Dorfladen Rosenberg

Gegen den Trend des „Ausblutens“ gestemmt

Bei der Mitgliederversammlung wurde ein positives Fazit gezogen. Planung übertroffen

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Ein positives Resümee wurde bei der Mitgliederversammlung des Dorfladens Rosenberg gezogen. © Helmut Frodl

Rosenberg/Hirschlanden. Der vor zwei Jahren, genau am 18. November 2020, neu eröffnete Dorfladen hier „vor Ort“ bringt für die Menschen eine neue Lebensqualität und zudem wurde die Ortsmitte wieder belebt, sagte Bürgermeister Ralph Matousek, zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrates der Genossenschaft, in seinem Bericht bei der Mitgliederversammlung für das Geschäftsjahr 2021, die im Beisein vieler Mitglieder und Gäste im Dorfgemeinschaftshaus Hirschlanden stattfand.

Der „Dorfladen Rosenberg“ habe sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, er hat zwischenzeitlich 226 Mitglieder mit 533 Geschäftsanteilen, was einem Geschäftsguthaben vom 106 600 Euro entspricht. Ralph Matousek sagte, das Geschäftsjahr 2021 war nun das erste vollwirtschaftliche Jahr des Dorfladens. Aller Anfang war schwer und man musste mit vielen Kinderkrankheiten in der Anfangsphase kämpfen, für die Mitarbeiterinnen und ehrenamtlichen Helfer gab es einige Herausforderungen.

„Der Laden läuft“

Für den Vorstand und den Aufsichtsrat sei es wichtig, dass der Laden läuft und die Kunden bedient werden können und das ist eindrucksvoll gelungen. Auch die Auswirkungen der Corona-Krise mit allen bekannten Einschränkungen hätten den Dorfladen getroffen und vor allem die Begegnungsstätte, dass Dorfcafé, wurde sprichwörtlich „ausgeknockt“. Im Dorf freue man sich, dass es die neue Einkaufsmöglichkeit gibt und die Ortsmitte wiederbelebt wurde. Man habe sich als Genossenschaft gemeinsam mit allen Mitgliedern gegen den Trend des „Ausblutens“ gestellt, sagte Matousek, der aber auch betonte, dass es an allen Bürgerinnen und Bürgern liegt, dass dieser Dorfladen auch in der Zukunft vom Dorf durch den Einkauf getragen wird.

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Im April 2021 wurde die Metzgerei durch eingeschweißte Produkte gestärkt und eine Poststelle wurde in das Unternehmen integriert. Die für 2021 aufgestellte Umsatzplanung in Höhe von 750 000 Euro wurde um 48 000 Euro auf 798 000 Euro deutlich übertroffen. Insgesamt wurden 69 500 Einkäufe im Dorfladen getätigt. Die Kunden haben die Vorteile entdeckt, den täglichen Bedarf an Lebensmittel wohnortnah einkaufen zu können. Vor allem ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger aber auch junge Familien begrüßen diese neue Einkaufsmöglichkeit direkt vor Ort sehr.

Die Stärke des Ladens sei die Individualität, die Regionalität, die persönliche Not, das Kommunikative und Freundliche. Ganz einfach: Es wurde ein Gesamtpaket für die Kunden geschnürt. Eine tragende Säule des Konzeptes sind alle ehrenamtlichen Helfer, die dreimal in der Woche die angelieferten Waren in die Regale einräumen. Sein Dank galt allen, die sich für den Laden engagieren.

Den Bericht des Vorstandes erstattete Annika Thier, die Details und Inhalte aus dem Geschäftsjahr 2021 bekanntgab. Sie ging zuerst auf die Entwicklung des Dorfladens seit der Gründung ein, wobei der größte Baustein neben dem Herzstück des Cafés die Eröffnung der Postfiliale und der Umbau der Metzgertheke war. Zudem werden viele regionale Produkte im Dorfladen verkauft. Im vergangenen Jahr wollte man den einjährigen Geburtstag feiern, was aber wegen Corona nicht möglich gewesen ist. Wie Annika Thier weiter berichtete betrage der tägliche Umsatz im Durchschnitt 2827 Euro, wobei der Samstag der umsatzstärkste Verkaufstag der Woche ist. Täglich kaufen im Durchschnitt 230 Kunden ein und geben durchschnittlich 12,43 Euro aus. Besonders nachhaltig sei die Solaranlage auf dem Dach des Gebäudes.

Den Jahresabschluss für das Jahr 2021 erläuterte Vorstandsmitglied Ursula Geiger. Man habe mit Einnahmen in Höhe von 750 000 Euro kalkuliert, kann aber im Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung einen Betrag von 798 000 Euro ausweisen. Durch die späte Auszahlung der Zuschüsse und deren Zwischenfinanzierung ergab sich ein Verlust von 13 399 Euro. Man habe trotzdem gut gewirtschaftet, sagte Geiger.

Die Zusammenfassung des Prüfberichts über die gesetzliche Prüfung des Badischen Genossenschaftsverbandes verlas Ralph Matousek. Sehr erfreulich sei die Feststellung der Prüfer, dass der angestrebte Umsatz deutlich über dem Plan liegt. Der Mitgliederbestand wurde übertroffen. Das Ziel der Genossenschaft, die Nahversorgung im Dorf zu gewährleisten, wurde erreicht. Die Feststellung des Jahresergebnisses mit einem ausgewiesenen Fehlbetrag von 13 399 Euro, der auf neue Rechnung vorgetragen wird, erfolgte einstimmig.

Die Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates nahm Bankvorstand Bernhard Eckert von der Volksbank Kirnau vor, der beiden Gremien für ihre sehr gute Arbeit dankte. Mit dem neuen Dorfladen wurde ein wichtiger Mehrwert für die Gemeinde Rosenberg geschaffen. Einstimmig wurden sowohl der Vorstand als auch die Mitglieder des Aufsichtsrates entlastet.

Bankvorstand Eckert leitete die anschließende Neuwahl zum Aufsichtsrat, wo Bürgermeister Ralph Matousek einstimmig als dessen Vorsitzender wiedergewählt wurde, wie auch Sven Baumann, Silke Stumpf, Maria Weber und Katrin Wölfel. Das seitherige Mitglied Alexander Ullrich verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Als seine Nachfolgerin wurde Erika Ringelstetter gewählt.

Unter Punkt „Verschiedenes“ betonte Ralph Matousek in einem Ausblick auf 2022, dass man sich als Umsatzziel 790 000 Euro gesetzt habe. Die bisherigen Zahlen zeigen einen Mehrumsatz in einer Größenordnung von drei Prozent. Er sprach auch die erheblichen Lieferprobleme in diesem Jahr an und den Kunden sei sicher auch aufgefallen, dass die Regale teilweise leer sind, weil viele Artikel nicht lieferbar waren. Die Gründe sind nur schwer nachvollziehbar, warum auf einmal Butter oder Sahne so knapp waren, dass sie nicht geliefert werden konnten. Auch ist der Dorfladen von Mehrkosten seiner Lieferanten betroffen. Auch die deutlichen Erhöhungen von Strom- und Holzpelletspreisen machen sich deutlich bemerkbar. Darüber hinaus habe man mit der Erhöhung des Mindestlohns ab dem 1. Oktober 2022 deutlich erhöhte Personalaufwendungen.

Neue Leitung

Eine große Herausforderung waren auch die personellen Ausfälle in der ersten Jahreshälfte. Seit Mitte September hat Jutta Geiger die Leitung des Marktes übernommen. Auch im Vorstand wird es ab dem 1. Januar 2023 eine Veränderung geben, sagte Matousek, denn Ursula Geiger wird ihr Amt als Vorstandsmitglied zum Jahresende abgeben.

Ihre Nachfolgerin wird Lisa Beckmann sein, die von Susanne Gerner aus Bronnacker bei ihrer Arbeit unterstützt wird.

Ralph Matousek bat abschließend, dass die vielen Kunden dem Dorfladen auch in Zukunft treu bleiben mögen und kündigte „viele neue Ideen“ und wechselnde Angebote an, die zur weiteren guten Entwicklung beitragen sollen. F