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Rückblick auf 2021 - Einigung in der Mediation mit der ZEAG beendet jahrelang schwelenden Konflikt / Weniger Anlagen werden gebaut

Königheim: Windrad-Kompromiss lässt durchatmen

Die Erweiterung des Gewerbegebiets „Breitenflur“ in Königeim sowie der Kompromiss mit der ZEAG in puncto Ausbau der Windenergie waren die beiden Faktoren, die im Jahr 2021 die Geschicke Königheims am meisten beeinflusst haben.

Von 
Harald Fingerhut
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Es sollen neben den bestehenden nicht so viele neue Windkraftanlagen, wie zunächst vorgesehen, durch die ZEAG in Pülfringen gebaut werden. © Susanne Marinelli

Königheim. Viele Jahre lang habe es so etwas in der Gemeinde Königheim nicht mehr gegeben, kommentierte Bürgermeister Ludger Krug die Maßnahme. Gemeint ist die Erweiterung des Gewerbegebiets „Breitenflur“ in Königheim an der B 27 Richtung Tauberbischofsheim. In dem rund 4,8 Hektar großen Areal wurde die noch unbebaute 1,5 Hektar große Fläche für 1,36 Millionen Euro erschlossen und somit für die Ansiedelung von Unternehmen vorbereitet. Mit dem Karosserie- und Lackierzentrum Taubertal gibt es bereits den ersten Interessenten. Der Betrieb hat mit der Gemeinde Königheim schon eine Reservierungsvereinbarung abgeschlossen.

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Durch die Erschließungsarbeiten entstand eine rund 2200 Quadratmeter große Verkehrsfläche. Eingebaut wurden ein 240 Meter langer Regen-, ein 260 Meter langer Schmutzwasserkanal sowie 250 Meter Wasserleitung. Bewegt wurden zirka 6000 Kubikmeter Erde, wobei ein Teil davon neben 3100 Kubikmetern Schotter wieder eingebaut wurde.

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Ein Stein dürfte Bürgermeister Ludger Krug sowie den Ratsmitgliedern vom Herzen gefallen sein, als der in der Mediation ausgehandelte Kompromissvorschlag zum Thema Windenergie auch von der ZEAG angenommen wurde. Der Konflikt zwischen dem Unternehmen und der Kommune schwelte schon seit geraumer Zeit. Was war passiert? Die ZEAG hatte gemeinsam mit der Gemeinde 19 Windkraftanlagen auf den Gemarkungen Pülfringen und Brehmen geplant. Auf Druck der Bevölkerung nahm der Gemeinderat dann aber Abstand von der Planung und verhinderte durch die Änderung des Flächennutzungsplans das Vorhaben der ZEAG. So war nur noch die Errichtung von drei Anlagen möglich. Hierauf reichte die ZEAG eine Normenkontrollklage gegen die Gemeinde Königheim ein. Sie hatte schon rund 1,5 Millionen Euro in die Planung investiert und wollte Entschädigung.

Der Kompromiss sollte zwischen den 19 Anlagen der ursprünglichen Planung und den drei genehmigten Anlagen liegen. Letztendlich einigte man sich in der Mediation darauf, dass drei Anlagen in Brehmen und drei in Pülfringen gebaut werden. Um die Bewohner der beiden Ortschaften nicht noch mehr zu belasten, sollen zwei weitere Anlagen im nördlichen Gemeindegebiet in Richtung der Windparks Külsheim und Dittwar gebaut werden. Voraussetzung ist, dass es keine rechtlichen Hindernisse gibt, etwa aus naturschutzrechtlicher Sicht. Sollte dies der Fall sein, fühle sich die ZEAG dennoch an die Kulisse gebunden und lasse die Klage fallen. Zusätzlich prüft die Gemeinde Königheim, ob eine Photovoltaik-Freiflächenanlage auf Gemarkung Brehmen realisierbar sei.

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Grünes Licht gab der Gemeinderat für die zweite Photovoltaik-Freiflächenanlage bei der Schwarzfeld-Siedlung.

Das Jahr 2021 war weiterhin durch eine rege Bautätigkeit im Wohngebiet „Ritterberg II“ geprägt. Selbst die durch die Erweiterung neu geschaffenen Bauplätze erfreuen sich großer Beliebtheit. Es gibt mehr Interessenten als Bauplätze.

Aber auch im gemeindlichen Leben gab es eine Veränderung. Aufgrund der Beschwerde eines Anwohners muss die Kirchturmuhr nachts zwischen 22 und 6 Uhr stumm bleiben. Messungen hatten ergeben, dass der Uhrenschlag den vorgegebenen Höchstwert überschreitet. Deshalb fällt der Uhrenschlag künftig in der Nacht aus.

Fortschritte machte die Sanierung des Bettendorffschen Schlosses in Gissigheim. Die Einwohner des Königheimer Ortsteils packen nicht nur kräftig zu, sondern zeichnen sich auch durch große Spendenbereitschaft aus. So erstrahlt das historische Gebäude in neuem Glanz und.

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Einen großen Festtag für die Pfarrgemeinde und den ganzen Ort Pülfringen gab es im Oktober. Als Höhepunkt und Abschluss der Renovierungsarbeiten weihte Erzbischof Stephan Burger den neuen Zelebrationsaltar in der Pfarrkirche St. Kilian.

Im April 2019 hatten Unbekannte in dem Gotteshaus an drei Stellen Feuer gelegt. Zwar verhinderte das schnelle Eingreifen der Feuerwehrleute Schlimmeres, eine Renovierung des Innenraums war dennoch notwendig geworden.

Trotz der angespannten finanziellen Lage konnte die Pfarrgemeinde im Oktober 2020 mit der Innenrenovation beginnen. Nach genau einem Jahr waren die Maßnahmen abgeschlossen.

Der Chorraum ist neu gestaltet, Altar und Ambo sind neu errichtet, auch ein barrierefreier Zugang ist jetzt möglich. Besonders erfreulich: Die Kosten blieben im Rahmen. Die veranschlagten 311 000 Euro werden von der Diözese mit 124 400 Euro bezuschusst.

Nach einer Beschwerde durch einen Königheimer Bürger muss die Kirchturmuhr nachts stumm bleiben. © Susanne Marinelli

Die Pfarrgemeinde muss 186 600 Euro aus Eigenmitteln und Spenden aufbringen. Mehr als 40 000 Euro kamen zusammen. Bei nur 529 Katholiken im Ort ist das beachtlich, lobte Pfarrer Franz Lang.

Ende Januar wurde ein Teil der Bürger in Königheim aus ihrer Wochenend-Routine gerissen. Sie saßen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen. Aufgrund eines „ziemlich großen Rohrbruchs“ (Bürgermeister Ludger Krug) an der Hauptwasserleitung an der Ecke Tauberbischofsheim Straße/Dr. Bechtold Straße in Königheim am späten Nachmittag war die Wasserversorgung für mehrere Stunden lang unterbrochen.

In der Verwaltung hat Carmen Frank ihre Arbeit als Hauptamtsleiterin aufgenommen und Nico Keller abgelöst.

Eine erste Weichenstellung erfolgte in puncto Radwege. Der Gemeinderat hat eine Arbeitsgruppe zusammengestellt, die sich um den Radwegausbau und die -sanierung kümmern soll.

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Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter der Main-Tauber-Kreis-Redaktion, Schwerpunkte auf den Kommunen Königheim und Tauberbischofsheim.

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