Gemeinderat

Ärztehaus in Gerchsheim nimmt Gestalt an

Viele Bebauungsplanaufstellungen und Vergaben prägten die Sitzung. Umfangreiche Tagesordnung

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Matthias Ernst
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Von außen kann man schon gut erkennen, wie die Gestaltung des zukünftigen Ärzte- und Seniorenhauses in Gerchsheim aussehen soll. Nun geht es an die Vergabe des Innenausbaus für den Gemeinderat. © Matthias Ernst

Gerchsheim. Beim Umbau des ehemaligen Gerchsheimer Kindergartens St. Anna in eine Seniorenwohnanlage mit Ärztehaus geht es langsam an den Innenausbau. Während man außen schon erkennen kann, wie die spätere Gestaltung aussehen wird, vergab der Gemeinderat Arbeiten im Inneren. Speziell beschäftigte man sich mit der Ausschreibung der Heizungs- und Sanitärarbeiten.

Für die Heizungsarbeiten lagen zwei Angebote vor, wobei die Firma Wilhelm aus Waldbrunn mit knapp 137 000 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte. Damit lag man aber noch immer rund 10 000 Euro unter der Kostenschätzung.

Bei der Vergabe der Sanitärarbeiten allerdings lag das wirtschaftlichste Angebot um rund 80 000 Euro über der Schätzsumme. Auch diesen Auftrag erhielt die Firma Wilhelm zu einer Angebotssumme von gut 198 000 Euro.

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Die Preissteigerung, so argumentierte Bürgermeister Johannes Leibold, sei der allgemeinen Marktsituation geschuldet. Man könne natürlich das Angebot ablehnen und neu ausschreiben, aber ein günstigeres Angebot sei nicht zu erwarten.

Dem stimmte Heiko Wülk zu, denn gerade die Preise für Sanitärarbeiten seien im vergangenen Jahr enorm gestiegen. Manfred Wörner bedauerte, dass keine einheimische Firma die Aufträge erhalten habe. Die hatten sich nicht beworben, so der Bürgermeister. Mehr wollte er zu diesem Thema nicht sagen. Und so stimmte der Gemeinderat im Vereinsraum der Festhalle in Gerchsheim einstimmig für die beiden Vergaben.

Die weiteren Tagesordnungspunkte gingen um reine Verwaltungstätigkeit und untermauerten den Eindruck, dass in der Gesamtgemeinde Großrinderfeld viel investiert werden soll in nächster Zeit.

So ging es beim Bebauungsplan „Beund/Zündmantel“ in Großrinderfeld um die Ausweisung eines neuen Baugebietes am Ortseingang von Tauberbischofsheim kommend mit voraussichtlich 58 Bauplätzen sowie eines Sondergebiets für den Einzelhandel. Das Plangebiet liegt am westlichen Ortsrand und umfasst eine Fläche von rund 5,3 Hektar.

Bei einem Ortstermin und in Gesprächen mit dem Ortschaftsrat hatte man sich ein umfassendes Bild der Situation gemacht und die angesprochenen Verbesserungen eingeplant. So soll es an der L 578 eine geschlossene Bebauung mit mindestens zwei Geschossen geben, im hinteren Teil sind auch mehr Geschosse zulässig, um den Mietwohnungsmarkt anzuregen.

Wunsch nach Kreisverkehr

Der Ortschaftsrat, so Ortsvorsteher Walter Lutz, wünsche sich zudem einen Kreisverkehr am neuen Ortseingang. Dem will sich Bürgermeister Leibold nicht verschließen. Aber er bat darum, zuerst den Bebauungsplan auf den Weg zu bringen und dann Kontakt mit dem Landkreis aufzunehmen. Denn die Landstraße ist im Besitz des Landes Baden-Württemberg. Ralf Schieß gab bei den Gebäudehöhen zu bedenken, dass man an die Normhöhen der Fertighausbauer denken solle, damit man nicht wieder so viele Befreiungen benötigt, wie beim Baugebiet „Knauer II“ in Gerchsheim.

Auch dieser Aufstellungsbeschluss fiel einstimmig, ebenso wie der Beschluss zur Beauftragung einer Schallemissionsuntersuchung in diesem Gebiet. Es sollen rechnerisch die von der L 578 im Bebauungsplangebiet ausgehenden und zu erwartenden Verkehrslärmimmissionen in den Beurteilungszeiträumen Tag und Nacht ermittelt werden.

Ein weiterer Bebauungsplan wurde in Auftrag gegeben, dieses Mal in Gerchsheim. Das Areal „Winterwiesen“ soll als Mischgebiet neu geordnet werden. Vielen Einheimischen ist der Bereich eher als „Gänsgarten“ bekannt, aber die richtige Flurbezeichnung aus dem Grundbuch laute Winterwiesen, so Bürgermeister Leibold. Der Aufstellungsbeschluss fiel ebenfalls einstimmig, wie für die Veränderungssperre in diesem Gebiet.

Diskussion um Solarpark

Nicht ganz so geschlossen zeigte sich der Gemeinderat beim Bebauungsplan „Solar Schafäcker“ in den Ortsteilen Schönfeld und Ilmspan. Vor allem Ralf Schieß war nach wie vor der Meinung, dass hier viel zu gute Böden für die Energieerzeugung verbraucht werden, was scheinbar noch weitere Gemeinderäte so sahen. Jedenfalls gab es mehrere Gegenstimmen und Enthaltungen bei der Billigung der Einwände der Träger öffentlicher Belange.

Wasserzweckverband

Der Gemeinderat beauftragte die Verbandsvertreter der Grünbachgruppe, den Jahresbericht 2021 des Zweckverbandes Wasserversorgung Mittlere Tauber zu genehmigen. Das imperative Mandat verpflichtet die Vertreter jetzt, so abzustimmen.