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Feier

Stadt Külsheim nun Patin der ersten Kompanie des Panzerbataillons 363

Soldatinnen und Soldaten marschieren vor Unterzeichnung der Urkunde durch die frühere Garnisonsstadt

Von 
Birger-Daniel Grein
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Soldaten der ersten Kompanie des Panzerbataillons 363 aus Hardheim marschieren an schwerem Gerät vorbei ins Festzelt, wo die Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde erfolgte. © Birger-Daniel Grein

Külsheim/Hardheim. Die Patenschaft der Stadt Külsheim mit der ersten Kompanie des Panzerbataillons 363 (1./363) aus Hardheim wurde am Freitagnachmittag bei den „Külsheimer Markttagen“ von Major Matthias Esser und Bürgermeister Thomas Schreglmann feierlich besiegelt. Die fast 80 Soldaten der Hardheimer Kompanie marschierten zuvor vom Wolferstetter Weg aus durch die Brunnenstadt zum Festplatz am Schloss. Eine Spielgemeinschaft d mit dem Musikverein Uissigheim und den Impfinger Musikanten begleitete den Zug, über den sich auch die Zuschauer freuten. Danach war das Festzelt schlagartig gefüllt. Alle nahmen Anteil an dem festlichen Akt der Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde. Külsheims Bürgermeister unterstrich, dass eine solche Feierstunde sicherlich zu den herausragenden Ereignissen der jüngeren Stadtgeschichte gehöre. Die Brunnenstadt Külsheim sei über Jahrzehnte hinweg stolze Heimat des Panzerbataillons 363 gewesen. Mit der Schließung der Prinz-Eugen-Kaserne 2006 sei das Bataillon aufgelöst, erfreulicherweise im Herbst 2019 in Hardheim wieder aufgestellt worden. Die Stadt Külsheim gelte als „Ort, wo die Bundeswehr immer willkommen war und ist“, betonte Schreglmann. Entsprechend freute es sich über die Soldatinnen und Soldaten der künftigen Patenkompanie ebenso wie über eine Reihe von Gästen mit besonderem Bezug zu Külsheim und der Kompanie.

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Schreglmann ging weiter auf die Schließung von Kasernen in der hiesigen Region ein. Der Bürger in Uniform sei hierzulande fast komplett aus dem Alltag verschwunden. Er freue sich außerordentlich, dass die Stadt Külsheim nun Patin der ersten Kompanie des Panzerbataillons 363 aus Hardheim werde.

Schreglmann betonte, die Welt sei nicht so friedlich, wie sie in den vergangenen 20 Jahren gemalt worden sei. Es sei existenziell für Deutschland und Europa, sich zu wappnen und sich vorzubereiten. Soldaten der 1./363 verlegten im nächsten Jahr nach Litauen an die Nato-Ostflanke und leisteten dort einen wichtigen Beitrag für den Frieden. Er respektiere die Bereitschaft und den Mut, sich dieser Aufgabe zu stellen. Der Bürgermeister betonte, die Stadt Külsheim freue sich auf einen ungezwungenen regelmäßigen Austausch, reiche dazu die Hand. Schreglmann: „Möge diese Patenschaft zu einer langen echten Freundschaft wachsen.“

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Major Matthias Esser als Vertreter der ersten Kompanie des Panzerbataillons 363 sagte, dieses Bataillon sehe sich in einer Traditionslinie mit dem früheren Bataillon in Külsheim. Er sei froh, dass durch die Übernahme der Patenschaft an die gemeinsame Vergangenheit der ehemaligen Garnisonsstadt und des Panzerbataillons 363 angeknüpft werde. Dadurch könne ein gemeinsamer Beitrag für das gegenseitige Verständnis zwischen Bevölkerung und der Bundeswehr geleistet werden.

Der Major betonte, die Bundeswehr sei in den zurückliegenden Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil in der Region und in vielen Bereichen sichtbar gewesen. „Mit der Patenschaft wollen wir einen gemeinsamen, auf Freundschaft basierenden Weg mit Külsheim einschlagen.“

Es folgten die Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde und der Eintrag ins Gästebuch der Stadt Külsheim.

Der Festakt wurde bereichert durch einige Musikstücke. Den feierlichen Abschluss bildete die Nationalhymne.

Thema : Garnisonsgemeinde Hardheim

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    Die tiefe Verbundenheit der Erftalgemeinde und des Neckar-Odenwald-Kreises mit der Bundeswehr im Allgemeinen und der Hardheimer Carl-Schurz-Kaserne im Besonderen demonstrierte der öffentliche Appell des Panzerbataillons 363. Hardheim. Bei echtem Kaiserwetter waren zahlreiche Besucher auf den Hardheimer Sportplatz gekommen, um einem feierlichen – und nicht alltäglichen – Ereignis beizuwohnen: dem öffentlichen Appell des Panzerbataillons 363. Gediegene musikalische Umrahmung lieferte das Heeresmusikkorps Veitshöchheim. {element} Es handelte sich um den ersten öffentlichkeitswirksamen Appell, nachdem der offizielle Aufstellungsappell des zum 1. Oktober 2019 neu aufgestellten Bataillons coronabedingt nicht öffentlich hatte stattfinden können. {furtherread} So zeigte sich Oberstleutnant Pascal Pane umso erfreuter: „Dieser Tag ist ein weiterer Schritt für das Zusammenwachsen von Verband und Region“, hob er hervor und begrüßte neben zahlreichen geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – darunter auch der frühere Bundestagsabgeordnete Alois Gerig (CDU), dessen unermüdlicher Einsatz für den Standort die Rückkehr der Soldaten ermöglicht hatte – auch viele Schaulustige aus der Zivilbevölkerung. Dass der Appell in der gegenwärtigen Form zelebriert werden könne, habe seinen Ursprung im Dezember 2018: Seinerzeit war beschieden worden, dass die Carl-Schurz-Kaserne wieder öffnet. „Damit war klar, dass die Panzertruppe wieder an den Standortübungsplatz Külsheim zurückkehrt, was auch ein Aufleben der alten Patenschaften zu Miltenberg, Kleinwallstadt, Klingenberg und Erlenbach bedeutete“, so Pane. „Großartig gemeistert“ Ab August 2019 fand die Verlegung nach Hardheim statt; ein Jahr später konnte die vierte Kompanie unter Führung Major Kagelmanns in Dienst gestellt werden. Dazu wurde der große Teil der Kompanie des thüringischen Standorts Bad Frankenhausen nach Hardheim verlegt. Mit Aufstellung der letzten Kampfkompanie – der 2. Kompanie unter Führung von Hauptmann Schneemann – zum 1. Oktober 2021 war das Bataillon organisatorisch komplett. Nachdem das Jahr 2022 an der Panzertruppenschule in Munster begonnen hatte, steuerte man immer weiter auf das eigentliche Aufgabenspektrum zu: „Wir sind dem Ziel eines einsatzbereiten Panzerbataillons einen großen Schritt näher gekommen, was mit Blick auf den künftigen Auftrag des Verbands auch zwingend notwendig ist – ab August 2023 wird das Panzerbataillon die Aufgabe als Leitverband der ‚enhanced Forward Presence Battle Group’ in Litauen sicherstellen“, bemerkte Oberstleutnant Pane und sprach von einem „sichtbaren Zeichen der deutschen Beteiligung in der Verteidigung osteuropäischer NATO-Bündnispartner“. Gleichsam absolviert das Bataillon Anfang nächsten Jahres einen erneuten Übungsdurchgang im Schießübungszentrum, anschließend den Bataillonsgefechtsstand und folgend den gesamten multinationalen Gefechtsverband mit rund 1000 deutschen wie internationalen Soldatinnen und Soldaten. Stolz auf das Geleistete „Die Verlegung des Vorkommandos ist für Juli 2023 und die der Hauptkräfte für August vorgesehen“, ließ Pane wissen. Seine abschließende Hochachtung galt den Soldaten, die ihre bisherigen Aufgaben „großartig gemeistert“ hatten und „stolz auf das Geleistete“ sein können. Es folgten tiefsinnige Gedanken zur Situation in der Ukraine, die er aus Sicht des soldatischen Selbstverständnisses und der Wahrnehmung des Berufsbilds in der breiten Öffentlichkeit erörterte: „Wir gehen dorthin, wo wir gebraucht werden und sind bereit, dabei unsere Unversehrtheit sowie unser eigenes Leben in Gefahr zu bringen“, betonte Oberstleutnant Pane. Gerade die Krise zeige auf, dass der Soldatenberuf und die funktionierende Bundeswehr als unverzichtbar anzusehen seien: „Deutschland kann sich fest auf seine Soldatinnen und Soldaten verzichten“, merkte er an. Nach dem Traditionsmarsch des Panzerbataillons 363 verwies Landrat Dr. Achim Brötel auf einen „endlich zur Wirklichkeit gewordenen Traum“. Die Bundeswehr nämlich sei dorthin zurückgekehrt, wo sie hingehöre – und zwar in die 1966 eröffnete Carl-Schurz-Kaserne, deren Potenzial die seinerzeitige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auch durch das Zutun des damaligen Bundestagsabgeordneten Alois Gerig (CDU) und seiner Nachfolgerin Nina Warken erkannt habe. Tradition und Zukunft „In Hardheim hat die Bundeswehr eine lange Tradition, die nun auf eine konkrete Zukunft trifft“, freute sich Brötel und gab bekannt, dass die Kaserne mit 120 Millionen Euro aus Bundesmitteln weiter ertüchtigt werde. Gern habe der Neckar-Odenwald-Kreis die Patenschaft für das Panzerbataillon 363 übernommen: „Wir sind ein stolzer Garnisonslandkreis, in dem die Soldaten einen festen Bestandteil des alltäglichen Lebens bilden“, bemerkte der Landrat. Nach Ausführungen zur Ukraine-Krise wandte er sich an die Soldaten, deren Eintreten für die demokratisch-freiheitlichen Grundwerte mehr als lobenswert sei. Dennoch dürfe man sich nicht in trügerischer Idylle wägen: „Das Weltbild der Gesellschaft bröckelt“, mahnte er an. Auf den „Königgrätzer Marsch“ folgte eine weitere Ansprache: Bürgermeister Volker Rohm zeigte auf, dass Hardheim im Dezember 2018 als erste Garnisongemeinde im ganzen Bundesgebiet die Wiederbelebung der Kaserne und den Einzug eines Panzerbataillons angekündigt bekommen hatte. „Das ist ein Hauptgewinn für Hardheim und die Kaserne“, konstatierte Rohm. Die Soldaten „zeigen Präsenz, stellen Fragen und geben Antworten“. Dabei verstehe sich die Bundeswehr als Indikator für die wichtige Friedenssicherung: „Deutschland braucht seine Wehr wie Europa seine Bündnispartner“, bemerkte Rohm. Nach dem schwungvoll gespielten „Hohenzollern-Marsch“ nahm Oberstleutnant Pascal Pane diverse Beförderungen und Auszeichnung für außerordentliche Leistungen vor, ehe die gemeinsam angestimmte Nationalhymne und der Auszug der Truppenfahne den durchaus berührenden Appell beendeten. Waffen- und Fahrzeugschau Dass im Anschluss niemand gleich nach Hause ging, lag sicher auch an der imposanten Waffen- und Fahrzeugschau: Auf dem Parkplatz des Sportareals hatte die Bundeswehr Teile ihres Fuhrparks inklusive eines Leopard-A26-Panzers ausgestellt. Alle Fahrzeuge konnten im Detail besichtigt werden; Schautafeln klärten über technische Daten und Einsatzfelder auf. Ebenso lockten zwei Informationsstände, an denen die vielseitigen Berufsmöglichkeiten der Bundeswehr ausführlich geschildert wurden. Für die Bewirtung sorgte der TV Hardheim.

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