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Regionalliga Bayern

Sonderlob für Saliou Sané

Durch den Sieg gegen den 1. FC Schweinfurt sind die Kickers wieder an Unterhaching dran

Von 
Steffen Krapf
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Saliou Sané und Schweinfurt – das passt. Der 30-Jährige erzielte im Derby drei Treffer. © Frank Scheuring

Am Freitagabend um kurz nach 21 Uhr bat ein Vereinsangestellter den Würzburger Kickers-Cheftrainer Marco Wildersinn noch einmal zur Fankurve zu laufen. Die Kickers-Fans wollten den Mann sehen, der für den sportlichen Erfolg mit hauptverantwortlich ist. Es war eine Premiere für den 41-Jährigen, bislang hat er das Feiern mit den Fans seinen Spielern überlassen. Nach dem berauschenden 5:2-Auswärtssieg im Derby gegen den Erzrivalen FC 05 Schweinfurt, konnte er den Fans den Wunsch aber nicht absprechen.

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„Das ist absolut geil. Das macht voll Spaß, so kann es weitergehen“, sagt Wildersinn angesprochen auf die Emotionalität, die er jetzt als Kickers-Trainer erfährt im Vergleich zu seiner Zeit vorher bei den zweiten Mannschaften der TSG Hoffenheim und des Karlsruher SC, wo sich zu den Spielen allenfalls ein paar Spielereltern verirrten, wie der Fußballlehrer sich erinnert. Über 3800 Zuschauer waren beim Derby im Schweinfurter Sachs-Stadion, rund 1000 davon hielten es mit den Würzburger Kickers.

Sie bekamen ein wildes, ein für Regionalliga-Verhältnisse über Strecken fast spektakuläres Duell geboten. Die Schweinfurter erwischten einen bärenstarken Start. „Es war klar, dass sie loslegen wie die Feuerwehr“, meint der Kickers-Trainer. FWK-Torhüter Marc Richter hielt die Null fest. Mehrfach scheiterte die Heimelf, allen voran ihr kurzfristig noch fit gewordener Top-Torjäger Adam Jabiri am 22-jährigen Schlussmann. „Du brauchst alle Mann bei so einem Derby“, erklärte Wildersinn hinterher. In der Startelf war durchaus die ein oder andere kleine Überraschung dabei. Innenverteidiger Felix Göttlicher – erst in der Vorwoche von Drittligist Erzgebirge Aue ausgeliehen – feierte anstelle von Lukas Müller seine Startelfpremiere, Flügelspieler Fabrice Montcheu – seit dem dritten Spieltag durchweg Reservist – durfte für den zuletzt etwas schwächelnden Benyas Junge-Abiol ran und im Mittelfeld bekam „Arbeiter“ Dominik Meisel den Vorzug vor dem kreativeren Dardan Karimani.

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Im Endeffekt hat Wildersinn alles richtig gemacht. Die heikle Anfangsphase wurde dank eines starken Marc Richters unbeschadet überstanden, danach schlug der FWK eiskalt zu. Erst antizipierte Stürmer Saliou Sané einen schlecht getimten Rückpass der Schweinfurter Klasse auf seinem Weg zum 0:1, Meisel erhöhte kurz darauf auf 0:2. Den Anschlusstreffer Jabiris kurz nach der Pause egalisierten die Kickers durch Sanés zweiten Treffer, das 2:3 durch Zeller beantwortete Sané mit Tor Nummer drei. Für den 2:5-Endstand sorgte Mittelfeldstratege Maximilian Zaiser mit einem krachenden Distanzschuss unter die Latte. Der perfekte Schlusspunkt eines Klasse-Derbys.

„Sali war sensationell. Was der wegarbeitet, wie er sich in jeden Zweikampf reinhaut und dann macht er noch drei Tore“, so das Sonderlob des Trainers an Stürmer Saliou Sané. „Es freut mich für ihn besonders, weil er bislang etwas zu kurz kam, da wir ihn oft nicht mit den Bällen gefüttert haben, die er braucht.“ Der 30-Jährige, der in der Winterpause der Drittliga-Saison 2020/21 nach Würzburg wechselte, schraubt sein Torkonto nun auf sechs Treffer hoch. Tore in Schweinfurt scheinen ihm besonders zu schmecken. Schon beim 4:1-Pokalsieg gegen den FC 05 vergangenen April traf Sané im Doppelpack. „Es war noch einmal eine andere Anspannung als beim letzten Mal, weil die Saison mehr Spaß macht“, erzählt der Angreifer. „Da war heute alles dabei – der Sieg am Ende hoch verdient.“

Es war die perfekte Reaktion auf die 0:1-Heimniederlage am vorigen Spieltag im Spitzenspiel gegen die SpVgg Unterhaching. Im schlimmsten Fall hätte der Rückstand auf den Tabellenführer an diesem zehnten Spieltag auf fünf Punkte anwachsen können. Dank des Derby-Triumphes und der völlig überraschenden Unterhachinger 1:2-Heimniederlage gegen Aufsteiger SpVgg Hankofen-Hailing, sind die „Rothosen“ den Oberbayern aber wieder mit nur zwei Zählern Rückstand ganz nah auf den Fersen.

„Wir spielen einfach geilen Fußball“, findet Torjäger Sané. „Ich habe in wenigen Mannschaften gespielt, in der so eine harmonische Stimmung war und gleichzeitig so eine Spannung im Training dabei war.“ Der Neustart der Kickers läuft erfolgreicher als zu erwarten war. „Es geht in die richtige Richtung“, findet Sané. Die Würzburger Kickers sind ein Titelkandidat, daran gibt es spätestens seit der rauschenden Fußballnacht von Schweinfurt keinen Zweifel mehr.

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