Rück- und Ausblick

Zukunft des Kindergartens „Allerheiligen“ hat Priorität

Mögliche Variante sieht Neubau neben der Grundschule in der Martin-Michel-Straße vor. 2022 lief nicht alles ideal

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Peter D. Wagner
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Das Areal für ein Sondergebiet „Wohnen und Pflege Oberer Effelter“ am Ortsrand in Unterwittighausen. © Peter D. Wagner

Wittighausen. Zunächst zwar noch durch die Coronakrise geprägt kehrte auch in der Gemeinde Wittighausen im Laufe des Jahres 2022 allmählich wieder Normalität ein. In einem Gespräch mit den FN blickte Bürgermeister Marcus Wessels auf wesentliche Punkte und Ereignisse in der mit rund 1700 Einwohnern kleinsten Gemeinde des Main-Tauber-Kreises zurück. Zudem gab er einen Ausblick auf 2023 und darüber hinaus in die Zukunft.

Trauer und Freude lagen in er ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahrs 2022 im Januar eng nebeneinander. Zum einen gedachte das Gremium mit Kummer dem Ratskollegen und stellvertretenden Bürgermeister, der kurz vor Weihnachten 2021 im Alter von 67 Jahren unerwartet verstorben war. Zudem würdigte Marcus Wessels nochmals die Jahrzehnte langen Verdienste Skazels für die Gemeinde Wittighausen als Ratsherr, Planer, beratender Ingenieur und in verschiedenen Ehrenämtern.

Zum anderen wurde der Rathauschef für seine zweite Amtszeit verpflichtet, nachdem er im zurückliegenden November als einzig verbliebener Kandidat die Bürgermeisterwahl in Wittighausen mit beachtlichen 88,8 Prozent wieder gewonnen hatte. Ebenfalls ein maßgeblicher Schritt in die Zukunft Wittighausens war die Zustimmung des Gemeinderats zur Auftragsvergabe für die Erschließung der neuen Gewerbegebiete „Wachtelland“ (3,5 Hektar) und „West“ (vier Hektar) auf Gemarkung Unterwittighausen.

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Inzwischen sind die Erschließungsarbeiten des insgesamt sieben Hektar großen Areals beendet und erste vorbereitende Baumaßnahmen durch die Firma „Wachtelland“ begonnen worden.

Auch für das Gewerbegebiet „Unterwittighausen West“ zeichne sich eine positive Entwicklung ab, da voraussichtlich ein lokales Unternehmen zwei Hektar erwerben werde, berichtete Wessels erfreut. Rückblickend nochmals heftige Kritik äußerte der Bürgermeister hinsichtlich der rund einjährigen Dauer, bis die Baugenehmigung seitens des Landratsamtes für das „Wachtelland“ erfolgt sei. Dadurch habe sich nicht nur der Baubeginn erheblich verzögert, sondern zusätzlich das kalkulierte Investitionsvolumen für das Unternehmen erhöht.

Während mittlerweile die Neubaugebiete „Am Bären“ in Unterwittighausen und „Am tiefen Weg“ in Oberwittighausen komplett ausverkauft sind, soll die Erschließung des Neubaugebietes „Oberdorf“ mit neuen Bauplätzen am Nordostrand in Vilchband im kommenden Jahr beginnen, sobald die dortigen Archäologieausgrabungen abgeschlossen sein werden. „Bis vor einiger Zeit rechneten wir damit, dass zeitnah weitere Bauplätze im Gemeindegebiet ausgewiesen werden sollten, jedoch warten wir aufgrund der aktuellen Krisen sowie Preis- und Zinsentwicklungen bis auf weiteres die zukünftigen Tendenzen und Nachfragen ab“, kündigte Wessels an.

Ernüchternd seien sowohl die geringe Rücklaufquote als auch die Ergebnisse einer Erhebung der Leerstände in den Ortsteilen ausgefallen. „Immerhin haben wir eine Wohnung für Flüchtlinge aus der Ukraine angeboten bekommen und belegen können“, resümierte er.

Per Beschluss des Bebauungsplans durch den Gemeinderat wurde der Weg für ein Sondergebiet „Wohnen und Pflege Oberer Effelter“ am Ortsrand in Unterwittighausen geebnet. Dort plant ein Investor einen Komplex mit insgesamt bis zu 100 Plätzen für Stationär-, Tages-, Kurzzeit- und Palliativpflege sowie betreutes Wohnen.

Ausblick

Als für die kommenden Jahre bestimmende Themen, Planungen und Projekte nannte Wessels insbesondere die Sanierung und Erweiterung oder ein Neubau des Kindergartens „Allerheiligen“ in Unterwittighausen sowie die Sanierung und Erweiterung der Grundschule in Unterwittighausen.

Eine mögliche Variante sieht den Neubau des Kindergartens gleich neben der Grundschule in der Martin-Michel-Straße vor, die infolgedessen zur Sackgasse umgewidmet werden müsste. Zugleich könnten sich bei dieser Lösung vorteilhafte Synergien zwischen Kindergarten und Grundschule ergeben. „Da wir nicht sicher wissen, wie sich bis in einigen Jahren die Kinderzahlen entwickeln, wäre bei einem entsprechend benachbarten Standort eine teilweise flexible Raumnutzung vorstellbar“, gab der Rathauschef zu bedenken.

Andererseits gehe es darum, die Weichen für zukünftige Planungen schon baldmöglichst zu stellen. „Wir brauchen konkrete Planungen in den ersten beiden Leistungsphasen, weil wir ansonsten keine Fördermittel beantragen und erhalten können“, betonte er. Daher werde demnächst zum Beispiel ein Konzept für eine eventuelle Nachnutzung des bisherigen Kindergartengebäudes erstellt. Beibehaltung des Veranstaltungssaals im Untergeschoss und unter anderem barrierefreies Wohnen in der oberen Etage, erläuterte Wessels als denkbare Alternativen.

Maßgebliche Vorhaben in Poppenhausen sind die Sanierung und Erneuerung des Wasser- und Abwassernetzes im gesamten Ortsteil. In Oberwittighausen startet 2023 die Errichtung eines neuen „Biozentrums“ im Gewerbegebiet „Am Katzenstein“. Für Vilchband beabsichtige man die Stellung eines Förderantrags zur Sanierung oder Erneuerung des Wasser- und Kanalnetzes.

Nach zweijährigen Pausen oder starken Einschränkungen aufgrund der Coronapandemie kam auch das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Gemeindegebiet wieder in die Gänge. Dazu zählten unter anderem das erfolgreiche Wittighäuser Weindorf im August, ein Jahreskonzert der Bläserjugend Wittighausen im November und der Wittighäuser Weihnachtsmarkt, der heuer rekordverdächtige Besucherzahlen zu verzeichnen hatte.

Höhepunkte waren die nachgeholten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Musikkapelle Vilchband mit einem bestens besuchten Festwochenende und einem Festkonzert in der Grundschulaula in Unterwittighausen. Im Januar steht eine erneute Saison mit mehreren Aufführungen der Theatergruppe „Dielegnatzer“ in Unterwittighausen bevor.