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Liederabend

Viele Ständchen zum Jubelfest

Unter dem Motto „Zu Gast bei Freunden“ feierte der Gesangverein Liedertafel seinen 100. Geburtstag

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feu
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Der Gesangverein Liedertafel beim Liederabend anlässlich seines 100. Geburtstags in der Stadthalle. © Ulrich Feuerstein

Grünsfeld. Vor 100 Jahren gründeten sangesfreudige Männer den Gesangverein Liedertafel. Das Jubiläum begingen die Sänger mit einem Liederabend in der Stadthalle. Unter dem Motto „Zu Gast bei Freunden“ wirkten außerdem der Katholische Kirchenchor Grünsfeld und der Männergesangverein Eintracht Krensheim mit.

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Historie und Gegenwart besitzen erstaunliche Parallelen. Krisen und Krieg bestimmten das Gründungsjahr der Liedertafel 1922. Und das tun sie auch heute. Darauf wies Hans Rackl hin. Der Vorsitzende, dessen Beharrlichkeit es zu verdanken war, dass das Jubiläum überhaupt gefeiert werden konnte, unternahm einen Streifzug durch Vergangenheit und Gegenwart des Männergesangvereins. „Höhen und Tiefen“ habe man durchgemacht. Mit Sorge blickte Rackl in die Zukunft. Während das Durchschnittsalter der Sänger steige, fehle der Nachwuchs. Der Vorsitzende gab sich kämpferisch. So lange wie möglich wolle man das Singen in der Gemeinschaft pflegen.

Joachim Markert gratulierte im Namen der Kommune. Der Bürgermeister lobte den Idealismus der Sänger. Mit ihren Darbietungen seien sie beste Botschafter Grünsfelds. Das Stadtoberhaupt nannte eine Reihe von Gründen, in einem Chor zu singen. „Wer singt, gestaltet Kultur“, erklärte Markert. Singen schenke Freude und sei gesundheitsfördernd.

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Seit fast 50 Jahren bestehen gute Kontakte zwischen den Chören von Grünsfeld und Leuchtenberg. Zum Jubiläum waren die Sangesfreunde aus der Oberpfalz mit einer Gastabordnung gekommen. Deren Vorsitzender Josef Varnhold betonte in seinem Grußwort den Wert der Freundschaft.

Freundschaftliche verbunden sind die Grünsfelder Sänger auch mit den Kollegen aus Tauberbischofsheim und Krensheim. Berthold Keller und Kurt Kordmann wünschten dem Jubiläumsverein und seinen Mitgliedern alles Gute. Pfarrerin Laura Breuninger gratulierte seitens der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden. Musikalische Geburtsgrüße übermittelten die Allersheimer Musikanten per Videobotschaft.

Gesungen wurde natürlich auch beim Liederabend. Mit Dieter Frommlets „Willkommenslied“ eröffnete der Männergesangverein unter der Leitung von Andrea Müller-Köhler den Liederabend. Der Text war programmatisch zu verstehen. „Melodien sollen uns verbinden“, heißt es darin. Und: „Harmonie soll in alle Herzen finden.“

Die Freiheit der Gedanken betonten die Sänger in dem gleichnamigen Lied nach dem Gedicht von Hoffmann von Fallersleben. Mit Rudolf Deschs „Abendfrieden“ skizzierten sie musikalische Bilder von meditativer Ruhe und Frieden nach dem geschäftigen Treiben des Tages.

Zum Geburtstagsfest lädt man sich Freunde ein. Den Katholischen Kirchenchor zum Beispiel. Die ebenfalls von Andrea Müller-Köhler geführte Chorgemeinschaft wechselte gekonnt die musikalischen Genres. Die Sängerinnen und Sänger besangen zunächst religiöse Aspekte.

„Alles ist Gnade“ versicherten sie mit dem zum Kanon vertonten baltischen Hausspruch. Dass auch der Schatten Gnade sein soll, kann zum Widerspruch reizen. Solches Vertrauen gehört aber zum Kern eines Glaubens, der sich den Widersprüchen der Erfahrung stellt. „Alta Trinita“ war ein polyphoner Lobpreis der Heiligen Dreifaltigkeit.

Der Kirchenchor kann aber auch anders. Mit Salieris „Vivat diesem Chore“ stimmten die Sängerinnen und Sänger ein Loblied auf den Jubiläumsverein an. Mozarts „Dieser Tag, an dem vor Jahren“ war ein gesungenes Geburtstagsständchen, verbunden mit dem Wunsch auf weitere Jahre ungetrübten Glücks.

Der Männergesangverein „Eintracht“ Krensheim ist das Patenkind der „Liedertafel“. Was lag näher, als ein Hohelied auf die Freundschaft zu singen. Glück – das wissen die Männer um Dirigent Kurt Meyer nur zu genau – kann eigentlich nur im Singen liegen. „Lieder sind die besten Freunde“, hieß es deshalb im gleichnamigen Lied von Ralph Siegel. Ein Loblied auf die Musik stimmten die Chormitglieder mit Robert Papperts „Viva la musica“ an.

Die Sänger schlugen aber auch nachdenkliche Töne an. Mit Peter Brettners „Ich bin kein Bajazzo“ erinnerten sie an die Wechselhaftigkeit des Glückes. Robert Papperts „Glocken der Heimat“ vermittelten eine feierlich-getragene Stimmung.

Am Ende des Liederabends gaben die Sänger der Liedertafel dem Publikum noch musikalische Ratschläge mit auf den Heimweg. „Beginn den Tag mit einem Lied“, lautete der Gute-Laune-Tipp. Hochprozentiges kann auch hilfreich sein. Mit einem Augenzwinkern trugen die Sänger das Scherzlied über den „Krambambuli“ genannten Wachholderschnaps vor. feu

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