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Lokale Geschichte

Wo sich Baden und Württemberg trennen

Informationstafel über die frühere badisch-württembergische Landesgrenze aufgestellt

Von 
Werner Mies
Lesedauer: 
An der Info-Tafel versammelten sich die Ideengeber: (von links, hinten) Ortsvorsteher Detlef Heidloff, ehemaliger Ortsvorsteher Andreas Buchmann und Ortsvorsteher Jürgen Segeritz sowie die Macher (vorn) Wolfgang Öhm, Frank Kroh, Christoph Kraus und Fabian Schwab. © W. Mies

Edelfingen. Am Taubertalradweg zwischen Edelfingen und Unterbalbach weist seit kurzem eine Infotafel darauf hin, dass hier früher die Grenze zwischen Baden und Württemberg verlaufen ist. Zwei Grenzsteine mit den jeweiligen Landeswappen und eine Sitzbank vervollständigen dieses informative Ensemble, von dem viele vorbeifahrende Radlerinnen und Radler schon Kenntnis genommen haben.

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Bei einem Vorort-Termin freuten sich alle Beteiligten über die gelungene Informationsstelle, die rechtzeitig zum 70-Jahr-Jubiläum des Bundeslandes Baden-Württemberg fertig wurde und für deren Zustandekommen Andreas Buchmann sich bei allen Mitstreitern bedankte.

Die Idee für diesen Info-Punkt entstand schon 2019 beim damaligen 800 Jahr-Jubiläum von Unterbalbach, als sich der dortige Ortsvorsteher Andreas Buchmann und sein Edelfinger Pendant Detlef Heidloff über die zwischen beiden Ortschaften verlaufende frühere Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg unterhielten.

Idee unterstützt

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Der heutige Unterbalbacher Ortsvorsteher Jürgen Segeritz unterstützte die damalige Idee gerne und fand mit Fabian Schwab, der für den geschichtlichen Text und Christoph Kraus für das gelungene Layout der Infotafel sorgte, tatkräftige Mitstreiter. Auf Edelfinger Seite hat Wolfgang Öhm die aufgestellten Grenzsteine restauriert, die von Frank Kroh am jetzigen Standort eingesetzt wurden. Er sorgte auch für eine Sitzbank, die gerne von vorbeikommenden Passanten in Anspruch genommen wird. Aufschlussreich für den geschichtsinteressierten Betrachter sind auf jeden Fall die Informationen der aufgestellten Tafel. Ist doch zu erfahren, dass es auch im Taubertal bis zur Neugestaltung der Landkarte durch den französischen Kaiser Napoleon im Jahre 1810 in den einzelnen Ortschaften mehrere Herrscher gab. So ist bekannt, dass die Herrschaft von Unterbalbach durch den Deutschen Orden aus Mergentheim und dem Bistum Würzburg aufgeteilt war.

Drei Herrschaften

In Edelfingen gab es drei Herrschaften mit fünf Anteilen des Ortes für den Deutschen Orden, zwei Anteile hatten die von Hohenlohe-Linie Neuenstein und in einem Teil des Ortes herrschten das Adelsheimer Geschlecht. Letzterer Herrschaftsteil hatte zur Folge, dass dieser Teil badisch wurde und die Herrschaft des Deutschen Ordens hatte zur Folge, dass es in Unterbalbach auch einen württembergischen Ortsteil gab. Diese Besonderheiten wurden mit einem Staatsvertrag im Jahr 1846, in dem Gebietstausche geregelt wurden, beseitigt. Nun war die Grenze zwischen Baden und Württemberg eindeutig gezogen und noch heute an den bestehenden Grenzsteinen, die jetzt als Gemarkungsgrenzsteine dienen, zu erkennen. Sie lassen sich quer über das Taubertal vom östlichen Geinhardsberg bis auf die Höhen des Blessberges verfolgen. In Edelfingen besteht auch noch das ehemalige Zollhaus am nördlichen Ausgang des Dorfes, das schon lange als Wohnhaus genutzt wird. In der Vergangenheit waren die deutlichsten Unterschiede zwischen beiden Orten die Zugehörigkeit zur katholischen bzw. der evangelischen Religion.

Gewisse Vorbehalte

Während Unterbalbach als katholisch betrachtet wurde, sind die Edelfinger wegen des Patronatsrechts derer von Hohenlohe als evangelische Gemeinde angesehen worden, obwohl es schon immer auch Angehörige der jeweils anderen Konfession in der Einwohnerschaft gab. Das hat sich in früheren Jahren oft in gewissen Vorbehalten gegeneinander auch gezeigt, ist aber in neuerer Zeit, Gott sei’s gedankt, anders geworden. Trotzdem ist auch nach der Gründung des neuen Bundeslandes Baden-Württemberg noch vieles getrennt, kann man auf der Info-Tafel nachlesen. So gibt es im kirchlichen Bereich immer noch badische und württembergische Landeskirchen beziehungsweise Diözesen, im sportlichen Bereich, im kulturellen Bereich, in den Gerichtsbezirken unterschiedliche Landesverbände beziehungsweise Zugehörigkeiten, um nur einige zu nennen. Da sei beispielgebend auf die Kreisreform hingewiesen, die ungeachtet der früheren Landesgrenzen, den Main-Tauber-Kreis zum Ergebnis hatte und zur Folge hatte, dass sich auch andere Institutionen und Einrichtungen in der Region zusammenschlossen.

Freier Autor

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