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Kommunalpolitik

Wertheimer SPD beleuchtet Gebietsreform

Von 
hpw
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Treue Mitglieder des Wertheimer SPD-Ortsvereins wurden geehrt: (sitzend, von links) Jutta Merkert, Wolfgang Stapf, Ingeborg Schulz, Ewald Dosch, Walter Link, Heinz Staubitz (stehend, von links) Wilfried Dengel, Patrick Schönig, Boris Kellner, Erich Kern, Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez, Edith Leis, Dr. Günther Heger, Reiner Schwing und Thomas Kraft. © H.-P.r Wagner

Wertheim. Zu einer Veranstaltung zum Thema „Gebietsreform und Kommunalpolitik in Wertheim von der Eingemeindung bis heute“ traf sich der Ortsverein Wertheim der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) am Sonntag im „Löwengarten“ in Bestenheid. Dabei wurden auch verdiente Mitglieder geehrt.

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Nach der Eröffnung durch den Ortsvereinsvorsitzenden Thomas Kraft verband Oberbürgermeister und SPD-Mitglied Markus Herrera Torrez die Gebietsreform und die Kommunalpolitik von der Zeit der Eingemeindungen bis heute mit einem Blick in die Zukunft. Die Gebietsreform sei aus heutiger Sicht der einzige richtige Weg, auch wenn es dafür nicht nur Befürworter gegeben habe, stellte der Redner fest.

Keine Glaskugel habe vorausgesagt, dass mehr als zwei Drittel seiner bisherigen Amtszeit ab dem 1. Mai 2019 bestimmt sein würden von den Auswirkungen einer Pandemie. Kaum habe man das Gefühl, diese zumindest vorläufig hinter sich lassen können, werde die Gewissheit einer europäischen Friedensordnung in Folge des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine erneut erschüttert. De Folgen seien noch nicht abzusehen. Stark steigende Energiekosten machten Privathaushalten oder Gewerbe zu schaffen und belasteten die Stadt. Herrera Torrez unterstrich, es seien die Menschen gewesen, die diese Stadt entwickelt haben. Und so werde es auch in den nächsten 50 Jahren sein.

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Der Redner ging der Frage nach, welche Menschen denn hier in Zukunft leben würden. „Einheimische, Zugezogene aus überteuerten Ballungsgebieten, Geflüchtete und eventuell welche aus weiteren Eingemeindungen“, gab er selbst die Antwort. Das Ziel bleibe also, ein wenig stetig zu wachsen und für diese Menschen Wohnraum zu schaffen. Diese könnten arbeiten in einem wachsenden Wirtschaftsstandort, jedoch sei das Flächenwachstum endlich.

Herrera Torrez sprach einen Paradigmenwechsel an. Wo es bisher Wachstum zulasten der Flächen und der individuellen Wohnraumlebensqualität gebe, sehe er zukünftig Wachstum in der Verdichtung. Die Frage sei auch, ob Arbeitskräfte für die Steigerung der Wirtschaftskraft zu finden seien. Der Redner führte zu den jeweiligen Punkten seiner Darlegungen verschiedene ortsbezogene Beispiele heran.

Damit die kleinen Menschen groß werden könnten, würden Investitionen in Erziehung und Bildung benötigt. Für Gesamt-Wertheim seien dies in diesem Jahrzehnt 100 Millionen Euro. Weiter bedürfe es des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen. Wertheim sei auf dem Weg zur Klimaneutralität in den nächsten Jahrzehnten, so Herrera Torrez.

Dieser sprach auch das soziale Leben und Zusammenleben der 23 000 Einwohner in den 15 Ortsteilen an. Er ging auf die Aspekte „Kultur“, „Vereinsleben“, „Sozioökonomie“ und „multikulturell“ ein. Herrera Torrez sagte, er habe die Zukunft Wertheims bewusst aus der Perspektive des Menschen gezeichnet. Es gehe darum, ob es dem Menschen in seiner Gesellschaft gut gehe.

Thomas Kraft bezeichnete die Gebietsreform als großes Ereignis der Geschichte. Sie beeinflusse bis heute sehr direkt das Zusammenleben in Wertheim. Er ging in seiner Betrachtung zurück bis zu den Herausforderungen der Nachkriegszeit und zur zweiten Hälfte der 1960er Jahre, in der es einen großen Drang nach Umbruch und Modernisierung gegeben habe. Um Verwaltungen modernisieren zu können, hätten zuerst die Verwaltungseinheiten Landkreise, Städte und Gemeinden festgelegt werden müssen. In Baden-Württemberg seien aus 63 Landkreisen 35 geworden, aus 3378 Gemeinden 1110. Die Eingemeindungen hätten Wertheim zum Mittelzentrum aufgewertet. Es sei festgestellt worden, dass die vereinbarten Zusagen eingehalten worden seien.

Zeitzeugen der Eingemeindungszeit berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen. Patrick Schönig übernahm dabei die Moderation. Teilnehmer der interessanten Gesprächsrunden waren Dr. Günther Heger, Ewald Dosch, Heinz Staubitz, Erich Kern, Ingeborg Schulz, Walter Link Reiner Schwing, Wolfgang Stapf und Edith Leiß. Sie alle berichteten von subjektiven und objektiven Erfahrungen, erzählten Geschichten aus der damaligen Zeit und lieferten zudem eine Reihe von Anekdoten.

Am jeweiligen Ende der Gesprächsdurchgänge ehrte Kraft seine parteipolitischen Mitstreiter. Dr. Günther Heger, Erich Kern, Ingeborg Schulz, Ewald Dosch, Wolfgang Stapf und Heinrich Staubitz wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft gewürdigt. Reiner Schwing und Edith Leiß für 40 Jahre. An den Ehrungen nicht teilnehmen konnten Gernot Schulz (60 Jahre dabei), Siegfried Geiger, Volker Peter, Wolfgang Garrecht, Dr. Horst Schmidt, Christiane Löwe (je 50 Jahre), Inge Pech (40 Jahre), Inge Schwab (25 Jahre), Brigitte Kohout und Nico Häffner (je zehn Jahre).

Wilfried Dengel verlas ein Grußwort von Andreas Stoch, Vorsitzender der SPD Baden-Württemberg. Außerdem ehrte er Thomas Kraft für 40 Jahre Mitgliedschaft in der SPD.

Dieser nannte in seinem Schlusswort die Gebietsreform „ein flächendeckendes Erfolgsmodell“.

Musikalisch umrahmten Emma und Simon Kraft die Veranstaltung mit Liedbeiträgen. hpw

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