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Sommersynode

Kirchengemeinden vor Veränderungen

Evangelischer Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg befasste sich mit bevorstehenden Strukturveränderungen

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Die evangelische Bezirkssynode befasste sich mit den Veränderungen, die auf die Kirchengemeinden zukommen. © Kirchenbezirk

Adelsheim/Boxberg. „Die heutige Synode ist wohl eine der für unseren Bezirk bedeutendsten, die ich eröffnet habe“, diese Worte des Vorsitzenden Pfarrer Karl Kreß bildeten den Auftakt der Bezirkssynode des evangelischen Kirchenbezirks Adelsheim-Boxberg. 36 stimmberechtigte Synodale trafen sich am Samstag im evangelischen Gemeindehaus in Boxberg.

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Bereits im Frühjahr hatte das Gremium über die gravierenden Veränderungen beraten, die auf die evangelischen Christen und ihre Kirchengemeinden zukommen: Bis 2032 müssen in der gesamten Badischen Landeskirche rund 30 Prozent der Pfarrstellen und des Gebäudebestands eingespart werden. Die Kirche reagiert damit auf zurückgehende Mitgliederzahlen und damit einhergehend geringer werdende finanzielle Spielräume.

Begleitet werden die Einsparungen durch einen Transformationsprozess, der die kirchlichen Strukturen an die veränderten Bedingungen anpassen und die Kirche so zukunftsfähig machen soll. Im Fokus der Beratungen standen am Samstag die sogenannten „Kooperationsräume“, in denen mehrere Kirchengemeinden zusammengefasst werden sollen.

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Pfarrer Philipp Tecklenburg, stellvertretender Dekan des Kirchenbezirks, diskutierte mit den Synodalen verschiedene mögliche Zuschnitte dieser neuen Strukturen. Angedacht ist, den Kirchenbezirk in insgesamt drei Kooperationsräume zu untergliedern. 2032 werden jedem Kooperationsraum voraussichtlich vier Pfarrstellen und etwa 4000 bis 6000 Kirchenmitglieder zugeordnet sein. Insgesamt verfügt der Kirchenbezirk dann also noch über zwölf vollzeitige Pfarrstellen, eine Reduktion von derzeit 16, wobei es keine separate Stelle für das Dekansamt geben wird.

Nicole Gutknecht aus dem evangelischen Oberkirchenrat (EOK) stellte der Synode aus juristischer Perspektive verschiedene Möglichkeiten zur Gestaltung der zu bildenden Kooperationsräume vor. Übergangsweise könne die Zusammenarbeit der jeweiligen Kirchengemeinden durch „überparochiale Dienstgruppen“ abgebildet werden. Dabei bleiben die Gemeinden rechtlich und wirtschaftlich völlig selbstständig, lediglich die hauptamtlich Mitarbeitenden kooperieren über die Gemeindegrenzen hinweg. Langfristig wird jedoch eine engere Verknüpfung der Gemeinden innerhalb eines Kooperationsraums angestrebt.

Möglich ist eine vollständige Zusammenlegung (Fusion) der Gemeinden ebenso wie die Bildung von Gemeindeverbänden, an die die beteiligten Gemeinden bestimmte Aufgaben – zum Beispiele Gebäudeverwaltung oder Jugendarbeit – zur gemeinsamen Erledigung delegieren. Noch sehr unspezifisch erscheint die Option zur Bildung sogenannter „Vernetzungsräume“, in denen mehrere Kirchengemeinden verschiedene Formen der thematischen Zusammenarbeit erproben können.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die aufgezeigten Perspektiven von den Synodalen mehrheitlich positiv aufgenommen wurden. Es herrschte großes Verständnis für die Notwendigkeit tiefgreifender Reformen. Besorgt zeigte man sich, ob auch in Zukunft die Versorgung der Gemeinden mit Gottesdiensten und Seelsorge aufrechterhalten werden könne.

Im November 2022 wird die Synode an dem Thema weiterarbeiten. Dann sollen der endgültige Zuschnitt der Kooperationsräume festgelegt und die Kürzungen in Hinblick auf den Gebäudebestand geplant werden. Was hier noch auf die evangelischen Christen zukommt, verdeutlichte Andreas Maier, Leiter der Abteilung Gemeindefinanzen im EOK: Wie bereits bekannt, müssen kirchliche Gebäude in einem Ampelsystem kategorisiert werden. Nur „grüne“ Gebäude werden garantiert langfristig landeskirchlich finanziert. Im gesamten Kirchenbezirk werden das nicht mehr als 20 Gebäude (Kirchen und Gemeindehäuser) sein, bei den anderen Immobilien ist die Zukunft noch offen („gelb“) beziehungsweise eine zentrale Finanzierung zukünftig nicht mehr möglich („rot“).

Angesichts dieser Aussichten ermutigte Dekan Rüdiger Krauth die Anwesenden in seiner Predigt dazu, die eigene Frustration und Sorgen im Gebet vor Gott zu bringen. Man dürfe darauf vertrauen, dass Gott solche Gebete nicht unbeantwortet lässt und handelt. Außerdem müsse man sich vor Augen führen, dass man auch in Zeiten tiefgreifender Veränderungen nie allein unterwegs sei, sondern von der starken Gemeinschaft der Glaubenden getragen werde.

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