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Schloss Weikersheim

So schön wie zu Zeiten der Fürstin

Gut besuchtes Fest zur Eröffnung der „Schönen Gemächer“ nach siebenjähriger aufwendiger Restaurierung

Von 
Peter Keßler
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Weikersheim. Fürstliches Leben im Hohenloher Residenzschloss zu Weikersheim – in den „Schönen Gemächern“ erlebt man es aus nächster Nähe. Der Abschluss der Restaurierung wurde am Samstag und Sonntag mit einem großen Fest gefeiert.

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Unter das Motto „Aufpoliert“ hatten die „Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ dieses Wochenende gestellt. Die 3500 Gäste, die (bei freiem Eintritt) kamen, sahen bei den durchweg ausgebuchten Führungen, dass weit mehr geschehen war als nur eine Politur.

Das Prunkbett der Hohenloher Fürstin Elisabeth Friederike Sophie, künftig ganz aus der Nähe zu bestaunen, gehört zu den großen Attraktionen der „Schönen Gemächer“ des Weikersheimer Schlosses. © Keßler

Unter Leitung von Konservator Dr. Ralf Wagner war das komplette Staatsappartement der Fürstin Elisabeth Friederike Sophie in siebenjähriger Arbeit und mit einem Gesamtaufwand von 2,5 Millionen Euro restauriert und entsprechend den neuen Forschungen gestaltet worden.

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Tapisserien und Möbel, Glas und Porzellan, alles aus der Barockzeit original erhalten, sind jetzt führungsgerecht präsentiert und vor Beschädigungen gesichert. Die Besucher erleben die Räume so, als hätte die Fürstin und ihre hochadligen Gäste sie eben erst verlassen – und die Führer haben Gelegenheit, ihr Leben anschaulich darzustellen.

Nichts Alltägliches

Alltägliches wird freilich nicht zur Schau gestellt. Die „Schönen Gemächer“ hatten allein den Zweck, Würde und Reichtum der Fürstin und ihres Gemahls, des Grafen Carl Ludwig, zu zeigen. Das wird besonders deutlich im Porzellan- und Spiegelkabinett, dessen 500 Stücke von chinesischem und japanischem „Porcellain“ schon damals nur durch eine verschlossene Glastüre zu sehen waren.

Nur ausgewählte Gäste durften dazu noch einen Blick ins (jetzt wiederhergestellte) Schlafzimmer mit seinem Prunkbett werfen. Das können künftig die Besucher durch eine Glaswand hindurch ganz aus der Nähe bewundern.

Solche barocken Betten, die ausschließlich zur Repräsentation gedacht waren, erläuterte Dr. Ralf Wagner, gebe es heute in Deutschland nur noch ganz wenige im Originalzustand – und in Frankreich schon gar nicht. Das zeige die hohe Wertigkeit der Einrichtung des Weikersheimer Schlosses.

„Absolut sehenswert“

Die Besucher sahen es praktischer: Das Bett sei, weil es so hoch sei und man nahe hinzutreten könne, „ideal auch für Kinder. Man sieht die Details viel besser“. Überhaupt seien die Schönen Gemächer „absolut sehenswert“. Wer es mit einem Wort ausdrücken wollte, sprach gern von „toll“ oder „genial“. Ein Besuch lohne sich in jedem Fall. Gerne hörte man, dass das künftig bei jeder „großen Schlossführung“ möglich ist.

Am Wochenende war für die Gäste aus aller Welt (darunter aus Lettland und Mexiko) noch einiges mehr im familiengerechten Angebot. Neben der Ostbastion waren historische Holzspiele aufgebaut, die Kinder konnten in der Säulenhalle basteln oder Wappen malen und am „Hau den Lukas“ ließen sich die eigenen Kräfte erproben.

Schlossgärtnerin Katja Bischoff führte kundig durch den Schlossgarten und das „Duo Saitenwind“ konzertierte in der Schlosskapelle. Im Schlossgarten traten „Ringelschlingel“ mit Stelzentheater und „Jonas the living flag“ mit Kraftakrobatik auf. Bei den Vorträgen „Ein Hesperidenhain in Hohenlohe“ von Florian Schleifer und „Ey wie schmeckt der Coffee süße“ von Dr. Ralf Wagner konnte man sein Wissen erweitern. Regionale Spezialitäten und Kostbarkeiten gab es bei einem gut sortierten Markt rund um das Schloss. Angeboten wurden da Holzspielzeug und hölzerne Geräte, Marmeladen und Liköre, schöne und nützliche Töpferarbeiten, edler Silberschmuck – und immer wieder Blumen, die das Herz erfreuten. Und natürlich fehlten auch nicht die Verpflegungsstände, an denen sich die Gäste nach dem anstrengenden Rundgang durch Schloss und Garten gerne stärkten.

Freier Autor

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