Kulturlandschaft

Bio-Musterregion unterstützt bei Obstbaumpflege

Schnittgut kann an den kreiseigenen Kompostplätzen kostenfrei abgegeben werden

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pm
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Die jährliche Pflegemaßnahme erhöht die Lebenserwartung von Obstbäumen. Das dabei anfallende Schnittgut können Bürger kostenfrei an den fünf kreiseigenen Kompostplätzen entsorgen. © Harald Lurz, Landratsamt Main-Tauber-Kreis

Main-Tauber-Kreis. Streuobstwiesen garantieren ein hohes Maß an Biodiversität und prägen das Landschaftsbild des Main-Tauber-Kreises maßgeblich. Für eine nachhaltige Pflege müssen die Bäume regelmäßig geschnitten werden. Das dabei anfallende Schnittgut kann seit 16. Januar an den fünf kreiseigenen Kompostplätzen kostenfrei abgegeben werden. Eine Anlieferung ist bis zum Sonntag, 30. April, innerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich.

Das Landratsamt weist darauf hin, dass es ab Mittwoch, 1. März, grundsätzlich verboten ist, Bäume zurückzuschneiden, um keine Brut- oder Nistplätze von Vögeln zu zerstören. Den Besitzern von Streuobstwiesen soll aber auch nach dem Ende des Schnittzeitraumes noch ausreichend Zeit gegeben werden, ihr Schnittgut abzugeben.

Mit dieser Maßnahme unterstützt die Bio-Musterregion, wie bereits im vergangenen Winter, die Bürgerinnen und Bürger im neuen Jahr bei der Streuobstpflege. Die Initiative erfolgt in Kooperation mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb Main-Tauber-Kreis. Das Obstbaumschnittgut wird zentral an den fünf kreiseigenen Kompostplätzen in Assamstadt, Bad Mergentheim, Creglingen, Tauberbischofsheim und Wertheim-Sonderriet gesammelt, anschließendgehäckselt und dann einer thermischen Verwertung zugeführt. „Es ist wichtig, dass es sich ausschließlich um Schnittgut von Obstbäumen handelt. Sind andere Gartenabfälle beigemischt, kann es zu Störungen beim Häckseln kommen und das Material kann nicht der thermischen Verwertung zugeführt werden“, betont der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, Dr. Walter Scheckenbach.

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Daher wird das Schnittgut bei der Anlieferung kontrolliert. Alles, was nicht ausschließlich Obstbaumschnitt ist, wird gesondert fachgerecht entsorgt; die Kosten der separaten Entsorgung trägt der Anliefernde.

„Im vergangenen Annahmezeitraum konnten über 2500 Kubikmeter Schnittgut angenommen werden. Die Resonanz war damit überaus positiv und die Bereitschaft, Obstbäumezu pflegen, ist durch die unkomplizierte Entsorgungsmöglichkeit gesteigert worden“, betont der Regionalmanager der Bio-Musterregion Main-Tauber-Kreis, Stefan Fiedler.

„Es wurde aber auch der Wunsch an uns herangetragen, weitere Annahmeplätze zu schaffen, um die Anfahrtswege – die nicht selten mit dem Traktor bewältigt werden – zu verkürzen. Wirhaben als Reaktion darauf ein Modell mit den notwendigen Rahmenbedingungen und Anforderungen für geeignete Plätze entworfen und sind damit auf die Kommunen zugegangen. Erfreulicherweise wurden aus der Stadt Wertheim und der Gemeinde Igersheim bereits großes Interesse bekundet. Schnell konnten einige potenzielle Standorte identifiziert werden. Die Abstimmungen zur Umsetzung laufen und ich bin optimistisch, dass wir noch in dieser Schnittsaison weitere Annahmemöglichkeiten etablieren können“, ergänzt Fiedler.

Seit dem Jahr 2014 konnten, gefördert durch das Landratsamt Main-Tauber-Kreis, bereits mehr als 6000 Obstbäume im Kreis neu gepflanzt werden. Alle Obstbäume, egal ob jung oder alt,benötigen jährlich einen Pflegeschnitt. Ziel ist es, altes Holz zu entfernen, damit wieder junges Fruchtholz gebildet werden kann. Die Bäume sind dadurch weniger anfällig für Pilzkrankheiten und haben infolgedessen eine längere Lebenserwartung. Die Baumpflege ist oftmals sehr mühsam und keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, zumal häufig sehr viel Schnittgut anfällt. Das stellt Streuobstbesitzer immer wieder vor Herausforderungen. In der Vergangenheit wurde Schnittgut oft vor Ort verbrannt. Diese Option ist jedochgrundsätzlich nicht mehr erlaubt. Infolgedessen wurden viele Obstbäume nicht mehr geschnitten.

„Als Bio-Musterregion möchten wir mit unserem Angebot die Bürger bei der Pflege ihrer artenreichen Streuobstbestände unterstützen, um unsere einmalige Kulturlandschaft zu erhalten“, sagt Erster Landesbeamter Florian Busch. pm

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