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Generalüberholung der Kirchenorgel in Beckstein - Nach 30 Jahren wurde das Instrument grundlegend gereinigt

Beckstein: Orgel ist „der ‚Rolls Royce’ für eine Dorfkirche”

Von 
pdw
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Kirchenorganist Christian Abelein an der generalüberholten Vleugels-Orgel der Katholischen Kirche St.-Kilian in Beckstein, im Bild gemeinsam mit Pfarrer Ralph Walterspacher. © Peter D. Wagner

Beckstein. Nach grundlegender Generalüberholung und -reinigung erklingt die rund 32-jährige Vleugels-Orgel der Katholischen Kirche St.-Kilian in Beckstein seit kurzem wieder in frischem und verbessertem Klang.

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Beckstein ist eine Filialgemeinde von St. Mauritius in Königshofen. Von 1939 bis 1990 stand in der St.-Kilianskirche eine Kriegsorgel von Wilhelm Bader aus Hardheim – eine Orgelbauwerkstatt, die 1960 von Orgelbaumeister Hans Theodor Vleugels - ab 1967 die Orgelbau Vleugels GmbH – übernommen wurde. 1990 ging diese Orgel nach Thüringen. Bereits ein Jahr zuvor wurde mit den Planungen einer neuen Orgel unter Regie des Pfarrers Bernhard Schretzmann, des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Erich Braun und des damaligen Vorstandsvorsitzenden der Becksteiner Winzer, Alfons Braun, begonnen.

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Fachlich begleitet wurde das Projekt von Thomas Drescher, von 1983 bis 1991 Bezirkskantor der Erzdiözese Freiburg für die Region Odenwald-Tauber und Kirchenmusiker der Gemeinde St. Martin in Tauberbischofsheim sowie Gründer der „Tauberfränkischen Kantorei“. Mit der Abgabe des alten Instruments wurde die neue Vleugels-Orgel eingebaut und eingeweiht.

„Nach über drei Jahrzehnten hat sich vor allem im Inneren der Orgel eine Menge Staub und Schmutz sowie Schimmelbildung darin angesammelt, so dass sie jetzt grundlegend gesäubert werden musste“, berichteten Kirchenorganist Christian Abelein und Ralph Walterspacher, zuständiger Pfarrer der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen.

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Der Schimmel habe sich durch Staufeuchtigkeit gebildet, die aus vor allem im Winter stark wechselnden Temperaturschwankungen resultierte. Außerdem hatten unzählige tote Fliegen und andere Insekten sowie Staubpartikel in den meisten Orgelpfeifen einen relativ dumpfen Klang zur Folge, als seien sie verstopft.

Dringend notwendig

„Eigentlich wird vorgeschlagen, in der Regel nach 25 Jahren eine Generalüberholung inklusive Grundreinigung durchzuführen. Hier erfolgte es erst jetzt nach 30 Jahren, unter anderem, nachdem Corona dazwischenkam“, verdeutlichte Abelein die dringende Notwendigkeit der Reinigungsarbeiten an der Becksteiner Vleugels-Orgel. „Diese Orgel hat damals fast 400 000 Mark gekostet – das war und ist natürlich eine enorme Hausnummer. Sowohl vom Preis und Wert als auch von der Qualität her ist das sozusagen der ‚Rolls Royce’ für eine Dorfkirche. Insofern sollte man die Orgel auch entsprechend wertschätzend und wertbewahrend Instand halten“.

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Veröffentlicht
Von
lra
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Neben der ästhetisch sehr schönen sowie soliden und massiven Bauweise zähle ebenso die schöne Klangabstimmung und Klangfülle zu den hochwertigen Qualitätsmerkmalen. Zwar habe der damalige Pfarrer und Kirchengemeinderat dereinst gemeint, es sei keine Orgelregister mit Trompetenklang notwendig, es wäre allerdings sehr schade, wenn man sie nicht dann doch mitangeschafft hätte, erklärte Abelein. „Beispielsweise für eine ganz besonders stimmungsvolle und mitreißende Klangfülle an Weihnachten, Sylvester oder Ostern“, bekräftigte er begleitend mit einer eindrucksvollen Klangprobe.

Die Kosten für die Generalüberholung beliefen sich auf 21 000 Euro, die zu 20 Prozent durch das Erzbischöfliche. Ordinariat Freiburg bezuschusst wurde, ergänzte Pfarrer Walterspacher. Die fachliche Abnahme der Maßnahme erfolgte durch Georg Koch, Bezirkskantor in der Seelsorgeeinheit Singen. „Vor einiger Zeit war der ehemalige Bezirkskantor Thomas Drescher wieder in Beckstein zu Besuch und prognostizierte, die Kirchenorgel werde wie früher klingen, sobald sie gereinigt sei. Und jetzt klingt sie wirklich wie früher“, erzählte Christian Abelein.

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Davon konnten sich die Besucher und Pfarrgemeindemitglieder inzwischen schon mehrmals wie zum Beispiel beim Ostergottesdienst überzeugen. Zudem habe Thomas Drescher einen Wiederbesuch avisiert, um den Klang der neu überholten Vleugels-Orgel selber zu inspizieren. Darüber hinaus sei geplant, die generalüberholte Orgel im Laufe des Jahres mit einem Konzert offiziell einzuweihen.

Als nächstes stehen Renovationen der Kirchenorgeln in Oberbalbach und Deubach bevor, kündigte Pfarrer Walterspacher an. pdw

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