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Städtepartnerschaft

Rosen und Reben erinnern an die Freundschaft

Delegation aus Lauda-Königshofen war zu Besuch in Boissy-Saint-Leger

Von 
Peter D. Wagner
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Die Bürgermeister Régis Charbonnier (rechts) und Dr. Lukas Braun pflanzten einen Rosenstock als Gedenken an die Städtepartnerschaft. © Peter Wagnerr

Das 20-jährige Bestehen der deutsch-französischen Städtepartnerschaft Boissy und Lauda-Königshofen wurde mit einem Besuch in Frankreich gefeiert.

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Boissy-Saint-Léger / Lauda-Königshofen. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft verbrachte eine rund 60-köpfige Delegation aus Lauda-Königshofen ein verlängertes Wochenende in Boissy-Saint-Léger.

Es war zugleich der Gegenbesuch, nachdem Ende Mai eine über 45-köpfige Delegation aus Boissy in Lauda-Königshofen zu Gast war (wir berichteten).

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Teilnehmer der jetzigen Delegation waren unter anderem Bürgermeister Dr. Lukas Braun, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Claudia Heidrich, Stadträtin Anita Spinner, die neue evangelische Gemeindepfarrerin Marie-Louise Scheuble, der frühere Bürgermeister Otmar Heirich, der vormalige Komitee-Vorsitzende Jürgen Kluger sowie die Handballjugend des ETSV Lauda unter Leitung von Karin Besserer und Thomas Spitznagel.

Einer der wesentlichen Höhepunkte war ein Festakt und bunter Abend im Festsaal „La Ferme“ mit Ansprachen der beiden Bürgermeister sowie einem umfangreichen Musik- und Unterhaltungsprogramm. „In den vergangenen Monaten mussten wir schmerzhaft und völlig unvermittelt lernen, dass Frieden eben kein Automatismus sowie der Prozess der Völkerverständigung nicht unumkehrbar ist“, sagte in Hinblick auf den Krieg in der Ukraine Lukas Braun, für den es seit Beginn seiner Amtszeit aufgrund der Coronakrise der erste Besuch in der französischen Partnerstadt war.

Frieden erarbeiten

Vielmehr müsse Frieden jeden Tag in der europäischen Völkerfamilie und darüber hinaus erarbeitet werden. Diese Bemühungen gingen von vielen Institutionen, Organisationen, Einrichtungen, Vereinen und Unternehmen aus – oder auch, indem sich Bürgermeisterkollegen bei einem Glas Wein über die Herausforderungen in ihren Städten austauschen. Toleranz, Respekt und Brüderlichkeit stünden im Zentrum der deutsch-französischen Freundschaftsbeziehungen bei gleichzeitiger Wahrung der Verschiedenheiten und eigenen Identitäten wie etwa seit über zwei Jahrzehnten zwischen Boissy und Lauda-Königshofen. „Das ist für uns alle ein sehr großes Geschenk“, betonte Braun.

„Es ist Aufgabe der beiden Staaten Frankreich und Deutschland, die wirtschaftliche, politische und kulturelle Zusammenarbeit zu fördern. Es soll der deutschen und französischen Jugend obliegen, alle Kreise dazu zu bewegen, einander immer näher zu kommen, sich besser kennenzulernen und engere Bande zu schließen“, zitierte sein französischer Amtskollege Régis Charbonnier den früheren Ministerpräsidenten Charles de Gaulle.

„Wir sind verpflichtet, die Ambitionen einer vereinten, gerechteren und besseren Welt weiter zu geben. Dieser Abend mit verschiedenen Generationen aus beiden Städten anlässlich der 20-jährigen Partnerschaft gibt den Versöhnungsgeist sowie die Solidarität und Freundschaft wieder, wie es sich De Gaulle und Adenauer gewünscht haben“, hob Boissys Bürgermeister hervor, der an den Beginn, die Urkundenunterzeichnung und die weitere Entwicklung dieser Städtepartnerschaft erinnerte.

„Ein Rückblick, was seither erzielt wurde, soll uns mit Stolz erfüllen“, zeigte er sich überzeugt, während er Beispiele für die Vielzahl der Aktivitäten und gegenseitigen Besuchen aufzählte, wie etwa die Zeremonie und Ausstellung im November 2018 anlässlich des 100. Jahrestages „Ende Erster Weltkrieg“. Dabei hatten Charbonnier und der damalige Bürgermeister Thomas Maertens gemeinsam einen Olivenbaum als symbolischen „Friedensbaum“ gesetzt.

Als Gastgeschenk überreichten Lukas Braun und der stellvertretende Fachbereichsleiter der Stadt, Martin Bethäuser, drei gegen Pilzbefall widerstandsfähige Rebstöcke für den Lauda-Königshofen-Garten im Zentrum Boissys. Als Andenken an diese Jubiläumsfeier erhielten die Gäste aus Lauda-Königshofen von den örtlichen Gemeinderatsmitgliedern eine Erinnerungsmedaille überreicht. Musikalisch gestaltet wurde der Festabend unter anderem von Chansonnier und Gitarrist Jean-Claude Blahat, der im Juli 2021 mit einem Kurzauftritt bei einem französischen Abend im Weingut Sack in Lauda gastierte.

Spannendes Programm

Besichtigungen und Exkursionen gab es beim Schloss Grosbois, beim weltweit bekannten Trainingszentrum für Trabrennpferde, im Stadtzentrum unter dem Titel „Boissy – eine Kaiserstadt mit napoleonischen Einflüssen“ oder bei einem Spaziergang mit Régis Charbonnier und der für die Städtepartnerschaft delegierten Stadträtin Claire Gassmann durch das einzigartige, autofreie Hochhausviertel „La Haie Griselle“ aus den 70er Jahren mit Grünanlagen und Seen. In den Gemeinschaftsgärten pflanzten beide Bürgermeister einen Rosenstock als Gedenken an die Städtepartnerschaft. Zudem stellte der Modelleisenbahnverein seine Arbeite vor.

Ein Handballmatch zwischen gemischten Jugendequipen des A.C. Boissy und dem ETSV Lauda in der neuen Sporthalle gewannen die Gastgeber mit leichtem Vorsprung. Teilweise sportlich, vor allem aber heiter und gut gelaunt ging es mit lustigen Spielen bei einer „Partnerschaftsolympiade“ im lokalen Stadion zu, die nach zehn Wettbewerben mit Punktevorsprung für das Gästeteam aus dem Taubertal ausging. Zum Abschluss des Besuches dankten Braun und Claudia Heidrich besonders Bürgermeister Régis Charbonnier, Claire Gassmann, Michèle Bèsigot, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins „Association Boissy Jumelage (ABJ“), sowie allen weiteren Akteuren sowohl für die Gastfreundschaft als auch für die Organisation des vielseitigen Programms.

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