Öffentliche Sitzung

Kreuzwertheimer Räte diskutierten über Straßensanierung

Maßnahme soll nach Abschluss des Glasfaserausbaus beginnen. Geplante Lagerhalle in Wiebelbach wirkt zu massiv

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hpw
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Kreuzwertheim. Themen der Sitzung des Marktgemeinderats Kreuzwertheim am Dienstagabend im Rathaus waren unter anderen die Sanierung von Gemeindestraßen und der Antrag zum Neubau einer Lagerhalle in Wiebelbach.

Bürgermeister Klaus Thoma erläuterte, dass die Sanierung von Gemeindestraßen in der nichtöffentlichen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 29. November von Gemeinderat Stefan Schuck angesprochen wurde. Die letzte Gemeindestraße sei noch in der Amtszeit von Bürgermeisterin Christa Frau Schoenberg saniert worden. Es liege zwar die Zustandsbewertung des Ingenieurbüros Köhl von 2020 vor. Allerdings seien daraus bislang keine Sanierungsmaßnahmen umgesetzt worden. Nach der Prioritätenliste sollte die Anwohnerstraße oberhalb der Lengfurter Straße zuerst in Angriff genommen werden.

Hierzu habe man Angebote für die Planungsleistungen eingeholt. Nachdem die Sanierung der Anwohnerstraße im Zusammenhang mit der der Lengfurter Straße zu sehen sei, habe der Gemeinderat am 8. Februar 2022 beschlossen, mit dieser Maßnahme bis zum Abschluss des Neubaus der alten Mainbrücke zurückzustellen. Es seien bislang nicht entschieden worden, welche Straße als Nächste saniert werden soll.

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Veröffentlicht
Von
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Zu bedenken sei der Glasfaserausbau ab 2024 in der Gesamtgemeinde, betonte Thoma. Straßensanierungen können erst nach dessen Abschluss umgesetzt werden. Bis dahin könnten Planungen erfolge. Doch seien die finanziellen Belastungen für den Haushalt zu bedenken, da für die Straßensanierungen keine Anliegerbeiträge mehr erhoben werden können. Entsprechend der Zustandsbewertung komme die Straße „Im Steiggraben“ als nächstes Sanierungsprojekt in Betracht. Wenn bei der Haushaltsberatung die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt würden, könnten Honorarangebote von Planungsbüros für die Straßensanierung eingeholt werden. Dabei wäre auch der Zustand der Wasser- und Kanalleitungen zu untersuchen.

Eine kommunalpolitische Besonderheit sei, hieß es, dass manche zur Kasse gebeten würden, andere eben nicht. Wie Thoma betonte, der Gemeinderat habe sich sehr wohl mit der Bewertung beschäftigt. Ergänzende Informationen klärten auf, dass Besitzer nicht mehr zahlen müssten, entsprechende Beiträge seien abgeschafft.

Geringe Zuschüsse

Zur Frage aus dem Gremium, ob die Gemeinde jedes Jahr vom Freistaat Zuschüsse für den Straßenausbau bekomme, meinte Thoma, diese „ist gering“. Vorgeschlagen wurde, wenn der Glasfaserausbau 2024 komme, dann den Straßenausbau abzuschließen. Mitarbeiter sollten sich Straßen begutachten.

Gemeinderätin Silvia Klee sagte, im Hinblick auf den Kindergartenbau im nächsten Jahr solle mit den Maßnahmen angefangen werden. Priorität habe die Tannenstraße mit den vielen Rohrbrüchen. Die Gehwege seien so marode wie die Straßen. Gremiumsmitglieder sahen die „Gefahr, wenn man alles schiebt“. Vorgeschlagen wurde, die Kanäle anzuschauen, wenn es soweit sei, denn man könne auch Leitungen hineinlegen. Thoma verlas den Beschlussvorschlag, die Ortsstraßen „Im Steiggraben“ und Tannenstraße als Nächste zu sanieren. Die Planungen sollen 2023, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung, beginnen. Die Umsetzung erfolgt nach Abschluss des Glasfaserausbaues. Dem stimmte das Gremium einhellig zu.

Weiter ging es um den Antrag zum Neubau einer Lager-/Stahlhalle in Wiebelbach. Wie Thoma sagte, liege zum Tektur-Antrag bereits ein Bauantrag vor, dem 2019 mitsamt der Überschreitung der Baugrenze zugestimmt worden sei. Dieser sei dann auch vom Landratsamt genehmigt, von dem Bauherren bislang aber nicht ausgeführt worden. Abweichend von der genehmigten Planung für die Lagerhalle sei nun eine Größe mit 45 mal 15 Metern vorgesehen, ein Satteldach mit fünf Prozent Dachneigung, eine Wandhöhe von 7,65 Metern sowie eine Firsthöhe von 8,30 Metern. Zudem soll das Dach am First eine Lichtkuppel/ein Lichtband erhalten.

Von den Festsetzungen des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Wiebelbach I“ gebe es eine Abweichung, so Thoma weiter. Die Baugrenze in Richtung Kreuzwertheimer Straße werde um fünf Meter überschritten, der vorgegebene fünf Meter breite Grünstreifen aber nicht überbaut. Allerdings solle die Wand 3,23 Meter höher sein. Durch die direkte Anordnung des Gebäudes entlang der Straße, verbunden mit der großen Wandhöhe, werde die Überschreitung als zu massiv angesehen. Aus gestalterischen Gründen soll als Kompromisslösung die Halle zumindest um 2,50 Meter weiter vom öffentlichen Bereich abgerückt werden, damit ein Abstand von 7,50 Metern eingehalten wird. Die Baugrenze wäre damit immer noch um 2,50 Meter überschritten. Thoma ergänzte, der Planer wolle wesentlich mehr eingrünen, um zu kaschieren.

Der Gemeinderat stimmte dem Bauvorhaben mit Überschreitung der Baugrenze um fünf Meter nicht zu. Bei einer Rücksetzung der Halle und dadurch Vergrößerung des Abstands auf 7,50 Meter stellte das Gremium die gemeindliche Zustimmung in Aussicht.

Wie erklärt wurde, hat das Gremium im Dezember in nicht öffentlicher Sitzung zum Neubau des Hochbehälters Kreuzwertheim den Auftrag für die Arbeiten zur Bodenbeschichtung an die Firma Baumann (Tauberbischofsheim) zum Preis von rund 47810 Euro vergeben.

Angesprochen wurde, ob die Treppe am Basketballplatz von Moss befreit werden könnte. Thoma sagte, Angebote würden eingeholt. Hingewiesen wurde auch auf die zugewucherte Spielstraße in Richtung Kaffelsteinweg. Thoma: „Wir gucken uns das an“. Überprüft werden müssen auch die Mängel im Nebenraum der Turnhalle. Gewünscht wird auch das Herrichten des Wiebelbacher Pfads. Der sehe verheerend aus, hieß es. Bürger fragten, ob es sich rentiere, Flächen zu schaffen, um Regenwasser aufzufangen. hpw