AdUnit Billboard
Stiftskirche - Gelungener Einstand als neuer Organist

Gekonnt und souverän

Von 
Carsten Klomp
Lesedauer: 

Wertheim. Einen gelungenen Einstand als neuer Organist der Wertheimer Stiftskirche gab Carsten Wiedemann-Hohl bei der Orgelmusik zur Marktzeit am vergangenen Samstag. Wiedemann-Hohl, der seit Anfang April als Bezirkskantor zugleich der Stiftskantor ist, spielte Werke von Johann Sebastian Bach und seinen Bewunderern Felix Mendelssohn-Bartholdy und Marcel Dupré.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Er eröffnete sein Programm mit Bachs Praeludium und Fuge in a im strahlenden Barockplenum der großen Stiftsorgel. Während er das Praeludium zupackend gestaltete, ließ er es bei der Fuge im tänzerischen 6/8-Takt ruhig angehen. Dieses Tempo erlaubte es ihm, die ebenso verzwickt zu spielende wie zu hörende Schlusspassage mit udn ihren schnellen Notenwerten ohne merkbare Verzögerung anzugehen.

Marcel Dupré, der sein ganzes Leben lang bemüht war, sich selbst in die möglichst direkte Nachfolge J. S. Bachs zu stellen – soweit dies etwas zwei Jahrhunderte später überhaupt möglich ist – schuf mit seinen drei Préludes et Fugues organistische Meilensteine, die, auch wenn man dies als Hörer kaum wahrnimmt, eine echte Herausforderung für die Spieler darstellt. Wiedemann-Hohl spielte das Prélude g-moll und nahm seine zahlreichen Zuhörer mit in die Welt der französischen frühen Moderne und den Impressionismus, wie man ihn von Claude Debussy kennt, auch wenn dieser leider keine Orgelwerke komponiert hat. Wiedemann-Hohl bewältigte die enormen Schwierigkeiten des Werkes souverän und gekonnt. Erstaunlich dabei auch, wie vielseitig sich die eigentlich eher barock disponierte Rensch-Orgel der Stiftkirche zeigt.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Den Abschluss seines Debuts gab Wiedemann-Hohl mit Mendelssohns 3. Sonate in A-Dur. Strahlende Eröffnungsklänge münden in eine Doppelfuge, die zunächst düster, dann zunehmend virtuos daherkommt, bevor der erste Satz dann mit der wieder strahlenden Reprise endet. Der 2. Satz, der den Abschluss des Konzertes bildete, ist ein sanftes Flötenstück im ruhigen 3/4-Takt. Eindrucksvoll, wie der neue Stiftskantor die ruhigen Linien ausmusizierte und so sein begeistertes Publikum mit sanften Klängen ins Wochenende entließ.

Auf eine Zugabe verzichtete Wiedemann-Hohl - hatte er doch am Samstagabend noch ein Konzert mit dem nordbadischen Blechbläserensemble mitzugestalten.

Am Samstag, 7. Mai, spielt um 11 Uhr Paul Tarling (Heidelberg) Werke von Bach, Böhm und Buxtehude.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3
AdUnit Mobile_Footer_1