AdUnit Billboard
In Weisbach - Gegen eine Freiflächen-Photovoltaikanlage gibt es Widerstand. Termin vor Ort

Bürgerprotest gegen Solarpark

Von 
hof
Lesedauer: 
Gespräch in Weisbach: Mit Dachlatten (am rechten Bildrand) haben die Anwohner versucht, die Höhe der Module darzustellen. © Jürgen Hofherr

Weisbach. Gegen einen Solarpark regt sich im Waldbrunner Ortsteil Weisbach Widerstand. Man sei zwar grundsätzlich für Erneuerbare Energien, wollen aber nicht neben einem „Mega-Solarpark“ wohnen. Neben den Kritikern waren auch Bürgermeister Markus Haas, zahlreiche Gemeinderäte sowie Frank Mosthaf, von der Firma Enerkraft, nach Weis-bach gekommen, um den Dialog zu suchen. Es ist zwar nahezu Konsens, dass man sowohl Atomenergie, als auch fossile Brennstoffe reduzieren und stattdessen auf Erneuerbare Energien gesetzt werden soll – die sogenannte Energiewende.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Dennoch formiert sich oft dort Widerstand, wo Windkraftanlagen gebaut werden sollen. Nun habe sich – erstmals wie Frank Mosthaf, von der Firma Enerkraft berichtet –, auch gegen einen Solarpark beziehungsweise eine Freiflächen-Photovoltaikanlage auf einem Feld bei Weisbach Bürgerprotest organisiert.

Die Anwohner der Wilhelmstraße im Waldbrunner Ortsteil Weisbach schreiben damit möglicherweise Geschichte. Aber darum geht es ihnen nicht. Es geht auch nicht um den „Mega-Solarpark“, so die Sprachregelung der betroffenen Anwohner, sondern um die Nähe zu ihren neu gebauten Häusern und die Größe der Anlage.

Kritik an Größe und Standort

Mehr zum Thema

Online-Diskussion

„Ein Umdenken muss eintreten“

Veröffentlicht
Von
Martin Bernhard
Mehr erfahren
Ortschaftsrat Gerichtstetten

Grünes Licht für Photovoltaikanlage in Gerichtstetten

Veröffentlicht
Von
Adrian Brosch
Mehr erfahren
Virtuelle Podiumsdiskussion

Thema Klimaschutz steht im Mittelpunkt

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Ursprünglich seien nur 13 Hektar geplant worden, nun sollen die Solarpaneele auf einer mehr als doppelt so großen Fläche, nämlich 27 Hektar gebaut werden. Wenn sie das gewusst hätten, wären sie niemals nach Weisbach gekommen, um dort zu bauen, berichten die Anwohner einmütig. Mehrfach betonen sie, dass es ihnen nicht um den Solarpark als solches gehe, sondern nur um die Größe und den Standort.

Sie befürchten einen Wertverlust bei ihren Immobilien und beim ganz persönlichen Wohlfühlfaktor. Man sei wegen des Slogans „Dort wohnen, wo andere Urlaub machen!“ gekommen und müsse nun auf einen riesigen Solarpark blicken, der entgegen den Beteuerungen des Projektierers von der Firma Enerkraft aus Erlenbach, sehr wohl von den Einfamilienhäusern aus zu sehen sei.

Auch das Mikroklima könne sich durch Hitzeentwicklungen durch die Anlage, negativ auf Flora und Fauna auswirken, so die Sorgen der Nachbarn. Immissionen durch Magnetfelder und Lärmentwicklung bei Sturm, Regen, Hagel seien als s Belästigungen für die unmittelbaren Anwohner zu erwarten. Auch Spaziergänge in Richtung Sportplatz seien nach dem Bau nicht mehr attraktiv, da durch den Bau des „Mega-Solarparks“ die Natur zerstört werde.

Diesem Argument widersprach nicht nur Frank Mosthaf von der Firma Enerkraft, auch vonseiten anwesender Gemeinderäte regte sich zu dieser Aussage Unmut. Es sei doch sehr fraglich, ob eine konventionell bewirtschaftete, landwirtschaftliche Fläche, mit dem Einsatz von Dünger und Herbiziden, besser sei, als ein Solarpark, der nach dem Bau laut Mosthaf komplett hinter einer fünf Meter breiten und drei Meter hohen Hecke verschwinde.

Solche Hecken seien sehr viel artenreicher, bieten Schutz für Vögel und Kleinsäuger, so dass es eine deutliche Verbesserung im Sinne der Biodiversität mit sich bringe, so ein weiterer Einwand.

Außerdem hob Frank Mosthaf hervor, dass man mit 100 Metern, freiwillig einen großzügigen Abstand gewählt habe. Auf mögliche Störungen durch die Wechselrichter angesprochen, ließ Mosthaf die Kritiker wissen, dass diese baugleich mit den Modellen seien, die in Einfamilienhäusern eingebaut würden. Auch die Blendwirkung, die manche Anwohner befürchten, könne aufgrund der Ausrichtung der Bebauung weitestgehend ausgeschlossen werden, informierte Frank Mosthaf die Anwesenden.

Weitere Kritiker hoben hervor, dass man zwar grundsätzlich für den Ausbau Erneuerbarer Energien eintrete, aber nicht nachvollziehen könne, weshalb ein kleiner Ortsteil die komplette Last dafür tragen müsse, ohne dass für die Einwohner „etwas dabei rüber kommt“.

Leider, so Mosthaf sei es bisher gesetzlich nicht möglich, aus der Anlage stammenden Strom billig an die Weisbacher abzugehen. Seine Firma werde den Ertrag der Anlage aber komplett in Waldbrunn versteuern, so dass während des Betriebs Gewerbesteuerzahlungen zu erwarten seien. In einem Flugblatt hoben die Anwohner darüber hinaus ihre Sorgen beim Brandschutz und beim Schutz vor Starkregen-Ereignissen hervor.

Frank Mosthaf versprach abschließend, dass man schnellstmöglich eine Visualisierung erstellen und dem Gemeinderat und den Bürgern präsentieren werde, dann könne man „sehen“ worüber man spreche. Bürgermeister Markus Haas ließ die Anwesenden wissen, dass man noch ganz am Anfang des Projekts stehe.

Pläne werden offengelegt

Im Rahmen der Bebauungsplanänderung würden die Pläne noch zweimal offengelegt, so dass jeder in diesem Verfahren seine Einwände und Befürchtungen formulieren könne. Diese werden dann geprüft und je nach Abwägung auch in den Plan aufgenommen.

Er gab jedoch noch zu bedenken, dass es sicher nicht allen alteingesessenen Anwohnern der Wilhelmstraße gefallen habe, als der Gemeinderat den weiteren Ausbau beschloss. „Denn Ihre Häuser stehen ebenfalls auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen!“ Hier sei ein Geben und Nehmen notwendig. hof

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1