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Bei der kommunalen Pflegekonferenz - Franz Müntefering im Impulsvortrag

Franz Müntefering über's Älterwerden: „Laufen, lernen, lachen”

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Neckar-Odenwald-Kreis. Franz Müntefering, der frühere Bundesminister und Vizekanzler, hielt bei der kommunalen Pflegekonferenz einen Impulsvortrag „Älter werden in dieser Zeit“. „Das ist eine Aufgabe, die vor Ort gestaltet und deshalb unterstützt werden muss!“ Mit der ihm eigenen Klarheit und Prägnanz sagte Franz Müntefering auf dem Podium, was ihm zum Thema kommunale Pflegekonferenzen durch den Kopf ging. „Im Alter brauchst du das Meiste vor Ort.“

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Deshalb kann sich der Interessenvertreter der älteren Generationen vorstellen, die Kommunen mit einer „Altenstrukturpolitik“ zu beauftragen - ähnlich den Pflichtaufgaben für die Kitas und Schulen. „So wie es ein Erziehungsgeld (heute: Elterngeld) gibt, so sollte es auch ein Altenpflegegeld geben.“ Die Aufgaben, das Leben jenseits des Renteneintrittsalters, sie halten auch den ehemaligen SPD-Fraktions- und Bundesvorsitzenden, Vizekanzler und Bundesminister fit.

Franz Münterfering hielt einen Impulsvortrag. © Ulla Brinkmann

Seit sechs Jahren ist er Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). Als solcher war er nach Mosbach zur ersten KPK gekommen, die Kontakte hatte SPD-Kreisrätin Dr. Dorothee Schlegel geknüpft. In zwei Monaten wird er 82 Jahre alt und findet es kurios, dass Ältere nach gängiger Auffassung jünger sind als Alte…

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Rund 40 Minuten stand er am Rednerpult und redete (etliche Fakten und Zahlen einstreuend) frei weg, was ihm zum „Älterwerden in dieser Zeit“ einfällt. Das ist der Titel seines 2019 erschienenen Buches, in dem auch noch das Wörtchen „Unterwegs“ vorkommt, welches für Beweglichkeit steht – Beweglichkeit der körperlichen wie geistigen Art. Und das wiederum führt zu der knappen Empfehlung, die „Münte“ für seine Altersgenossen wie Jüngere hat: „Drei L: Laufen, Lernen, Lachen!“ Denn die vielen Jahre ab dem Renteneintritt „kannste nicht nur den Tank leer fahren.“ Man müsse sich zum Älterwerden und Altsein auch bekennen, aber Bedürftigkeit nicht herbeireden. „Man muss gern älter werden.“

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Kann man sich aufs Alter vorbereiten? Analysieren, was ist, sich fragen und sich auseinandersetzen, reden und dann handeln. „Handeln musst du. Alles hat Wirkung, auch was du nicht machst.“ Dem Miteinander, dem Austausch räumt Franz Müntefering breiten Raum ein, das passt zum Ziel der KPK. Den Veranstaltern und Akteuren zollte der Gast Respekt: „Dass Sie sich da kümmern, zeigt: Man soll und kann sich vorbereiten.“ Auch dieser Satz: „Nachmachen ist erlaubt, man muss nicht alles neu erfinden.“ Aber auch von Korrekturen war die Rede in Münteferings Vortrag. Dass bei der Einführung der Pflegeversicherung Mitte der 1990 Jahre Demenz nicht zur Definition von Pflegebedürftigkeit zählte, habe man ändern müssen. Heute sieht er: „Auch nach Corona werden wir nachsteuern müssen in den Heimen mit den großen Sälen und den engen Gängen.“

Und: „Dass Menschen beim Sterben isoliert sind, das darf es nicht (wieder) geben.“ Für die Aussage erhielt der prominente Gast spontanen Applaus. (ubr)

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