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Kunst

Letzte Ausstellung in der Galerie Kirchner in Grünsfeld

Werke der im vergangenen Jahr verstorbenen Künstler Klaus Kirchner und Willi Grimm sind letztmalig in der Grünsfelder Galerie Kirchner zu sehen. Die Vernissage von "LebensZeichen" ist am 24. September.

Von 
Diana Seufert
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Letztmals öffnet die Galerie Kirchner in Grünsfeld zu einer Ausstellung. Ingrid Kirchner zeigt dabei Werke ihres Mannes Klaus sowie des Kleinrinderfelders Willi Grimm, die beide in den letzten Monaten gestorben sind. © Seufert

Grünsfeld. Kunst war die große Passion von Klaus Kirchner. Als Galerist hat er sich zusammen mit seiner Frau Ingrid einen Namen in der Region und darüber hinaus gemacht. Viele Künstler nutzten diese Plattform, zeigten ihre Werke in Grünsfeld.

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Nach dem Tod ihres Mannes im vergangenen November hat Ingrid Kirchner nun eine letzte Ausstellung in den Räumen konzipiert. Im Mittelpunkt stehen Werke von Klaus Kirchner aus seinem langjährigen Schaffen. Ergänzt werden die großformatigen Bilder durch Stein- und Metallplastiken des Kleinrinderfelders Willi Grimm, der im April 2022 gestorben ist. Das Schaffen der beiden Künstler wird Gunther Schmidt vorstellen.

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Abstraktes, nur selten Figürliches hat Klaus Kirchner auf die Leinwand gebannt. Der ehemalige Kunsterzieher an der Riemenschneider-Realschule und dem Schulzentrum am Wört in Tauberbischofsheim hatte seinen ganz eigenen Stil entwickelt. Ganz so wie die Künstler, die in der Galerie zu Gast waren.

Fast 25 Jahre lang haben die beide Idealisten spannende Werkschauen gezeigt. 1996 war Konrad Franz der Erste, dessen Holzplastiken noch heute auf den Treppenstufen des Hauses von diesem Start zeugen. Gegründet hatte das Ehepaar die Galerie, weil Klaus Kirchner die Malerei fehlte und er im neuen Haus genügend Platz fand. Weit mehr als 100 Ausstellungen wurden danach organisiert. Mehrere Fotoalben mit Bildern halten die Erinnerung daran lebendig. Wichtig war den beiden Galeristen, dass die Künstler ihre eigene Technik entwickelt haben. „Innovativ müssen sie sein“, hatte Klaus Kirchner vor Jahren im FN-Gespräch deutlich gemacht. Und während er die Künstler nach rationalen Aspekten „mit dem Kopf“ aussuchte, stand bei Ingrid Kirchner eher das Bauchgefühl im Vordergrund. Aber einig waren sich die beiden immer.

„Wir haben viele tolle Künstler kennen gelernt, authentische Menschen, von denen die Welt mehr bräuchte. Es sind sehr viele Freundschaften entstanden“, blickt Ingrid Kirchner dankbar zurück. Und sie fügt an: „Klaus fehlt, sein Fachwissen aus der Akademiezeit, seine Art, mit den Menschen umzugehen.“ Deshalb habe sie sich entschlossen, die Galerie nach seinem Tod nicht mehr allein weiter zu betreiben und folglich zu schließen. „Jede neue Ausstellung wäre ein neuerliches Erleben des Verlustes.“ Und: „Ohne seine Persönlichkeit ist die Galerie nicht mehr die alte.“

Überraschungsrollen

Nur noch einmal sollen die Räume Kunst zeigen. Die ehemalige Galeristin will sich von mehr als 50 Werken trennen. Darunter sind auch rund 30 Leinwände, die sie einfach nur zusammengerollt hat. „Überraschungspakete“ nennt sie dies, denn die Käufer dürfen erst nach dem Erwerb einen Blick darauf werfen. Zudem hängen in den Räumen in der Abt- Wundert-Straße weitere großformatige Acryl- und Ölgemälde. „Manche stammen noch aus seiner Zeit an der Kunstakademie bei Dieter Krieg.“ Ingrid Kirchner vergleicht einige der Arbeiten mit denen eines Suchenden und verweist auf ein Zitat von Ferdinand von Schierach aus dessen Buch „Nachmittage“: „Alle Kunst entsteht daraus, dass sich der Künstler der Welt unsicher ist“, schreibt Schierach über die Unsicherheit der Künstler. Ingrid Kirchner findet, dass diese Zeilen ihren Mann sehr treffend definieren.

Gerne hätte ihr Mann noch das 25-jährige Bestehen der Galerie 2021 gefeiert, die in ihren Augen für Grünsfeld und die Region sehr befruchtend gewesen sei, weiß die 70-Jährige. Nun organisiert sie für ihn die letzte Ausstellung. Froh und dankbar ist sie für die Hilfsbereitschaft all derer, die mit der Galerie verbunden waren.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz

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