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Werkrealschule Urphar-Lindelbach

„Urli“ aus Dornröschenschlaf geweckt

Dieter Fauth, Kommissarischer Leiter, verabschiedete sich von Schülern und Lehrern. Verdienter Pädagoge geht in den Ruhestand

Von 
Birger-Daniel Grein
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Inmitten seiner Schülerinnen und Schüler an der Werkrealschule Urphar-Lindelbach fühlt sich Dieter Fauth wohl. Nun geht er in den Ruhestand. Er hat in den letzten drei Jahren als kommissarischer Schulleiter viel für die Schule erreicht. © Birger-Daniel Grein

Urphar/Lindelbach. Dieter Fauth führt seit drei Jahren als kommissarischer Schulleiter die Werkrealschule Urphar-Lindelbach (Urli). Außerdem unterrichtet er zudem dort in den Klassen sieben bis neun. Für beides stehen im 50 Prozent Deputat als Abordnung zur Verfügung. Seit 1999 ist er Lehrer an der Comenius Realschule Wertheim und seit 2012 dessen stellvertretender Schulleiter. Zum Ende des Schuljahrs geht er in den Ruhestand. Am Montag verabschiedete er sich von Schülern, Kollegen und Partnern von Urli mit einem Eis und Dankesworten. Dabei erklärte er, es seien drei spannende Jahre gewesen und das erste Mal in seiner Berufslaufbahn an einer Hauptschule. Er zeigte sich glücklich und dankbar, die Schule zum Ende seiner Dienstzeit kennenzulernen. „Ich hoffe, ihr behaltet mich in genauso guter Erinnerung wie ich euch“, erklärte er.

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Erfolgreiche Wiederbelebung

In einer ausführlichen Presseinformation führten die Lehrer von Urli aus, was Fauth in seiner Zeit dort für die Schule geleistet hatte. „Er schaffte es Urli aus dem Tief der Schülerzahlen wieder herauszuholen, denn er startete mit viel Engagement, vielen neuen Projekten und Aktionen“, heißt es darin. Genannt wurde unter anderem die umfassende Öffentlichkeitsarbeit, wie die Internetseite der Schule (zusammen mit Ingo Ortel erstellt), die Berichte in der Tagespresse und die Präsenzen in den sozialen Medien. Außerdem sei Urli „Fair-Trade-Schule“ geworden.

Im technischen Bereich habe Fauth einen Medienentwicklungsplan erstellt, womit Anschaffungen über den Digitalpakt gefördert werden konnten. Großes Lob hatten die Lehrkräfte auch für Fauths Einsatz für die Berufsorientierung in allen Klassenstufen der Schule und die Gewinnung von Firmenpartnern dafür. Fauth sei auch für neues offen, wurde auf die tiergestützte Pädagogik mit Schulhunden in Urli verwiesen. Ebenso gelobt wurde sein Einsatz für die Lehrkräftegewinnung. „Er leitete Urli mit sehr viel Einsatz und weit hinaus über die Stunden, die er für die kommissarische Schulleitung erhielt.“

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Im Gespräch mit unserer Zeitung blickte Fauth auf seine Anfänge in Urli zurück. Nach dem Wechsel von Lothar Fink als letzter ständiger Rektor von Urli zur Gemeinschaftsschule sei er von der Schulbehörde angewiesen worden, die Leitung kommissarisch zu übernehmen, so Fauth. Er habe es als Herausforderungen gesehen und mehr Aufwand investiert, um die Probleme der Schule zu lösen. „Es war eine gute Zeit.“

Er sei mit den drei Jahren in Urli sehr zufrieden. „Wir sind zurück auf dem Markt der Wertheimer Schulen und werden wieder von allen anderen Schulen und der Öffentlichkeit wahrgenommen.“ Die Schüler kämen aus einem weiten Einzugsgebiet. Neben Wertheim auch aus den Gebieten um Freudenberg, Helmstadt und Würzburg. „Die Familien wollen genau Urli wegen der kleinen Klassen, der Vernetzung mit der außerschulischen Kompetenz und der Schulsozialarbeit.“

Er freute sich, dass es für das kommende Schuljahr bereits elf Anmeldungen für Klasse fünf und zehn weitere als Quereinsteiger für die höheren Klassen gebe. Die Quereinsteiger kämen aus allen Schularten.

Offene Ganztagsschule

Zu den wichtigsten Errungenschaften der letzten drei Jahren zählte er den Wandel von Urli von einer Halbtagsschule zu einer Art offenen Ganztagsschule. Die Halbtagsschule sei nicht mehr nachgefragt worden. Ihn freute auch, dass es gelang Schulbehörde und Schulträger zu überzeugen, wieder die Stelle für eine ständige Schulleitung auszuschreiben und es dafür auch Bewerber gab. Leider sei kein passender Kandidat dabei gewesen. Er hoffte, dass es eine neue Ausschreibungsrunde und dann auch eine Besetzung geben werde.

Wichtig ist ihm, sowohl die Schüler mit besonderen pädagogischen Förderbedarf als auch die leistungsstarken Schüler gleichermaßen zu fördern. Die leistungsstarken Schüler profitieren vor allem von den Projekten und den vielen Firmenpartnern.

„Wir haben elf Firmen als Kooperationspartner und 19 Firmen die Plätze für Tagespraktika anbieten.“ Er sei froh und dankbar über die Kooperationsbereitschaft der Unternehmen. Die Berufsorientierung in allen Jahrgängen sei ohne diese nicht möglich.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Ruhestand“, stellte Fauth fest. Er lasse Arbeit zurück, die er gerne weitergeführt hätte und Beziehungen zu Menschen.

Für die Zukunft von Urli wünschte er sich eine engagierte ständige Schulleitung, ein Kollegium, das nicht müde werde, die Kinder individuell zu fördern, ein Förderverein, der wie bisher super unterstützt und weiterhin sehr gute Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit.

Außerdem wünscht er sich, dass die Familien die Arbeit in Urli wertschätzen und ihre Kinder anmelden. Seine Nachfolge in der Schulleitung solle genau auf diese Punkte achten und den besonderen Wert von Urli erkennen.

Viel vor im Ruhestand

Zu seinem Ruhestand erklärte er, er werde Wertheim über dem historischen Verein, dem Verein „Willkommen in Wertheim“, Convenartis und dem Projekt Stolpersteine verbunden bleiben. Außerdem betreibe er auch in seinem Heimatort Zell am Main Geschichtsforschung. Er finde neue Themen für seine wissenschaftliche Arbeit in der Kommunikation mit seinem Umfeld. „Ich beschäftige mich dort, wo ich mich nützlich machen kann“. Dies gelte auch für seine wissenschaftliche Arbeit. Außerdem möchte er im Ruhestand mehr Sport machen, Zeit in seinem Garten verbringen und sich mehr in seine Ehrenämter vertiefen.

Freier Autor

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