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Anlaufstelle in Mosbach - Heidelberger Suchtberatung „Blaues Kreuz“ holt Eröffnung nach

Einweihung nach über zwei Jahren

Von 
Nadine Slaby
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Die Suchtberatungsstelle in der Mosbacher Ölgasse 5 wurde offiziell eröffnet. © Nadine Slaby

Mosbach. Sucht – ein kleines Wort, hinter dem sich doch so vieles verbirgt. Die meisten assoziieren beim Thema Sucht die Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol. Gesellschaftlich akzeptiert und eher unerkannt ist das Rauchen. Suchterkankungen finden sich jedoch auch im nicht-stofflichen Bereich. Glückspiel kann süchtig machen, ebenso wie das Internet, Sportwetten oder aber die reine Kauflust. Suchtberatungsstellen stellen sich diesen Erkrankungen entgegen.

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In der Mosbacher Ölgasse 5 wurde am vergangenen Freitag die dort bereits seit zwei Jahren ansässige Suchtberatung des Blauen Kreuzes Heidelberg, die zum Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche gehört, offiziell eröffnet. „Es war nicht ganz einfach“, meinte Matthias Schärr, Geschäftsführer der Suchtkrankenhilfe. Denn kaum hatte die Beratungsstelle ihre Türen geöffnet, wurden sie aufgrund von Corona auch schon wieder geschlossen. Zweieinhalb Jahre ist das nun her.

Bereits 785 Personen beraten

Trotzdem fanden in dieser Zeit 785 Menschen den Weg in die Beratungsstelle, wie Leiterin Dr. Martina Kirsch in ihrer Begrüßung ausführte. Davon seien 351 Menschen mehrfach zur Beratung, zur Therapie sowie zur Nachsorge gekommen. 434 Menschen habe man mit einem einmaligen, klärenden Kontakt helfen können. Darunter auch 100 Angehörigen suchtbetroffener Menschen.

Diese Hilfe und das „Ankommen“ der Suchtberatungsstelle in Mosbach sei nur aufgrund des guten Netzwerkes möglich gewesen, meinte Schärr. Dr. Kirsch betonte besonders die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis, namentlich die kommunale Suchtbeauftragte Angelika Bronner-Blatz. Die Grüße vom Landratsamt überbrachte der erste Landesbeamte Dr. Björn-Christian Kleih. Dekan Folkhart Krall begrüßte für die evangelische Kirche.

Nicht im Verborgenen sollte natürlich das Team bleiben, welches in Mosbach tätig ist. Und so stellte Kirsch „die Frau am Telefon“ Petra Tilg, sowie die therapeutischen Mitarbeiter Dunja Luptowitsch, Kathrin Hauth, Henriette Köhler sowie Ercan Efe kurz vor.

In einer zieloffenen Beratung wird mit Suchtkranken oder aber deren Angehörigen, die den Weg in die Beratungsstelle gefunden haben, geklärt, was nötig ist und was aktuell gebraucht wird. Dabei will das Team motivieren, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Durch die Vermittlung in Selbsthilfegruppen oder aber stationäre Therapieangebote bietet die Beratungsstelle Hilfe an. „Wir haben auch eigene ambulante Therapieangebote, hierfür sind aber gewisse Voraussetzungen nötig“, erklärt Dr. Kirsch.

Die Abhängigen müssen beispielsweise noch einer Arbeit nachgehen, schein einmal über einen längeren Zeitraum abstinent gewesen sei sowie über eine soziale Einbindung verfügen. Der häufigste Start in ein „Leben ohne Sucht“ sei jedoch eine stationäre Therapie, der eine ambulante folge. Die Beratungsstelle bietet hier auch Nachsorge Angebote an, um die Betroffenen „nicht unter der Käseglocke einer stationären Therapie“ verbleiben zu lassen. Des Weiteren bietet sie psycho-soziale Begleitung bei einer substitutionsgestützten Therapie an.

Nicht vergessen will man in der Beratungsstelle Kinder suchtkranker Eltern. Denn diese haben ein deutlich höheres Risiko, in Abhängigkeiten zu rutschen als andere Kinder. Für diese gibt es derzeit einmal im Jahr die Trampolingruppe. „Wir würden diese gern immer anbieten, aber noch hängt es an der Finanzierung“, erklärt Kirsch.In der Gruppe wird die Widerstandsfähigkeit der Kinder gestärkt und ihnen andere Möglichkeiten aufgezeigt. Unterstützt wird die Gruppe vom Landratsamt sowie der AOK. Bei einem kleinen Umtrunk hatten dann alle Gäste die Gelegenheit, die Räume der Beratungsstelle sowie deren Angebot in Gesprächen mit den Therapeuten sowie dargestellt auf Flyern und Plakaten näher kennenzulernen. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Tine Wiechmann.

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