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Mozartfest - WDR Sinfonieorchester begeistert

Musik ging unter die Haut

Von 
Klaus Linsenmeyer
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Klaviertrios mit Orchester füllten das Programm des Konzertes mit dem WDR Sinfonieorchester unter Reinhard Goebel beim Würzburger Mozartfest. Johann Christian Bachs Sinfonia concertante für Oboe, Violine, Violoncello, Klavier und Orchester B-Dur eröffnete den Abend im Kaisersaal der Residenz. Diese anspruchsvolle Komposition bindet den Orchestersatz und die finessenreiche Solotextur der Instrumente auf stringente Weise ein, und die Vielfalt der farblichen Valeurs zeigte sich keinen Augenblick eingeengt. Es folgten Ludwig van Beethovens Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester op.56 „Tripelkonzert“, nach der Pause Jan Vaclav Voriseks Grand Rondeau Concertant für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester D-Dur op.25, abschließend die Chaconne KV 367/1 aus der Ballettmusik zur Oper „Idomeneo“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Alle diese Werke strahlen einen eminent spielerischen Ehrgeiz aus, der von den Musikern mühelos auf die Instrumente übertragen wurde. Manuel Bilz, Oboe, Sarah Christian, Violine, Maximilian Hornung, Violoncello und Herbert Schuch am Klavier bereiteten ein Musiziervergnügen, das unter die Haut ging.

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Goebel dirigierte das WDR Sinfonieorchester mit ungebrochenem Temperament, konzentriert auf die Durchführungen der abwechslungsreichen Musik bezogen, ein Klangbild hervorrufend, welches homogen das gesamte Orchester erfasst hatte. Beethovens Tripelkonzert meisterten die Musiker in höchster Präsenz als gleichgesinnte Partner, die kraftvoll ungestüme Momente und wunderschön intonierte ruhige melodische Abschnitte mit uneingeschränkter Hingabe herrlich balanciert auskosteten. Ein bewegliches, eloquent und sensibel agierendes Konzertieren blieb durchweg gewährleistet. Die drei Solisten waren gut besetzt, umso mehr konnte Beethovens Idee von der Potenzierung künstlerisch außergewöhnlicher Individualitäten und Kräfte im Spannungsfeld mit dem Orchester zur Wirkung kommen.

Eine befreiende Unterhaltung boten die Kompositionen von Johann Christian Bach und Jan Vaclav Vorisek, dem tschechischen Komponisten, der in Wien Beethoven kennen gelernt hatte. Solisten und Dirigent hielten die Zuhörer bei guter Laune. Reinhard Goebel zeichnete Verläufe klar, markierte Gegensätze schroff, ließ arios und burschikos aufspielen.

Mit enormem Furor musizierte das Orchester Mozarts Chaconne, verstanden sie als einen militärisch heftig fortschreitenden Marsch, gepeitschte Akzente radikal unterstreichend. Auch Voriseks Rondo bewegte sich nicht auf Samtpfoten, ließ ein gelegentliches Durchschlagen von dezidierter Schärfe oder spontaner Emotionalität nicht außer Acht.

Freier Autor

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