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Erdrutschsieg in Weikersheim - Bürgermeisterwahl als zentrales Ereignis für die Stadt / Beschäftigte müssen Laukhuff-Ende hinnehmen / Karlsberg-Besitzer fürchtet weiter Schweinepest

Mit Nick Schuppert soll’s mehr Bürgernähe in Weikersheim geben

Keine Frage: Das zentrale, hochemotionale Ereignis in der Stadt Weikersheim war die Bürgermeisterwahl. Nach einem Erdrutschsieg zieht Nick Schuppert Anfang Februar 2022 als Verwaltungschef ins Rathaus ein.

Von 
Michael Weber-Schwarz
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Foto des Jahres für Weikersheim: Nick Schuppert sucht am 7. November Blick- und Körperkontakt zum deutlich unterlegenen Bürgermeister Klaus Kornberger, der seinem Nachfolger zum Wahlsieg gratuliert. © Michael Weber-Schwarz

Weikersheim. So etwas ist in der Demokratie immer möglich. Wenn es aber passiert, dann ist es trotzdem (auch) ein emotionaler Vorgang: Vor einem Vierteljahrhundert entthronten die Weikersheimer Einwohner Bürgermeister Horst Häfner und Klaus Kornberger übernahm das Amt. Jetzt schickten die Bürger ihn „nachhause“ – und Nick Schuppert wird übernehmen. Trotz eines kurzen Wahlkampfs konnte der Newcomer mit Blick auf das 40/60-Ergebnis ganz offensichtlich überzeugen.

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Die vielfältigen Leistungen Kornbergers reichten dem Wähler nicht, der „Ton“ gab den Ausschlag. Eine versprochene stärkere Bürgernähe, eine Hinwendung zu jungen Themen und die Zusage eines neuen Stils haben Schuppert den Wahlsieg gebracht – diesen Schluss lassen zahlreiche Gespräche der FN-Redaktion mit Einwohnern zu. Eine fehlende Diskussions- und Fragemöglichkeit bei der offiziellen Kandidatenvorstellung – das wurde vor der Wahl deutlich moniert.

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Auf der Positivseite des Noch-Amtsinhabers und des Gemeinderats stehen 2021 zahlreiche Bauprojekte: Hallen in Schäftersheim und Elpersheim sind saniert worden, mehrere Bücken im Stadtgebiet waren oder sind ebenfalls Baustellen – für die umstrittenste ist Weikersheim aber gar nicht zuständig. Elpersheim ist Landkreissache, doch auch die hefteten die Einwohner wohl an Kornbergers Rock. Informationen im Vorfeld der Bauentscheidung sind unglücklich spät kommuniziert worden, Einwohner fühlten sich durch geschaffene Fakten bevormundet und nicht gehört.

Einen harten Dämpfer ereilte die lokale Wirtschaft durch das Aus der Orgel(teile)fabrik Laukhuff. Nach fast 200 Jahren Firmengeschichte wurde der Betrieb im Sommer eingestellt – die Suche nach einem Investor war erfolglos, der „Schutzschirm“ deshalb ohne Wirkung. Trauerschleifen am Werkstor, frustrierte Mitarbeiter, die ihre langjährigen Arbeitsplätze verloren haben.

Trotz Corona: Die Tauberphilharmonie lässt sich nicht unterkriegen. Angepasste Konzertpläne, Hygienemaßnahmen und zum Glück ein modernes Lüftungssystem. „Irgendwie“ geht es weiter und das Publikum genießt die wenigen öffentliche Veranstaltungen, die überhaupt noch stattfinden können. Oper im Schlosshof gibt’s auch – fast erscheint das wie ein Wunder. Gewisse Lockerungen im Sommer und ein striktes Konzept hatten „Carmen“ möglich gemacht. Bronzeplastiken in der Innenstadt, später die „Fotoschau“ – in Weikersheim gab es immerhin etwas zu gucken, wo andere Städte kaum etwas zu bieten hatten.

Impfen, Bau-Boom, Klima schützen: Hier war die Stadt Vorreiterin im „Oberen Bezirk“. Auch auf die Initiative eines örtlichen Klimastammtisches hin wurden Konzepte verstärkt (durch einen Einwohnerantrag unterstrichen) in den Fokus gerückt, vorhandene kritisch hinterfragt. Im Sommer gab es zudem die Gründung eines Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen zu vermelden – zuständig für die drei Kommunen des Süd-Kreises.

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Den Karlsberg gibt es auch immer noch – nur darf niemand rein. Der Besitzer fürchtet die Schweinepest via Müll-Eintragungen. Und plante dort ein öffentliches Oktoberfest.

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