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Städtepartnerschaft Montereau – Walldürn

Freundschaft wurde erneut besiegelt

1970 wurde der Grundstein gelegt. Festakt im Haus der offenen Tür

Von 
Bernd Stieglmeier
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Mit einer neuen Partnerschaftsurkunde wurde die Freundschaft zwischen Montereau und Walldürn bekräftigt. © Bernd Stieglmeier

50 Jahre Städtepartnerschaft Walldürn – Montereau waren ein Grund zum Feiern. Beim Festakt wurde auch eine neue Partnerschaftsurkunde von den Bürgermeistern James Chéron und Markus Günther unterzeichnet.

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Walldürn. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen der französischen Partnerstadt Montereau und der Stadt Walldürn fand im Rahmen des 2. „Dürmer Lichderfeschds“ am Sonntagvormittag im „Haus der offenen Tür“ ein feierlicher Festakt statt.

Im Mittelpunkt standen die Ansprachen von Bürgermeister Markus Günther, Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister James Chéron, die Ehrung von Madame Chantal Jamez mit der Erinnerungsmedaille der Stadt Walldürn in Bronze für deren langjährige besonderen Verdienste um die Städtepartnerschaft (siehe weiteren Bericht) sowie die schriftlich dokumentierte Erneuerung und Bekräftigung dieser Städtepartnerschaft. Musikalisch hervorragend umrahmt wurde der Festakt von der Odenwälder Trachtenkapelle unter der Leitung von Meikel Dörr.

Weitsichtiger Schritt

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Wie Bürgermeister Günther sagte, hätten sich beflügelt von der Idee, in direkten Begegnungen von Mensch zu Mensch für internationale Verständigung und Zusammenarbeit zu wirken, 1970 einige Menschen aus Montereau und Walldürn zusammengefunden, um eine Städtepartnerschaft ins Leben zu rufen. Das sei damals – 25 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges – ein mutiger, ein weitsichtiger und ein noch ungewöhnlicher Schritt gewesen. Und heute könne man sagen: „Es war ein richtiger Schritt. Die Partnerschaft zwischen Montereau und Walldürn hat Erfolgsgeschichte geschrieben.“ Aus Partnern seien Freunde geworden. Etwas Schöneres lasse sich über eine Städtepartnerschaft wohl kaum sagen. In beiden Städten feiere man über 50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Montereau und Walldürn, und das sei ein doppeltes Feiern wert. Deshalb habe man das runde Jubiläum zunächst in Montereau begangen (die FN berichteten) und jetzt feiere man in Walldürn.

Er persönlich sei ja mit dieser Städtepartnerschaft sozusagen aufgewachsen, und deshalb bedeutet es ihm viel, nun gleich zusammen mit Bürgermeister Chéron diese Partnerschaft zu erneuern. Damit bekräftige man die Entscheidung beider Vorgänger – und bekunde gleichzeitig den Willen der Menschen aus Montereau und Walldürn, die bewährte Partnerschaft weiter zu pflegen und fortzuführen.

Städtepartnerschaften seien ein kleiner, aber Halt gebender Baustein für das Haus Europa, für eine kosmopolitische Haltung. So gesehen habe man den Weg zueinandergefunden und eine funktionierende Städtepartnerschaft aufgebaut. Das habe man vermocht, weil es hier in Walldürn und in Montereau Menschen gegeben habe und und auch heute noch gebe, die den Worten der Partnerschaftsurkunde Taten folgen ließen und sie bis heute mit Leben erfüllen.

Wie Landrat Dr. Achim Brötel feststellte, sind Montereau und Walldürn seit 50 Jahren – oder eigentlich sogar schon seit 52 Jahren, Corona habe ja etwas mit dem Feiern ausgebremst – im Rahmen einer offiziellen Städtepartnerschaft miteinander verbunden. Es sei es im Laufe der vergangenen fünf Jahrzehnte erfreulicherweise ein festes, ein starkes, aber auch ein buntes und vor allem ein sehr lebendiges Band geworden, das Montereau und Walldürn, nicht zuletzt aber auch die Menschen in den beiden Städten miteinander verbinde. Die unverbrüchliche französisch-deutsche Freundschaft sei für uns alle das größte Geschenk des 20. Jahrhunderts. Eines Jahrhunderts, das ja noch ganz anders begonnen habe, nämlich mit offener Feindschaft, mit zwei an Brutalität nicht mehr zu überbietenden Kriegen und mit einer Zerstörung, die alles bisher Dagewesene bei weitem übertroffen habe.

Nichts funktioniert alleine

Nichts auf der Welt funktioniere von ganz allein. Auch Freundschaften müsse man pflegen. Und es seien nicht in erster Linie die Politiker, auf die es dabei entscheidend ankomme, sondern es seien die Menschen. Wir alle seien da gefragt. Niemand von uns sei nämlich zuvorderst Franzose oder Deutscher. In erster Linie seien wir Menschen. Und genau so würden wir auch denken und fühlen. Auf dieser menschlichen Ebene gebe es deshalb auch, ohne dass man groß suchen müsse, eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten oder zumindest gemeinsamen Schnittmengen.

Und er wolle das zugleich auch mit der Hoffnung verbinden, dass diese Freundschaft zwischen den Menschen auch weiterhin ein festes und unverbrüchliches Band sein möge, egal was auf der Welt noch so alles passiere. Auch künftig gelte es, den eingeschlagenen Weg in Europa unbeirrt fortsetzen, Seit´ an Seit und Arm in Arm, so wie es Frankreich und Deutschland auf mustergültige Weise vorleben würden. Und: Montereau und Walldürn würden uns allen doch vormachen, wie es gehe.

Bürgermeister James Chéron aus Montereau sagte, vor etwas mehr als 50 Jahren hätten die beiden damaligen Bürgermeister die Freundschaft zwischen den beiden Städten Montereau Walldürn besiegelt. 50 Jahre lang hätten die Gemeinden Walldürn und Montereau, aber auch durch ihre Bürger, dazu beigetragen, eine Gesellschaft des Wissens, des Verständnisses, des Austauschs, des Teilens und damit des Friedens aufzubauen. Die Beziehungen zwischen beiden Gemeinden seien solide, und ebenso die Beziehungen zwischen den Einwohnern beider Städte. Er denke an all jene, die den jetzigen Verantwortlichen dieser Städtepartnerschaft vorausgegangen seien und den Austausch organisiert hätten. Jetzt sei man deren Erben und müsse sich heute des Vermächtnisses, das diese hinterlassen hätten, würdig erweisen.

Es sei ihm eine ganz besondere Ehre, im Namen der Gemeinde Montereau, im Namen aller Akteure des lokalen Lebens von Montereau und im Namen aller 21 000 Einwohner von Montereau an diesem Tag hier in Walldürn, wie man dies bereits auch schon am 15. Juli in Montereau getan habe, den Eid zur Erneuerung der Freundschaft und Partnerschaft zwischen Montereau und Walldürn zu unterzeichnen.

Baum gepflanzt

Als äußeres Zeichen werde man im Anschluss an diesen Festakt einen Baum pflanzen, den man der Stadt Walldürn und dessen Bürgermeister gerne und mit Stolz überreiche – als Symbol für die tiefe Verwurzelung der gemeinsamen Geschichten und Werte, und zugleich als Symbol für das gemeinsame Streben, in der Harmonie einer nachhaltigen und gastfreundlichen Welt zusammenzuwachsen.

Die Städtepartnerschaft wurde abschließend durch die Unterzeichnung einer weiteren, in französischer und deutscher Sprache verfassten und von Bürgermeister Markus Günther und Bürgermeister James Chéron gemeinsam signierten neuen Partnerschaftsurkunde besiegelt.

Mit dem Abspielen der französischen und der deutschen Nationalhymne sowie der Europa-Hymne klang der offizielle Teil des Festaktes aus.

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