Neujahrsempfang

Die Zukunftsfähigkeit Ahorns fest im Blick

Bürgermeister Benjamin Czernin ließ in der Aula des Lernhauses die vergangenen Jahre Revue passieren

Von 
Elisabeth Englert
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Aufmerksam lauschten die Gäste dem Rückblick von Ahorns Bürgermeister Benjamin Czernin beim Neujahrsempfang in der Aula des Lernhauses. © Elisabeth Englert

Ein kurzweiliges Programm, nette Begegnungen sowie die Ehrung zahlreicher Blutspender schufen im Zusammenspiel eine herzliche, lockere Atmosphäre beim Neujahrsempfang der Gemeinde Ahorn.

Ahorn. Comeback und Premiere gleichermaßen – das war der Neujahrsempfang in der Aula des Lernhauses in Eubigheim, war er doch der erste nach dreijähriger Pandemiepause und der erste in der knapp zweijährigen Amtszeit von Bürgermeister Benjamin Czernin.

Der unterhaltsame und informative, feierliche und gesellige, ehrenvolle und abwechslungsreiche Mix garantierte eine rundum gelungene Veranstaltung, die ausreichend Raum für Gespräche ließ, was dem Nachmittag Lockerheit und Frische verlieh. In seiner mit Bildern unterlegten Ansprache visualisierte Czernin das trotz Pandemie lebendige Gemeindeleben der vergangenen Jahre, die „nicht einfach und von zahlreichen Krisen geprägt“ waren. Umso schöner sei es, dass man nun diese Zeit miteinander verbringen könne.

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Baumaßnahmen wie der Anbau des Lernhauses, die Kanalsanierung in Berolzheim, die Sanierung der Straße von Buch nach Gräffingen, der Kanalanschluss von Buch nach Gerichtstetten mit einem Investitionsvolumen von über einer Million Euro oder die Wohnumfeldmaßnahme am Kirchplatz in Schilling-stadt stellten die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der Kommune. Die Neueröffnung eines Kosmetikstudios sowie zweier Friseursalons in verschiedenen Ortsteilen belegten, dass sich auch „schönheitstechnisch“ einiges getan habe. Darüber hinaus bilde der Salon in Schilling-stadt nach der Schließung des Lebensmittelgeschäftes einen neuen „Dorfmittelpunkt.“

„Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist“, wertschätzte der Rathauschef und lobte das Engagement der Vereine als „wichtigste Säule unserer Kommune.“ In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Einweihung der Dorftreffs in Berolzheim und Eubigheim sowie des Refugiums in Schillingstadt, das als Außenstelle des Standesamtes ein besonderes Ambiente für Trauungen biete. Auch das Allwetterkleinspielfeld wurde nach einer gelungenen Einweihungsfeier seiner Bestimmung übergeben und bereichere Gesamtgemeinde und Lernhaus zugleich.

Immer mehr Menschen zögen auf’s Land, der Trend der Landflucht habe sich gewendet. Mit der Erschließung „Schusteräcker III“ sowie „Unterm Sindolsheimer Weg“ schaffe man die Voraussetzungen für Wohnraum fernab der Ballungszentren. Auch in Sachen Naturschutz leiste die Gemeinde ihren Beitrag. Mit den Renaturierungen des Hasselbachs sowie der Erfa wurden ursprüngliche Zustände nebst Rückzugsorten für die Fauna geschaffen.

Stolz blickte das Gemeindeoberhaupt auf die personell gut aufgestellte Feuerwehr sowie deren erfolgreichen Abschluss des Maschinistenlehrgangs. „Es war ein kompletter Lehrgang aus Ahorn“, freute er sich über die enorme Bereitschaft sich weiterzubilden.

Darüber hinaus erinnerte er an das Jubiläum zum 70-jährigen Bestehen des katholischen Kindergartens Sankt Josef in Eubigheim, die unbeschwerte Badesaison im Familienbad, die 16 542 „erstrampelten“ Kilometer beim Stadtradeln sowie die Auszeichnung dreier Finalisten aus der Gemeinde beim Toni-Ideenwettbewerb.

Auch die Geselligkeit kehrte wieder zurück. Mit dem Seniorenausflug und den Taubertäler Wandertagen erkundete man attraktive Reiseziele in unmittelbarer Umgebung. Als „persönliches Highlight“ bezeichnete er den rechtssicheren Abschluss des Bebauungsplans „Frühmesser“ in dessen Folge der Neubau des Service Centers der Firma Kärcher begonnen und zielstrebig vorangebracht wurde.

Das 1250-Jahr-Jubiläum Schillingstadts werfe bereits seine Schatten voraus. Bis allerdings der von Kindern gepflanzte Jubiläumswald einen solchen spendet, werde noch etwas Zeit ins Land gehen. Doch herrsche große Freude auf das Jubiläumsfest am Pfingstwochenende sowie auf den langersehnten Besuch aus Ahorns französischer Partnergemeinde Plesder.

Dass der Bürgermeister nicht nur in Worten, vielmehr auch mit beiden Beinen „für die Gemeinde Ahorn einsteht“, demonstrierte er humorvoll, indem er ein Geheimnis inklusive seiner Hosenbeine lüftete: die bürgermeisterlichen Füße steckten in Socken mit dem Wappen Ahorns, was vom Publikum mit freudigem Applaus belohnt wurde.

Grußworte

Beeindruckt von diesem Rückblick lobte Landtagsvizepräsident Professor Dr. Wolfgang Reinhart: „Kompliment, hier geschieht was!“ Bezug nehmend auf die Stadtflucht unterstrich er die Stärken des ländlichen Raums, insbesondere die Familienfreundlichkeit, die durch das Homeoffice veränderte Arbeitswelt oder Verkehrsgünstigkeit. Mit „Wir können die Herausforderungen meistern“ appellierte er mit Optimismus und Zuversicht ins neue Jahr zu starten. Wertschätzende Worte fand er für die zahlreich ehrenamtlich Engagierten. „Ihr habt einen guten Geist“ und versprach, gerne die Vorhaben zu begleiten.

Diese Zuversicht aufgreifend mahnte Dekan Rüdiger Krauth von der evangelischen Kirchengemeinde die Dankbarkeit an. Es gehe den Menschen in der Region verhältnismäßig gut, man müsse sich nicht vor Raketeneinschlägen fürchten und könne sich friedlich treffen. Er ermunterte, den Mitmenschen mit Freundlichkeit zu begegnen und mit Gottvertrauen zu leben.

Mit der Gitarre ans Rednerpult kam Pater Bernard von der katholischen Pfarrgemeinde und stellte in seinem musikalischen Grußwort „Ist’s nur Fassade“ Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit im Umgang mit sich selbst sowie seinem Gegenüber in den Fokus.

Mitgestaltet und abgerundet wurde der Empfang durch die Schülerinnen der Musikschule Bauland, Laura Horn und Diana Deßner am Flügel sowie den schwungvollen, thematisch passenden Beiträgen des katholischen Kirchenchors unter Leitung von Theodor Spannagel.