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FN-Umfrage

Mit einer guten Lektüre der Tristesse der trüben Tage zeitweilig ade sagen

Leser und -innen geben Bücher-Tipps für Herbst und Winter

Von 
Kerstin Mattern
Lesedauer: 
Nicht nur Lesen, auch Vorlesen kann eine entspannende Angelegenheit sein – und sie entführt bisweilen an trüben Tagen in andere Welten. © Kerstin Mattern

Die FN haben fünf Wertheimerinnen und Wertheimer gefragt, was sie denn gerade so lesen oder welche Bücher sie empfehlen können.

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Wertheim. Die Tage werden kürzer, der langersehnte Regen ist endlich da und die Freizeitbeschäftigungen werden in die Innenräume verlegt. Für viele beginnt nun die Zeit, um sich mit einem guten Buch und einer Tasse Tee oder Kaffee aufs Sofa zu setzen und zu lesen. Hier ein paar Tipps von lesern für Leser.

„Bei uns steht Bobo Siebenschläfer hoch im Kurs“, erzählt Katrin Friedrich aus Urphar. Ihre beiden Zwillingsmädchen wünschen sich, dass sie ihnen die Geschichte über den kleinen Siebenschläfer vorliest. Es ist eine ganze Buchreihe von Markus Osterwalder, in der es um das Größerwerden des kleinen Bobo geht. Wenn er noch ein Baby ist, sind es große Bilder und wenig Text, perfekt für kleinere Kinder. In den weiteren Büchern werden die Bilder kleiner und der Text mehr. Dann kommt Bobo in den Kindergarten oder bekommt ein Geschwisterchen. Die Buchreihe wächst mit den Kindern mit und die Illustrationen sind einfach schön gezeichnet. Bei ihnen wird immer vor dem Einschlafen vorgelesen oder wenn das Wetter mal ungemütlich ist unterm Tag auf der Couch. „Buch lesen ist für uns Kuschelzeit.“

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Auch für Lisa Fertig aus Bronnbach gehört das Lesen zur Abendroutine – „so eine halbe Stunde vor dem zu Bett gehen“. Aber genauso gerne liest sie an verregneten Sonntagen in ihrem Lesesessel mit einer Tasse Tee oder im Sommer draußen. Sie möchte den Leserinnen und Lesern zwei Bücher ans Herz legen – einmal „Der Tod der Mrs Westaway“ von Ruth Ware. In dem Thriller geht es um eine junge Frau ohne Geld und ohne Job, die eine überraschende Erbschaft macht. Obwohl sie von einer Verwechslung ausgeht, geht sie aus ihrer Not heraus zur Testamentseröffnung und wird in dunkle Familiengeheimnisse verstrickt.

An dem Buch „Unsichtbare Wunden“ von Astrid Frank mag sie die interessante Erzählperspektive, die zwischen den Tagebucheinträgen der 13-jährigen Anna, die mit 15 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kommt, und ihrem einfühlsamen Vater wechselt. Man erfährt, dass Annas Leben doch nicht so fröhlich war, wie es schien. „Sicherlich auch eine gute Schullektüre“, meint Lisa Fertig abschließend.

„Volker in der grünen Hölle“, das war das erste Buch, das Alfred Wetterich als Jugendlicher geschenkt bekommen hat und seine Leseleidenschaft weckte. Dem Wertheimer haben schon immer Historische Roman gefallen, die eine Spannung haben und in denen man erfährt, wie sich die Menschheit weiterentwickelt. In dem Buch „Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ von Jojo Moyes bricht die junge Engländerin Alice im Jahr 1937 mit ihrem Verlobten nach Amerika auf und wird in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt. Sie schließt sich der Packhorse Library an, die Menschen auf dem Land mit Büchern versorgt, und schöpft so Mut ihren eigenen Weg zu gehen.

Über den Konflikt zwischen Israel und Palästina geht es in „Während die Welt schlief“ (Susan Abulhawa). Der Leser erlebt vier Generationen, die mit dem Verlust der Heimat und einer zerrissenen Familie zurechtkommen müssen, dabei aber nie Hoffnung auf Versöhnung aufgeben.

Auf die Frage nach ihrem Lieblingsbuch antwortet Helena Thies aus Bettingen ganz klar „Harry Potter“. Vor allem der letzte Teil der Buchreihe – „Heiligtümer des Todes“ – hat es ihr angetan. Hier will Harry die restlichen Horkruxe finden, um Lord Voldemort zu besiegen. Dabei muss er sich mit seinen Freunden Ron und Hermine vielen Herausforderungen stellen. Fantasy und Science Fiction sind die Genre, die Helena am liebsten liest – abends im Bett oder einfach dann, wenn Zeit ist. Die Bücher leiht sie überwiegend in der Wertheimer Stadtbücherei aus. Zwischendurch nutzt sie aber auch das Kindle ihrer Mutter und liest englischsprachige Krimis.

Eine große Buchsammlung hat hingegen Pfarrer Rolf Schwab aus Urphar. Lesen war und ist schon immer ein großer Bestandteil seines Lebens. Um auf dem Laufenden zu bleiben, liest er viele Fachzeitschriften, natürlich auch die Lutherbibel und auch Bücher über Philosophie und Soziologie wecken sein Interesse.

Als Vertretungspfarrer hält er immer wieder Gottesdienste. Vor allem wenn die Arbeit im Garten und auf den Streuobstwiesen nun weniger wird, hat er Zeit für das Lesen. Auf das Buch „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny ist er durch eine Zeitschrift für Pädagogik gestoßen. John Franklin, der in allem was er tut, sehr langsam ist, spielt die Hauptfigur des Romans.

Doch was er einmal erfasst hat, vergisst er nicht mehr. Sein Traum ist es, die legendäre Nordwestpassage zu entdecken und so begibt er sich als Kommandant eines Schiffes auf die Suche. In dem Bestseller geht es nicht rein um die Biografie, sondern auch die Zeit und die Zubilligung der eigenen Lerngeschwindigkeit, erklärt Schwab. „Lese es mit Genuss“.

Außerdem empfiehlt er die Bücher von Bernhard Schlink, dessen Stil er toll findet. „Die Enkelin“ steht deshalb noch auf seiner Leseliste.

Freie Autorin

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