AdUnit Billboard
Rotkreuz Klinik

Wichtiger Faktor im Gesundheitswesen vor Ort

In Wertheim wurde die Ausstellung „150 Jahre Schwesternschaft München“ feierlich eröffnet.

Von 
Matthias Ernst
Lesedauer: 
Bei der Ausstellungseröffnung „150 Jahre Schwesternschaft München“ waren anwesend (von links): Krankenhausdirektorin Cornelia Krause, Erster Landesbeamter Florian Busch, Pflegebereichsleitung Liliana Monteiro Heinrich, Generaloberin Edith Dürr, Oberbürgermeister Marcus Herrera Torrez, Vorsitzender des Fördervereins Werner Thomann, SchulleiterStefan Holbert, Stellvertretende Schulleiterin Nataliya Monina, Geschäftsführerin Alexandra Zottmann, Anästhesist Dr. Stefan Dinkel © Matthias Ernst

Wertheim. Zur Eröffnung einer Ausstellung über 150 Jahre Schwesternschaft München im Bayerischen Roten Kreuz in der Rotkreuzklinik am Wertheimer Reinhardshof war die Generaloberin Edith Dürr persönlich angereist. Seit 14 Jahren engagiert sich die Schwesternschaft erst als Miteigentümerin und seit mehreren Jahren als Alleingesellschafter in der Wertheimer Klinik. Aktuell arbeiten in dem Haus 72 Rotkreuzschwestern, so Dürr. Die ganze Organisation, die vor allem in Süddeutschland aktiv ist und mehrere Häuser zur Gesunderhaltung, Ausbildung und Pflege betreibt, ist Mitglied im Verband der Schwesternschaften vom DRK in Berlin, zu dem 31 regionale Schwesternschaften zählen. Man sei gemeinnützig und immer dem Menschen verpflichtet.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Insgesamt 2500 Mitarbeiter

Insgesamt 2500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind bei der Schwesternschaft beschäftigt. Zu den von der Schwesternschaft betriebenen Kliniken gehöre auch eine Berufsfachschule für die Ausbildung von Nachwuchskräften, so die Generaloberin nicht ohne Stolz. Kurz vor Ausstellungsbeginn hatte sie noch einen Kurs mit 20 neuen Gesundheits- und Krankenpflegern beziehungsweise -pflegerinnen an der Wertheimer Rotkreuzklinik verabschiedet, von denen 14 in der Klinik bleiben und arbeiten werden.

„Der Wille zu helfen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und mit Tatkraft die Zukunft der Pflege zu gestalten, hat die Schwesternschaft München seit der Gründung des Vereins vor 150 Jahren geprägt“, begann Edith Dürr ihren Festvortrag vor geladenen Gästen in der Cafeteria des Krankenhauses am Reinhardshof. Wertheim sei zwar das jüngste Kind der Schwesternschaft, aber in den vergangenen Jahren habe man viel investiert, um den Standort zukunftssicher zu machen.

Mehr zum Thema

Rotkreuzklinik

Ausbildung in Wertheim: Gesundheits- und Krankenpflegende haben bestanden

Veröffentlicht
Von
mae
Mehr erfahren
Pflegekräfte

Lauterbach: «Wir brauchen ein Umdenken in der Klinikbranche»

Veröffentlicht
Von
dpa
Mehr erfahren
Gute Gesellschaft

Oberbürgermeister besuchte Seniorentreff

Veröffentlicht
Von
Birger-Daniel Grein
Mehr erfahren

Sie blickte aber auch auf Clementine von Wallmenich zurück, die als erste Oberin im Jahr 1872 der Schwesternschaft vorstand und „unsäglich viel für uns getan hat“. Entstanden ist die Schwesternschaft München auf Initiative der Königinmutter Marie von Bayern, welche die Krankenpflege nach dem deutsch-französischen Krieg 1870 professionalisieren wollte. Noch heute sei man mit dem Haus Wittelsbach eng verbunden, so Dürr. Die Schwesternschaft lebt eben ihre Tradition, zu der bis 1992 auch das Tragen einer Schwesternhaube gehörte oder bis in die Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gültige Verbot der Heirat von Rotkreuzschwestern.

Heute allerdings sei man ein moderner Arbeitgeber mit etwa 350 Auszubildenden pro Jahr. Dürr wies darauf hin, dass der erste Lehrplan für Krankenpflege von Clementine von Wallmenich erarbeitet wurde und in ganz Deutschland Verwendung fand, weil er so modern war. „Wir sind ein starker Frauenverein“, machte Dürr deutlich, dass man sich am Puls der Zeit befindet und etwas bewegen möchte. Die Schwesternschaft ist Teil des Bayerischen Roten Kreuzes, ist der Organisation aber nicht unterstellt. Man orientiere sich an den sieben Grundsätzen des Roten Kreuzes: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Das gelte sowohl für die Mitglieder als auch für die Beschäftigten in den 13 Gesundheitseinrichtungen.

„Wir haben uns etabliert“

Die Investitionen der letzten Jahre in Wertheim hätten gezeigt, dass „wir uns hier etabliert haben als Gesundheitsversorger in der Region“. Dürr sprach auch den Neubau der Kurzzeitpflege in unmittelbarer Nähe zur Klinik an, die dem Standort einen weiteren Schub geben werde.

Das sieht auch Cornelia Krause so, die seit drei Jahren als Krankenhausdirektorin vor Ort ist. Sie ist für etwa 340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig und stellte fest, dass die letzten beiden Jahre mit Corona eine enorme Herausforderung gewesen seien. Ausdrücklich dankten Krause und Edith Dürr dem scheidenden Anästhesisten Dr. Stefan Dinkel, der am 30. September in den Ruhestand gehen wird. Es sei ein würdiger Rahmen für eine kleine Verabschiedung, fanden die beiden Frauen und dankten ihm für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Klinik und die Menschen.

Die Ausstellung in der Cafeteria der Rotkreuzklinik ist zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen und vermittelt anhand mehrerer Schautafeln einen Einblick in die Geschichte der Schwesternschaft und das sich wandelnde Berufsbild der Krankenschwester in den letzten150 Jahren.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1