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Einstimmiges Votum - Der Igersheimer Gemeinderat bringt den Haushalt für das kommende Jahr auf den Weg / Anhaltend niedriges Zinsniveau

Igersheim ist nun auf Abbau der Schulden fokussiert

Mittelfristig steht in Igersheimer nach vielen Investitionen eine Haushaltskonsolidierung mit Schuldenabbau im Fokus. Ohne Gegenstimme beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, den Etat für das kommende Jahr auf den Weg zu bringen.

Von 
Klaus T. Mende
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Mittelfristig steht in der Gemeinde Igersheim eine Konsolidierung mit Schuldenabbau im Fokus. Ohne Gegenstimme hat der Gemeinderat am Donnerstag in seiner Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Harthausen den Haushalt für das kommende Jahr auf den Weg gebracht.

Harthausen. Die Jahre 2011 bis 2019 seien im Allgemeinen sehr gute Jahre für die Kommunen und öffentliche Haushalte gewesen, so Bürgermeister Frank Menikheim in seinem Sachvortrag. „In Igersheim wurden große Investitionen getätigt und gleichzeitig massiv Schulden abgebaut.“ Durch Corona sprudelten die Einnahmen jedoch nicht mehr wie zuvor. Gleichwohl seien viele Vorhaben vorbereitet worden und jetzt in der Umsetzung. Sie seien sinnvoll, würden die Gemeinde voranbringen und die Infrastruktur nachhaltig verbessern.

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Der Igersheimer Haushaltsetat 2022 im Kurzüberblick

Gewerbesteuer: 1,588 Millionen Euro.

Umsatzsteueranteil: –61 000 Euro.

Einkommensteueranteil: + 70 000 Euro.

Finanzzuweisungen: – 99 000 Euro.

Pro-Kopf-Verschuldung: 1461 Euro.

Finanzausgleichsumlage: +124 000 Euro.

Darlehensaufnahme: 300 000 Euro.

Die bedeutendsten Investitionen für das kommende Jahr 2022: Ortskernsanierung 990 000 Euro, Sanierung der Erlenbachhalle 230 000 Euro, Neubau Feuerwehrgerätehaus Harthausen 200 000 Euro, Dorfplatz Bernsfelden 250 000 Euro, Hochwasserschutz Harthäuser Bach 110 000 Euro, Grunderwerb 150 000 Euro, Schuldentilgung 295 000 Euro, Digitalfunk Feuerwehr 70 000 Euro, Ersatzbeschaffungen Bauernhof 70 000 Euro, Ortseingänge (Leitsysteme) 50 000 Euro. ktm

Das Gesundheitszentrum mit einem Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro habe im Haushalt 2021 für eine hohe Kreditermächtigung gesorgt, die teilweise in Anspruch genommen worden sei – 2022 werde wohl ebenfalls eine Kreditaufnahme erforderlich.

Niedriges Zinsniveau

„Aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus – wir haben in diesem Jahr bereits ein Infrastrukturdarlehen zu Negativzinsen aufgenommen – ist die Neuverschuldung aber vertretbar und belastet den Haushalt gar nicht oder kaum“, so der Schultes weiter. Gleichwohl müssten Schulden selbstverständlich auch zurückgezahlt werden. „Dass dies gelingen kann, hat der Schuldenabbau der letzten Jahre bei gleichzeitig hohem Investitionsniveau gezeigt.“

Es wäre aber nicht richtig, den Finanzbedarf nur über Kredite zu decken. Die Finanzierung der aktuellen Maßnahmen sowie des Finanzbedarfs aus dem aktuellen Haushalt dürfe nicht ausschließlich auf künftige Generationen übertragen werden. Deswegen sei die Erhöhung der Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuer zu verantworten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass 2022 und eventuell 2023 ein negativ veranschlagtes Gesamtergebnis im Ergebnishaushalt dargestellt werden müsse.

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„Guter Entwurf“

„Insgesamt halte ich den Haushaltsentwurf, trotz einiger Wermutstropfen, für einen guten Entwurf“, erläutert Frank Menikheim. Ein Wermutstropfen sei die Kreditaufnahme, die jedoch mit 300 000 Euro ebenfalls moderat ausfalle. Positiv stehe er auch die jeweils zwei Stellen im erzieherischen Bereich sowie im Bauhof.

„In einem Satz ausgedrückt würde ich sagen: Der Haushalt 2022 bringt uns voran, er ist konsequent auf die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde ausgerichtet in den Zielen und Maßnahmen. Er ist verantwortungsvoll aufgestellt durch Maß und Mitte bei der Finanzierung“, schloss der Rathauschef.

Für Ratsmitglied Josef Gabel ist der Haushalt 2022 „geprägt von einer vernünftigen Ausgabenpolitik“. Er begrüße ausdrücklich die neuen Stellen vor dem Hintergrund, dass es immer schwieriger werde, Fachkräfte zu finden. Es sei nachvollziehbar, einen Fehlbetrag nicht nur über Kredite, sondern auch mittels Steuererhöhungen zu finanzieren. Letzteres sei lange nicht erfolgt, zudem sei es eine Frage der Generationengerechtigkeit.

Sein Ratskollege Georg Schumann schlug in eine ähnliche Kerbe. Er hob nochmals die „historische Chance“ Gesundheitszentrum hervor, die man für eine gute Daseinsvorsorge habe nutzen müssen. Mit solch einer Maßnahme werde auch entgegengewirkt, dass das Zentrum einer Kommune weiter ausblute. Er nannte den Entwurf „ausgewogen“, da auch die Teilorte davon profitierten.

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Insgesamt würden Qualität und Angebote bei diversen Leistungen auf ein höheres Niveau gehoben, wovon alle profitierten. Deswegen sei diesmal eine moderate Steuererhöhung nachvollziehbar, denn es müssten alle mit ins Boot genommen werden.

Zuversicht versprüht

Thomas Zängle versprühte ohnehin Zuversicht. Wenn die jüngsten Steuerprognosen im Land so einträten, meinte der Finanzbeamte, „ist mir überhaupt nicht bange“. Er könne sich gut vorstellen, dass es dann auch im Gemeindehaushalt noch Luft nach oben gebe.

Das Gremium brachte den Etatentwurf einstimmig auf den Weg, endgültig verabschiedet werden soll er in der Januar-Sitzung.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt

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