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Neckar-Odenwald-Tage - Kreisseniorentag in der Sindolsheimer Sporthalle bildete den gelungenen Auftakt / 40 Gäste verfolgten den zeitgleich in Göppingen stattfindenden Landesseniorentag online mit

Wie sich Ältere in der digitalen Welt zurechtfinden

Von 
Helmut Frodl
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Mit dem Kreisseniorentag wurden die Neckar-Odenwald-Tage, die in diesem Jahr zum 40. Mal stattfinden, in der Sindolsheimer Sporthalle eröffnet. © Helmut Frodl

Die Neckar-Odenwald-Tage finden in diesem Jahr zum 40. Mal statt. Gastgeber ist die Baulandgemeinde Rosenberg.

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Sindolsheim. Den gelungenen Auftakt der Neckar-Odenwald-Tage bildete der Kreisseniorentag in der Sindolsheimer Sporthalle, der in einem ungewöhnlichen, aber nicht minder interessanten Format stattfand: Während sich normalerweise mindestens 300 Senioren treffen, waren dieses Mal bei der Präsenzveranstaltung gerade einmal 40 geladene Gäste anwesend, um den Landesseniorentag – der zeitgleich in Göppingen stattfand – mittels Onlineübertragung mitzuverfolgen.

„Was uns zusammenhält“

Dessen Motto lautete: „Ältere Menschen – eine Herausforderung für die Politik?“. Den Hauptvortrag hielt Zukunftswissenschaftler Professor Dr. Horst Opaschowski aus Hamburg. Er sprach in seinem fast einstündigen Vortrag zum Thema „Vision 2030 – Was uns zusammenhält – Die neue Solidarität der Generationen“.

Wie der Vorsitzende des Kreisseniorentages, Bernd Ebert (Erlenbach), in seiner Begrüßung zur „frühen Stunde“ erklärte, habe sich der Landesseniorenrat mit vielen Kreis- und Ortsseniorenräten auf den Weg gemacht und Lösungen erarbeitet, wie sich ältere Menschen in der digitalen Welt zurecht finden und sich den Herausforderungen der digitalen Zukunft stellen können.

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Rosenbergs Bürgermeister Ralph Matousek freute sich, dass der „kleine, aber feine“ Ort im Bauland in diesem Jahr Gastgeber des großen Jubiläums im Neckar-Odenwald-Kreis sein darf. Der Kreisseniorentag bilde den Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen, die in den Ortsteilen Sindolsheim und Hirschlanden stattfinden.

Gelungene Projekte

In diesem Zusammenhang erinnerte Matousek an drei gelungene Projekte, die in der Gemeinde realisiert wurden: das zukunftsweisende Mehrgenerationendorf Hirschlanden, das Kirchencafé in Sindolsheim und den neuen Dorfladen in Rosenberg, die zu Treffpunkten für die ältere Generation geworden sind.

Verlass auf das Ehrenamt

„In diesem Jahr ist wirklich alles anders“, sagte Landrat Dr. Achim Brötel in seiner Ansprache. Man treffe sich morgens, nicht mittags. Statt einer prall gefüllten Halle sitze hier nur „ein kleines Häuflein Versprengter in Präsenz. Dafür sind aber natürlich Millionen draußen an den Bildschirmen zugeschaltet.“ Und statt einem bunten Programm auf der Bühne gebe es eine Live-Stream-Schaltung zum Landesseniorentag.

„Auf das Ehrenamt ist Verlass – und der Kreisseniorenrat ist ein hervorragendes Beispiel dafür“, so Dr. Brötel, der sich wünschte, dass man doch bald wieder in großen Schritten zur gewohnten Normalität zurückkehren könne. „Der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen und braucht deshalb zwingend den Kontakt und den Austausch mit anderen Menschen.“ Der Landrat schloss seine Rede mit einem „herzlichen Wort des Dankes“, denn der Dank sei sozusagen der Mindestlohn im Ehrenamt, der im Alltag leider viel zu kurz komme. „Es ist jedenfalls schön, dass es im Neckar-Odenwald-Kreis den Kreisseniorenrat mit seinen Veranstaltungen gibt, der eine hervorragende Arbeit für die Seniorinnen und Senioren leistet.“

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Rechtzeitig zur beginnenden Online-Übertragung nach Göppingen hatte er seine Ansprache beendet. Die Schaltung in die Stauferstadt funktionierte auch vom Bauland aus perfekt.

Interessant waren die Ausführungen des Zukunftsforschers Prof. Dr. Horst Opaschowski, der aus Hamburg zugeschaltet wurde.

In seinem fast einstündigen Vortrag stellte er den Zuhörern Thesen vor, „wie wir morgen leben wollen“ und wie sich die Senioren auf die Zukunft im digitalen Zeitalter vorbereiten sollen: „Gut und lange Leben statt mehr und viel haben – das wird das Lebensziel für die Zukunft sein“, so Opaschowski.

Nach einer Studie werde man im Jahre 2050 mindestens neun mal so viele 100-Jährige haben wie 2010. Und sie werden körperlich und geistiger vitaler sein wie jede Generation zuvor, so der Zukunftsforscher. Langlebigkeit werde eine neue Normalität von morgen.

In einer repräsentativen Umfrage könne man nachweisen, dass die überwiegende Mehrheit der Senioren von heute mehr Zeit für sich hat als die übrige Bevölkerung. Sie lebe zudem mehr in Frieden als ihre Mitmenschen und besitze mehr Eigentum, könne machen, was sie will und lege mehr Wert auf ein umweltbe-wussteres Leben. „Dafür haben die Älteren aber nach eigenen Aussagen weniger soziale Kontakte“, so Opaschowski. „Die Bilanz ihres Lebens kann sich aber sehen lassen, und es besteht zudem ein vielfältigeres Interesse – und Aktivitäten haben eine neue Qualität des Älterwerdens geschaffen.“ Was auch Auswirkungen auf die Pflege im Alter habe.

„Aktives Alter ist angesagt“

Trotz ständig weiter steigender Lebenserwartung nehme überraschenderweise die pflegefreie Lebensweise zu. Auf dem Weg ins Jahr 2030 werde das Leben im Alter immer lebenswerter, so der Zukunftsforscher, der einen Ausblick wagte: „Aktives Alter ist angesagt. Deutschland altert, geht aber nicht am Stock, denn die Generation 65 plus ist gesünder als je zuvor. Lebensqualität im Alter ist nicht, was uns geboten wird, sondern was wir daraus machen. Und nur so kann aus einem langen Leben auch ein gutes Leben werden. Das persönliche Wohlergehen ist wichtiger, als materiellen Wohlstand zu erreichen.“

Intaktes Familienleben

Er gab abschließend Empfehlungen für ein gelingendes Leben bis zum Jahre 2030, wozu auch ein verlässliches soziales Netz und ein intaktes Familienleben gehören.

Für seine Ausführungen gab es auch von den Anwesenden in der Sindolsheimer Halle spontanen Beifall. Nach dem informativen Vortrag diskutierten Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) und Sozialexperte Prof. Dr. Thomas Klie über das Thema „Welche Zukunft hat das Alter?“

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