Nachruf

Sie sah mit dem Herzen und handelte danach

Gertrud Schauber im Alter von 84 Jahren gestorben

Von 
Heike Barowski
Lesedauer: 
Die Kreuzwertheimerin Gertrud Schauber starb vor wenigen Tagen, am 25. Dezember, im Alter von 84 Jahren. Sie engagierte sich seit vielen Jahren in der Kirche und für die Menschen in Ghana und gründete den Verein Paul. © Fn-Archiv/Grein

Kreuzwertheim. „Frau Schauber sieht mit dem Herzen und handelt danach, ohne viel Aufhebens um ihre Person zu machen. Ich hoffe, dass die nachwachsenden Generationen ein Vorbild an ihr nehmen.“ Dies sagte Kreuzwertheims Bürgermeister Klaus Thoma 2017, als Gertrud Schauber das Bundesverdienstkreuz am Band verliehen bekam. Er bezeichnete die Kreuzwertheimerin als kluge Frau, deren Wirken durch ihre Herzenswärme und Leidenschaft unvergessen bleibe.

Weit über die Grenzen bekannt

Die 84-jährige war durch ihren enormen Einsatz weit über die Grenzen ihrer Heimatgemeinde bekannt. Am 25. Dezember starb die äußerst engagierte Kreuzwertheimerin.

Viele Jahrzehnte engagierte sich Gertrud Schauber in außergewöhnlicher Weise im kirchlichen, sozialen und völkerverbindenden Bereich und hat sich bleibende Verdienste um das Gemeinwohl erworben.

Paul e.V. gegründet

Mehr zum Thema

Rückblick

Kreuzwertheim Schritt für Schritt weiterentwickelt

Veröffentlicht
Von
Birger-Daniel Grein
Mehr erfahren
TSV Laudenbach

Paul Mayser und Gebhard Schweizer zu Ehrenmitgliedern ernannt

Veröffentlicht
Von
pml
Mehr erfahren

Mitte der 90-er Jahre führte Gertrud Schaubers Tochter in Accra, der Hauptstadt Ghanas, ein Forschungsprojekt im Armenviertel durch. Ein Besuch ihrer Tochter hinterließ bei der Kreuzwertheimerin einen tiefen Eindruck. Es entstand der Wunsch, diesen Menschen helfen zu wollen. Im Jahr 2000 gründete Schauber zusammen mit weiteren Engagierten den Verein Paul e.V. (für: „Partnerschaft unterstützt Lebenslinien“) und war viele Jahre dessen Vorsitzende. Der Verein hat zahlreichen Menschen in Ghana durch gezielte Projektförderung geholfen. Er war aber auch ein wichtiger Träger der jährlichen Veranstaltungskultur in der Marktgemeinde. Mit zahlreichen Aktionen und unendlich viel Engagement der Kreuzwertheimerin und von weiteren Unterstützern kommen über den Verein jährlich zwischen 20 000 und 30 000 Euro an Spenden zusammen, die den vom Verein „Paul“ unterstützen Projekten in Ghana zugutekommen. Insgesamt wurden weit mehr als 500 000 Euro gesammelt. Höhepunkte waren immer die Ghana-Tage, bei denen die gesamte Kommune eingebunden war.

Der bayrische Innenstaatssekretär Gerhard Eck hatte anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Schauber deutlich gemacht, wie sehr sich die Geehrte „um das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland verdient gemacht“ habe.

Geehrt wurde sie mit dieser hohen Auszeichnung auch, weil sie „eine tragende Säule der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde“ war. Hier war sie unter anderem lange Zeit im Kirchenvorstand tätig und leitete den ökumenischen Seniorenkreis.

In einer Rede anlässlich eines Benefizkonzerts in Kreuzwertheim sagte Richard Alandu, Leiter der Organisation Fistrad bei einem Besuch im September 2022 in Kreuzwertheim: „Wir sind stolz auf alles, was Sie für uns getan haben. Wir werden versuchen, diese wichtige Aufgabe in ihrem Sinne weiterzuführen“.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim