Neujahrsempfang

Reinhart ruft zu Optimismus auf

Landtagsvizepräsident und Wahlkreisabgeordneter sieht viele Chancen für den ländlichen Raum

Von 
Peter D. Wagner
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Zum Neujahrsempfang von Professor Dr. Wolfgang Reinhart waren rund 250 Gäste und Vertreter aus Städten, Gemeinden, Landkreis, Politik, Wirtschaft, Institutionen oder weiteren Einrichtungen gekommen. © Peter D. Wagner

Tauberbischofsheim. Im Rahmen eines Neujahrsempfangs am Freitagabend im Rathaussaal der Stadt Tauberbischofsheim rief Landtagsvizepräsident und Wahlkreisabgeordneter Professor Dr. Wolfgang Reinhart zu Zuversicht und Optimismus auf. In seiner Ansprache zog er einerseits eine Bilanz der Ereignisse des vergangenen Jahr 2022 und blickte andererseits prognostizierend auf Herausforderungen in Zeiten vieler Umbrüche im neuen Jahr 2023.

„Drei Jahre ist es jetzt her, dass wir uns zuletzt hier in diesem Rahmen begegnen konnten – eine lange Durststrecke, die Corona uns allen abverlangt hat. Umso schöner und erfreulicher, dass wir heute Abend wieder gemeinsam auf das neue Jahr anstoßen dürfen“, betonte Reinhart zum Auftakt der Veranstaltung, zu der er gemeinsam mit seiner Ehefrau Gabriele sowie seinen beiden Kindern rund 250 Gäste und Vertreter aus Städten, Gemeinden, Landkreis, Politik, Wirtschaft, Institutionen oder weiteren Einrichtungen begrüßen konnte.

Ein Jahr voller Herausforderungen

„Erneut liegt hinter uns ein Jahr voller Herausforderungen und gravierendster Veränderungen. Nach der Corona-Flaute hatte man sich schon für 2022 ein hohes Wachstum erhofft, der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat alles verändert.

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Krisen, Inflation, eine Energiepreisexplosion und befürchtete Rezession prägen eine schnelllebige Zeit voller Ungewissheiten. Da verwundert es nicht, dass viele mit Sorge ins neue Jahr blicken“, konstatierte Wolfgang Reinhart.

Digitalisierung, Dekarbonisierung und demografischer Wandel zählten gemäß Umfragen des Instituts für Demoskopie Allensbach zu den wichtigsten Faktoren und Herausforderungen.

Nichts beständiger als der Wandel

Ebenso die Lebensmittel- und Energiepreise, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung bezahlbaren Wohnraums, eine gute Gesundheitsversorgung, das Wirken gegen den Fachkräftemangel, die Bekämpfung von Kriminalität sowie die Verbesserung der digitalen Ausstattung von Schulen.

„Gerade hier liegen auch Chancen für unseren ländlichen Raum, nachdem 42 Prozent der Bürgerschaft aufs Land wollen“, zeigte sich der Landtagsvizepräsident und Wahlkreisabgeordnete überzeugt. „Nichts in der Geschichte ist beständiger als der Wandel“ zitierte er den britischen Naturwissenschaftler, Forscher und Evolutionstheoretiker Charles Darwin.

Anteil der Älteren nimmt zu

Zwar bereite die Gesundheitsversorgung aktuell Sorgen, jedoch seien die Erweiterungs- und Investitionsvorhaben der Krankenhaus- und Kliniklandschaft im Landkreis breit unterstützt worden. Dies betreffe auch die Pflegeeinrichtungen, denn ein gravierendes Thema stelle der zunehmend hohe Anteil an älteren Bürgern dar.

„Fördermittel und Geld sind wichtig, aber damit allein hält man ein Land noch nicht am Laufen. Unsere Gesellschaft lebt ganz besonders von seinen engagierten und ehrenamtlichen Bürgern“, gab Reinhart zu bedenken.

Ehrenamt „unbezahlbar“

„Das Ehrenamt ist unbezahlt, aber unbezahlbar. Wir sind stolz darauf, dass bei uns bundesweit die meisten Menschen zu Hause sind, die sich ehrenamtlich engagieren in Kommunalpolitik, Sport, Kirche, Kultur oder Nachbarschafts- und Flüchtlingshilfe“.

Auf dem Arbeitsmarkt könne Deutschland mit 45,6 Millionen eine historische Rekordbeschäftigung vermelden. Bundesweit lag die Arbeitslosenquote im Dezember bei 5,6 Prozent.

Mit rund drei Prozent weise der Main-Tauber-Kreis eine der niedrigsten Quoten auf. Dabei seien mehr offene Stellen als Arbeitslose gemeldet.

„Arbeiterlosigkeit“

Hier werde die Demografie ebenfalls starke Auswirkungen zeigen, denn 2023 werden erstmals mehr Menschen in Rente gehen als volljährig werden. „Arbeiterlosigkeit statt Arbeitslosigkeit wird uns besonders auch in diesem Jahr beschäftigen“, prognostizierte der Landtagsvizepräsident.

Dies betreffe von der Medizin bis in die Pflegeberufe, Handwerk, Lehrer, IT, Ingenieure bis zur Verwaltung alle Bereiche.

Insofern hätten junge Menschen alle beruflichen Chancen.

Guter Anschluss erforderlich

Nach 26 Millionen Euro Förderung von Bund und Land auf den ersten beiden Stufen investiere die Breitbandversorgung Deutschland (BBV) privatwirtschaftlich jetzt einen dreistelligen Millionenbetrag.

Zudem brauche es ebenso verkehrstechnisch sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene einen guten Anschluss an die Oberzentren.

Diesbezüglich setze er sich beim Landesverkehrsminister weiterhin für die Beibehaltung eines Stundentaktes auf der Frankenbahn ein, kündigte Reinhart an. Als zuverlässiger und fairer Partner unterstütze das Land auch zukünftig die Kommunen wie aus dem neuen Doppelhaushalt, bei der Aufnahme der Geflüchteten: mit 450 Millionen Euro, beim Integrationspakt mit weiteren 86 Millionen Euro, für den Ausbau der Ganztagskinderbetreuung mit einer Anstoßfinanzierung in Höhe von 100 Millionen und bei der Kita-Förderung mit weiteren 65 Millionen Euro.

„Will das Glück nach seinem Sinn dir etwas Gutes schenken, sage Dank und nimm es hin ohne viel Bedenken. Jede Gabe sei begrüßt, doch vor allen Dingen das, worum du dich bemühst, möge dir gelingen. Kummer blickt zurück, Sorge blickt umher, Zuversicht blickt empor“, lauteten Botschaften und Appelle Professor Dr. Wolfgang Reinharts für das neue Jahr.