Neujahrsempfang

Miteinander die Chancen für Kreuzwertheim nutzen

Bürgermeister Klaus Thoma stellte einige Ziele zur Entwicklung der Kommune vor

Von 
Hans-Peter Wagner
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Beim Neujahrsempfang in Kreuzwertheim, der auch mit einem ökumenischen Gottesdienst verbunden war, stellte Bürgermeister Klaus Thoma in seiner Ansprache einige Ziele zur Entwicklung der Kommune vor. © Hans-Peter Wagner

Kreuzwertheim. Gut besucht war der Neujahrsempfang der Marktgemeinde Kreuzwertheim am Sonntag in der Dreschhalle.

Den Anfang der Veranstaltung bildete ein ökumenischer Gottesdienst mit Pastorin Stephanie Wegner. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Männergesangverein mit dem Dirigenten Otto Vogel und ein Posaunenchor unter Leitung von Rainer Lange mit Musikern aus Kreuzwertheim, Hasloch und Wertheim. Auch die heiligen drei Könige machten ihre Aufwartung.

Bürgermeister Klaus Thoma freute sich über die zahlreiche Teilnahme an dem Neujahrsempfang und richtete gleichfalls ein „Dankeschön“ an jene, die zum Gelingen der Feierstunde beigetragen haben. Den guten Besuch wertete er als ein „starkes Zeichen“ der engen Verbundenheit mit der Marktgemeinde.

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Thoma begann seine Neujahrsrede mit einem Zitat des Philosophen Jean Paul Sartre: „Vielleicht gibt es schönere Zeiten, aber diese ist die unsere.“ Dieses besage, so der Bürgermeister, man könne zurückblicken und von früher schwärmen, man könne der Vergangenheit nachtrauern. Aber man solle vielmehr auf die vor einem liegenden Zeiten blicken. Denn das Leben passiere im Hier und Jetzt. Die Zeiten seien momentan vor allem krisengeschüttelt. Doch der Krieg in der Ukraine und seine verheerenden Folgen seien das Allerschlimmste, dass man sich vorstellen könne.

Insgesamt seien derzeit viele von Unsicherheit und Sorge erfüllt, erklärte der Redner. Bedenklich sei, wie gerade die jungen Leute angesichts der Krisenlage auf die Zukunft blickten, schließlich hätten sie noch ganz viel Zukunft vor sich. Die junge Generation befürchte laut einer Trendstudie ein Ende der Wohlstandsjahre. Was die Jugend befürchte, hätten doch alle schon länger kommen sehen. Man müsse sich eingestehen, dass in Deutschland die fetten Jahre wohl vorbei seien. Unbegrenztes Wachstum auf Kosten von Menschen in Billiglohnländern und auf Kosten von Klima und Umwelt funktioniere nicht mehr.

Er wolle, so Thoma, zum neuen Jahr nicht erschrecken und keinerlei Schwarzmalerei betreiben. Er halte nichts davon, nahezu täglich Weltuntergangsszenarien zu verbreiten, denn dauerndes Warnen lähme die Menschen und stumpfe sie ab.

Gegenteilig könne man vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken, sagte Thoma, wenn die Krise als Chance begriffen werde: „Wir können selbst entscheiden, wie wir mit dieser Zeit und Gelegenheit umgehen“, ob man sich passiv ergebe oder aktiv werde, aufstehe und mutig vorangehe. Die Gesellschaft solle sich wieder der Grundtugenden besinnen. „Wir müssen wieder den Zusammenhalt stärken und die gesellschaftlichen Wirtschafts- und Lebensgrundlagen langfristig erhalten.“

Gemeinwohl gemehrt

Was die Entwicklung Kreuzwertheims im vergangenen Jahr anging, stellte Thoma fest, man könne sehr dankbar auf das vergangene Jahr zurückblicken. Unterm Strich habe man „das Gemeinwohl gemehrt und viel für unsere Gemeindeentwicklung geschaffen“. Entsprechend könne man durchaus vorsichtig optimistisch und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, trotz der Krisenzeiten, „wenn wir die vor uns liegenden Herausforderungen als große Chance begreifen. Dabei müsse ein Umdenken einsetzen, verdeutlichte der Bürgermeister, „weniger Anspruchsdenken und mehr Bescheidenheit, weniger Vollkaskomentalität und mehr Eigenverantwortung“. Zudem müssten noch stärker Kreativität und Engagement eingesetzt werden, „damit unsere Gesellschaft eine positive Entwicklung nimmt“. Dazu müsse jeder aktiv werden.

Der Bürgermeister sagte zusammenfassend, Kreuzwertheim sei attraktiv und ein Standort mit großer Anziehungskraft. Damit dies so bleibe, wolle er einige Ziele der Gemeindeentwicklung vorstellen, „wo wir anpacken und gestalten wollen“. Die Wohn- und Lebensqualität der Gemeinde werde weiter verbessert durch eine nachhaltige und zukunftsfähige Innenentwicklung, mittels Nachverdichtung mit Augenmaß soll neuer Wohnraum entstehen.

„Wir sind umgeben von einer wunderbaren Natur- und Kulturlandschaft“, sagte Thoma. Deshalb sei der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen sehr wichtig, „damit wir auch künftig Lebensqualität und Wohlergehen schöpfen können“. Mit dem Umbau des Gemeindewalds zu einem klimaangepassten und multifunktionalen Wald werde zur Artenvielfalt sowie zum Wasser- und Immissionsschutz beigetragen. Die Infrastruktureinrichtungen der Gemeinde würden in den nächsten Jahren verbessert wie die leitungsgebundenen Einrichtungen und Ortsstraßen.

Die Energiewende finde vor Ort in den Kommunen statt, so der Bürgermeister. „Deshalb wollen auch wir mehr erneuerbare Energien einsetzen, indem wir der Sonnenenergie ausreichend Raum verschaffen.“ Kräftig werde investiert in die Ausrüstung der Feuerwehren und in den Ausbau der Kindertagesstätten.

Der Bürgermeister verdeutlichte, dass weiter verantwortungsvoll mit Ressourcen wie Finanzen, Rohstoffen, Flächen und Natur umgegangen werde, damit nachrückende Generationen die gleichen Chancen hätten. „Wir freuen uns“, seit acht Jahren schuldenfrei zu sein bei einer gleichzeitig sehr hohen Investitionsrate. Doch gehe es der Gemeinde wie seinen Mitbürgern auch: „Wir müssen künftig den Gürtel enger schnallen.“

Der Redner unterstrich, in Kreuzwertheim verbinden „der ausgeprägte Gemeinschaftssinn und unser gutes Miteinander“. Viele Menschen trügen durch ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten zum Zusammenhalt bei. Deshalb danke er allen aktiven und stillen Helfern, sei es in den Vereinen, Kirchengemeinden, Schulen, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Seniorenrat, Bürgerbusverein, Helferkreis sowie allen anderen Organisationen.

Ebenso bedankte er sich bei den Teams der Verwaltung und des Bauhofs für deren Einsatz. „Wir packen in relativ kurzer Zeit viele Zukunftsthemen an“, sagte Thoma. Dies sei nur möglich, weil der Gemeinderat mitziehe. Der Bürgermeister plädierte für persönliche Mikro-Abenteuer, also die Kraft des Abenteuers auch im Alltag zu nutzen, „gehen Sie im neuen Jahr einfach mal aus ihrer Komfortzone raus und machen etwas, was Sie zuvor noch nie gemacht haben, einfach so“. Beifall begleitete diesen Gedanken. Das Leben könne großartig sein, so Thoma, stecke jeden Tag voller Abenteuer und Chancen, „wenn wir es nur zulassen“.