiligten Flächen gemäß der Definition des Landes Baden-Württemberg. Außerdem werde die komplette Kreisstadt Wertheim im Regionalplan Heilbronn-Franken als Grünzug geführt. Daher seien keine Bauten im Außenbereich erlaubt, außer sie dienen der Infrastruktur wie Straßen oder der Landwirtschaft. Hinzu komme, dass die verfügbaren Flächen für einen Investor zu klein seien. Grundsätzlich seien Freiflächenphotovoltaikanlagen möglich. Dazu wären aber die Entscheidung des Gemeinderats und eine Änderung des Regionalplans erforderlich. Beim Blick auf das in Baden-Württemberg verfolgte Ziel, zwei Prozent der Landfläche für erneuerbare Energien zu verwenden, meinte Fröber, Wertheim müsse sich nicht verstecken.

Ortsvorsteher Gerrit Lang verwies auf den Einsatz in Waldenhausen für dieses Ziel. Er nannte dabei das Wasserkraftwerk sowie künftig das Nahwärmenetz mit Hackschnitzelheizwerk. Solange die großen Dachflächen der kommunalen Gebäude nicht für Photovoltaikanlagen genutzt werden, sehe man im Dorf keine Notwendigkeit über Freiflächenphotovoltaikanlagen nachzudenken.

Nils Ries ergänzte, der Antrag der Grünen sei sinnvoll, aber in Waldenhausen gebe es keine passenden Flächen. Ralf Herr sprach sich generell gegen Freiflächenanlagen aus. Stattdessen sollte man die Vorschriften für Kommunen anpassen, damit diese leichter Photovoltaikanlagen auf ihre Gebäudedächer anbringen können. Außerdem sollte es auch für sie eine Anlagen-Pflicht identisch zu den Regeln für private Gebäudeeigentümer geben.

App für die Ortschaft

Einhellig sprachen sich anwesenden Einwohner der Ortschaftsrat dafür aus, die „Village App“ auszuprobieren, die bereits in Höhefeld und Bettingen zum Einsatz kommt. Wichtig war aber allen, dass man dennoch am Erhalt und Ausbau der Ortsrufanlage festhält. Die App soll eine Ergänzung zur Internetseite sein, um schnelle Information von allen Bürgern oder speziellen Gruppen sowie die schnelle Kommunikation zu ermöglichen.

Interessant für die App sei das Angebot der Firma Blue Village Innovation aus Marburg. Als Vorteile der App nannte Lang unter anderem die vollständige Personalisierung für das Dorf und seine Bürger, Möglichkeit der Kommunikation innerhalb geschlossener Gruppen zum Beispiel Vereine, den deutschen Serverstandort, den Zugang nur für Dorfbewohner über Einladungslink, die einfache Nutzung und Administrierbarkeit. In Höhefeld gebe es sehr viele zufriedene Nutzer, wurde berichtet. Die Kosten für die App liegen bei weniger als einem Euro je Einwohner und Jahr, damit bei etwa 398 Euro für das Dorf. Vorab sei eine kostenlose und unverbindliche sechsmonatige Testphase möglich, die man nun nutzen möchte.

In der Bürgerfragerunde hieß es, dass die erste Ausweichbucht im Talweg auch nach Abschluss der Tunnelbaustelle der Westfrankenbahn erhalten bleibt. bdg

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