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In der Alten Mälzerei - Mit Fördermitteln des Landes lud der Neckar-Odenwald-Kreis zur Auftaktveranstaltung der kommunalen Pflegekonferenz / Vernetzung der Akteure

Auftakt Pflegekonferenz: Kommunen und Kreise sind gefragt

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(ubr)
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Bei der Auftaktveranstaltung der kommunalen Pflegekonferenz wurde der Blick in die Zukunft gerichtet. © Ulla Brinkmann

Neckar-Odenwald-Kreis. Die Zahlen im Neckar-Odenwald-Kreis (NOK) sprechen für sich, und Landrat Dr. Achim Brötel sprach sie aus: „Unser Kreis wird 2030 zu den Landkreisen gehören, die den höchsten Anteil an Menschen über 80 aufweisen.“ 7,7 Prozent der Gesamtbevölkerung seien das. Und weiter: „Die Zahl der Pflegebedürftigen ist bei uns in den letzten zehn Jahren um sage und schreibe 75 Prozent gestiegen.“ Für den Landrat ist klar: „Das Thema Pflege in all seinen Facetten wird eines der ganz zentralen Zukunftsthemen auch für uns im Neckar-Odenwald-Kreis sein.“

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Grund und Anlass für die erste „Kommunale Pflegekonferenz“ (KPK) des NOK, auf der Dr. Brötel diese Zahlen nannte. Dass das Thema tatsächlich viele Facetten hat und mit dem Begriff „Pflegekonferenz“ etwas eindimensional beschrieben ist, auch das zeigte der Nachmittag in der Alten Mälzerei deutlich.

Geprägt ist er vom Stuttgarter Sozialministerium, das die Bemühungen in den Kommunen finanziell unterstützt, weil ihnen eine zentrale Bedeutung zukomme bei der künftigen Gestaltung von Pflegeangeboten vor Ort. Auch der NOK hat sich beworben und 60 000 Euro erhalten, mit denen unter anderem die KPK auf die Beine gestellt wurde.

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Austausch und Vernetzung

Rund 140 Teilnehmer waren gekommen, um „gemeinsam Zukunft zu gestalten“, so stand es als Motto über der Konferenz. Denn es gilt, durch Austausch und Vernetzung auf lokaler Ebene pflegerische Strukturen weiter auszubauen. Das kann ein Tagespflegeangebot ebenso sein wie Hilfe bei der Pflege daheim durch Angehörige, ein Wohngemeinschaftsprojekt ebenso wie ambulante Angebote. Welche persönlichen Erfahrungen Menschen in diesen Teilbereichen der Pflege, des Alterns machen, das erfuhren die Gäste aus erster Hand durch eine Podiumsdiskussion, die SWR-Rundfunk-Korrespondentin Friederike Kroitzsch moderierte.

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Die Akteure auf dem großen Feld der Pflege sind zahlreich, sie sind in den Kommunalverwaltungen, Verbänden, Seniorenräten, Pflegeeinrichtungen und -diensten, bei den Pflegekassen, unter den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen selbst, im Privaten sowie im großen Pool bürgerschaftlichen Engagements zu finden. Sie zusammenzubringen, ist das Anliegen der KPK.

Die erklärten Ziele gehen über rein Pflegerisches weit hinaus. Zur „gemeinsam gestalteten Zukunft“ gehört jedoch zunächst, Bedarfe festzustellen und daraus Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Neben kommunalen Beratungsstrukturen sollen Leistungsangebote im Landkreis koordiniert und altersgerechte Quartiere in den Städten und Gemeinden geschaffen werden.

Auf einem „Markt der Möglichkeiten“ präsentierten sich neun Akteure von der Altenhilfefachberatung (des Landratsamtes) über den Kreisseniorenrat bis zur Selbsthilfegruppe „gemeinsam stark NOK“. „Das Netz ist offen und soll weiter wachsen“, wünschte sich Achim Brötel. Ideen und Anregungen konnten auf bereit liegenden Evaluationsbögen notiert werden.

„Wir brauchen die ganze Truppe“, unterstrich auch Sozialplanerin Katrin Friedrich das Anliegen der KPK als Plattform. Das Thema Pflege sei so komplex, dass es von Einzelnen nicht gelöst werden könne. Mit einem (mittlerweile drei Mal erschienenen) Newsletter mit dem Titel „Pflege aktuell“ trägt der Fachbereich im Landratsamt einen weiteren Baustein bei. Sozialdezernentin Renate Körber sieht in der mehrmals (wegen Corona) verschobenen Auftaktveranstaltung den ersten, wenn auch nicht einzigen Schritt, mit dem sich der Landkreis im Bereich der Altenhilfe gut aufstelle. „Wie unterschiedlich die Perspektiven sind, hat mir die lebendige Diskussion im Podium gezeigt.“

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Dort hatten neben Landrat Brötel und Franz Müntefering drei Frauen Platz genommen. Jede trug einen eigenen Aspekt bei zu den Fragen um das Thema Alter – mit und ohne Pflege. Angelika Griem pflegt seit Jahren ihren demenzkranken Mann daheim und weiß sich durch finanzielle als auch tagespflegerischen Hilfen „ganz gut unterstützt“. Man müsse nicht steinreich sein, um das zu schaffen. Renate Baudy ist – nach mehrjähriger Planungszeit – zusammen mit zwölf anderen Menschen gerade in ein Wohnprojekt für gemeinsames Altern eingezogen. Der Henschelberghof in Mosbach hat im NOK Pilotfunktion. „Wir wollten und wollen eigenständige Entscheidungen treffen, das ist ein teures Privileg, aber wir wollen auch füreinander da sein.“

Cornelia Friedrich ist Geschäftsführerin des gleichnamigen ambulanten Pflegedienstes und plant nun, unterstützt durch die Gemeinde Schefflenz, einen Neubau mit Tagespflege, betreutem Wohnen und Stützpunkt für ihre ambulanten Dienste. „Die Idee ist, ältere und hilfsbedürftige Mitbürger so lang wie möglich in der eigenen Gemeinde zu versorgen.“ Diese Idee, die auch von den beiden Männern in der Runde ausdrücklich begrüßt wurde, sie lag der ersten Kommunalen Pflegekonferenz zugrunde. Ihr sollen weitere folgen. Ideen auch…. (ubr)

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