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„Rathaus vor Ort“

Mondfelder sehen Handlungsbedarf

Verwaltungsspitze stand Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort

Von 
Birger-Daniel Grein
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Beim Rundgang in Mondfeld sah sich die Wertheimer Verwaltungsspitze auch im örtlichen Feuerwehrgerätehaus um. © Birger-Daniel Grein

Mondfeld. In der Reihe „Rathaus vor Ort“ besuchten Wertheims Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez und leitende Vertretern der Fachbereiche der Stadtverwaltung am Donnerstag Mondfeld. Zunächst machten die Ortschaftsräte die Gäste vor Ort auf die Müllproblematik am Mondsee aufmerksam, ehe man weitere die Ortschaft betreffende Themen besprach. Danach folgte ein Ortsrundgang, an den auch zahlreiche Vertreter der örtlichen Vereine teilnahmen. Später schloss sich eine Bürgerversammlung in der Maintalhalle an.

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Im Feuerwehrhaus ist es zu eng

Am Feuerwehrhaus berichteten die Abteilungskommandanten Oliver Dembetzki und Tobias Furth von bisher fünf Einsätzen in diesem Jahr. Beim Rundgang durchs Gebäude verdeutlichten sie die Enge. Um zur Umkleide zu gelangen, müssen die Einsatzkräfte im Alarmfall am ausfahrenden Fahrzeug vorbei. Außerdem strömten dann Abgase in den Umkleidebereich. Dort gebe es ebenso wie im Schulungsraum zu wenig Platz für die aktuell 33 Aktiven. Ein großes Problem sei zudem die fehlende Wärmedämmung. Eine minimale Dauerbeheizung erreiche man im Winter mit Heizlüftern. Dies sei weder energetisch sinnvoll noch sicher. Bei Übungen werde zudem ein Holzofen angeschürt. Mondfeld solle noch ein Boot für Einsätze auf dem Main bekommen, aber dafür fehle der Stellplatz, so die Kommandanten. Der OB erklärte, es werde auch in der Ortschaft ein neues Gerätehaus gebaut. Einen Zeitpunkt dafür konnte er aber nicht nennen.

„Rathaus vor Ort“ in Mondfeld

Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez sagte nach dem Gespräch mit dem Mondfelder Ortschaftsrat zu, dass künftig die Stadt die Kosten für die Straßenreinigung nach dem Faschingsumzug. Es handele sich um den letzten großen Faschingsumzug in der Großen Kreisstadt, begründete er diese Entscheidung.

Anpassungen gibt es auch beim Grünflächenbudget. Das Mähen der Lärmschutzwälle übernehmen städtische Mitarbeitern. Neuerungen gibt es auch bei der Berechnung der Grünflächen, so dass das Budget künftig für die Pflege der großen Flächen ausreicht.

Ortsvorsteher Eberhard Roth erklärte, jeden Tag werde zusätzlich zum Aalbachwasser auch eine kleinere Menge Trinkwasser von der Quelle bei der Rosenmühle (Mondfelder Gemarkung) in den Hochbehälter eingespeist. Das meiste Wasser von dort fließe aber ungenutzt in den Main. Daher möchte man 2023 das Errichten einer öffentlichen Wasserentnahmestelle für die Quelle beantragen. bdg

Am Brunneneck präsentierte Ortsvorsteher Eberhard Roth den Dorfbrunnen, der zur Feier „800 Jahre Mondfeld“ 2014 am Standort eines alten Brunnens geschaffen wurde. Weiter ging es durchs Brunneneck. Die Straße sei die schlechteste in der ganzen Ortschaft und stehe seit 20 Jahren in den Haushaltsmittelanforderungen, so die Ortschaftsräte.

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An den Wiesen am Main nahm die Gruppe auf einer in Privatinitiative aufgestellten Holzbänken Platz. Hingewiesen wurde dort auch auf die Platanen und die viele Arbeit mit ihrem nicht verrottenden Laub. Überrascht waren viele Teilnehmer von der neuen Panorama-Liege in der Nähe des Spielplatzes mit Blick auf Main und Henneburg. Wie Roth erklärte, hat die zwischenzeitlich aufgelöste KFD Mondfeld unter anderem zwei solche Liegen gestiftet; die am Main und eine weitere an einer Schneise am Mondsee mit Blick auf das Gewässer. Sie stehen seit dieser Woche auf öffentlichem Grund.

Letzte Station war der Friedhof, wo Roth das neue Urnengrabfeld mit Stele an der Friedhofsmauer zeigte. Außerdem wurden auf die vielen leeren Grabflächen verwiesen, die Entwicklungspotenzial für gestalterische Veränderungen bieten.

Bei der Bürgerversammlung, an der rund 50 Interessierte teilnahmen, lobte Herrera Torrez den großen Einsatz von Ortsvorsteher Eberhard Roth unter anderem für die Fähre zwischen Mondfeld und Stadtprozelten. Deren Erhalt sei eine goldrichtige Entscheidung gewesen. 2021 habe die Fähre 78 000 Personen, 37 000 Pkw und 10 000 Radfahrer befördert. Zudem gab es 156 kostenfreie Fahrten des Rettungsdiensts über den Main, der so seine Anfahrtszeit deutlich verkürzt.

Mit Blick auf den Ukrainekrieg sagte der OB, dass die Landeserstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge ausgelastet seien. Man rechne man mit steigenden Zuweisungen.

Wichtig war dem Rathaus-Chef zudem das Thema Energie. Ein Gasmangel könne auch für die Wertheimer Industrie bedrohlich werden. Ziel der Verwaltung sei, 20 Prozent Energie einzusparen. Doch „auch dann „werden die Mehrkosten bei voraussichtlich 800 000 Euro liegen.“ Die Ortsvorsteher hätten betont, dass die Hallennutzungen für Vereine weiter möglich sein müssen. „Wir müssen uns in der Mitte treffen“, betonte Herrera Torrez mit Blick auf Energieeinsparung und Nutzung.

Weiter ging er auf Themen ein, die den Mondfeldern besonders am Herzen liegen. Dazu gehörten auch die Windkraftanlagen. Erneuerbare Energien auszubauen sei Staatsziel, erklärte er. In Wertheim gebe es immer mehr Anfragen. Entscheidungen werde man erst treffen, wenn geklärt ist, welchen Anteil die Kommune für das 1,8-Prozent-Ziel der Landesregierung leisten muss. Der OB: „Ich gehe davon aus, dass wir unseren Flächenteil beitragen werden. Aber nicht alle Windräder des Landes kommen nach Wertheim.“ Wichtig sei der Stadt, bei der Entscheidungsfindung Transparenz herzustellen und die betroffenen Ortschaften direkt zu beteiligen.

Bürger Stefan Schulz betonte, er wolle den Gemeinderat wachrütteln. Es dürfe nicht ein Baum für Windräder fallen. Denn Bäume seien Klimaschützer. „Der Schenkenwald ist ein intakter Wald.“ Ortsvorsteher Roth schloss sich dieser Feststellung an. Die Anlage würden in der Ebene errichtet werden, wo gesunder Laubwald stehe. Dessen Zerstörung wäre fatal. Der OB antwortete, Wald und Windkraft hätten eine Daseinsberechtigung. Die Frage werde sein, wie viel Wald muss für Anlage und Zuwegung gerodet werden. Wenn es konkrete Pläne des Fürstenhauses für den Schenkenwald gebe, gelte es abzuwägen. „Es ist aber noch völlig unklar, ob es überhaupt mehr Windkraftflächen in Wertheim geben wird.“

Eingehend auf Wortmeldungen von Bürgern erklärte der OB, dass es mehrere Gründe dafür gebe, warum die Windräder im Windpark Rauenberg häufig stehen würden. Er betonte auch, ein Ausbau der Stromnetze durch die Netzbetreiber sei für die Einspeisung wichtig.

Ausführlich ging der OB auf die Feuerwehrbedarfsplanung ein. Er würdigte die Aktiven für ihren großen Einsatz. Mondfeld habe 2019 ein neues Fahrzeug bekommen. In der Ortschaft stehe noch eines von aktuell vier Feuerwehrgerätehäusern mit großem Handlungsbedarf. „In Mondfeld bleibt nur ein Neubau.“ Als Nächstes sei die Sanierung des Gerätehauses Sonderriet vorgesehen, dann folge wohl Bettingen. Dertingen und Mondfeld hätten dann gleiche Priorität. Der OB: „In Mondfeld steht auch eine Kooperation mit der Feuerwehr Boxtal im Raum.“

Neubaugebiet „Breitgewann“

Zur Erweiterung des Neubaugebiets „Breitgewann“ berichtete er, dass die Erschließung Ende 2023/Anfang 2024 erfolgen soll. Es konnten noch nicht alle Grundstücke angekauft werden. Zu erwarten sei ein Anstieg der Grundstückspreise auch in Mondfeld – vor allem wegen steigender Erschließungskosten. Vorgesehen seien 23 Bauplätze. Fünf seien in Privatbesitz, fünf wegen für Geschosswohnungsbau vorgesehen. Geprüft werde eine nachhaltige Wärmeversorgung.

Auf Nachfrage von Bürger Herbert Lamminger erklärte Dezernatsleiter Helmut Wiesner, in künftigen Bebauungsplänen – wie in Mondfeld – schreibe man Zisternen vor. Mancherorts würden zudem aus Gründen des Hochwasserschutzes Retentionszisternen festgelegt, die mehr Regenwasser aufnehmen können. Sie sollen bei Starkregen den Kanal entlasten. Bürger Harald Fuchs schlug vor, das frühere Wertheimer Förderprogramm zum Einbau von Zisternen wieder aufleben zu lassen.

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