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Leserbrief - Zu „So hilft der Schutz seltener Arten allen“ (FN, 5. Januar)

Rebhühnern Nahrungsgrundlage geraubt

Von 
Friedbert Stolz
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Erfreulich ist da zu lesen, dass um das Schefflenztal die größte Population an Rebhühnern in Baden-Württemberg vorkommt. Das zeigt auch, dass die Rebhühner hier einen idealen Lebensraum vorfinden, und das wohl ohne seitherige behördliche Eingriffe.

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Nun plant das Naturschutzreferat im Regierungspräsidium Karlsruhe größere Eingriffe in eine selbstentwickelte Naturlandschaft, wie das Entfernen von Bäumen und einen starken Rückschnitt an Hecken.

Mit solchen Maßnahmen hat man auch schon mancherlei Lebensgrundlagen vieler Arten im Naturkreislauf kaputtgemacht. Die Rebhühner wird man dabei wohl erst einmal verjagen.

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So geschehen schon seit über 40 Jahren rund um Schweinberg auf ehemaligen Hutungen und Weinbergflächen, die die Landwirte einmal im guten Glauben den Naturschutzbehörden überlassen haben – nicht nachvollziehbare Eingriffe in die Naturlandschaft. Hier glaubte man, nach dem Fund von seltenen Orchideen, behördlich eingreifen zu müssen, um die bereits ohne deren Zutun sich ausgebreiteten Orchideen und den Magerrasen zu schützen. Wovor?

Da hat man auf den unter Naturschutz gestellten Flächen, die zwischenzeitlich auch noch als FFH-Gebiete verwaltet werden und sich in verschiedenen Fluren befinden, durch Roden von Bäumen, Hecken und Gestrüpp sowie einem vollständigen Abmähen des jährlichen Aufwuchses im Spätsommer einen bis heute anhaltenden Vernichtungsfeldzug gegen die heimische Tier- und Pflanzenwelt gefahren.

Zwischenzeitlich sind auch die Rebhühner bei uns ausgestorben. Den Samen- und Pflanzenfressern raubte man durch diese Eingriffe jegliche Nahrungsgrundlage – und damit auch den Wintervorrat.

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Vielen Lebewesen wurde die Deckung genommen. Den Insekten, die in ihrem Leben zum Teil mehrere Entwicklungsstufen durchmachen, zerstörte und beendete man hierbei die Weiterentwicklung.

Diesen behördlich geleiteten Raubbau sollte man nach vier Jahrzehnten endlich mal bemerkt haben und entsprechende Korrekturen einleiten.

Bei zukünftigen angeordneten sogenannten „Rettungsaktionen“ sollte die vorhandene selbstentwickelte und vielseitige Naturlandschaft erste Priorität haben.

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