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Gemeinderat - Ergebnis der Immobilien-Leerstanderhebung durch die Gemeindeverwaltung fiel sehr ernüchternd aus

Wittighausen: Kaum jemand will seinen Leerstand verkaufen

Von 
Peter D. Wagner
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Wittighausen. Weitgehend ernüchternd fielen die Ergebnisse einer Immobilien-Leerstanderhebung der Gemeinde Wittighausen aus, die Bürgermeister Marcus Wessels am Dienstagabend in der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Unterwittighausen vorstellte.

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524 Personen angeschrieben

Zwischen Januar und Februar hatte die Gemeindeverwaltung alle Grund- und Immobilieneigentümer angeschrieben, um ungenutzte (Bau-)Grundstücke sowie leerstehende Häuser und Wohnungen in allen Ortsteilen zu ermitteln (wir berichteten). Zudem wurde angeboten, Eigentümer gegebenenfalls bei der Antragstellung auf Bau- oder Sanierungsfördermittel oder bei der Vermarktung einer Immobilie zu unterstützen. Darüber hinaus hatte Wessels nicht ausgeschlossen, dass die Gemeinde ein unbebautes oder mit einem abrissreifen Altbau bestücktes Grundstück erwerben und weiter veräußern würde.

Insgesamt wurden 524 Personen persönlich angeschrieben und um Rückmeldung per kurzem Fragebogen gebeten. Von 308 Adressaten (59 Prozent) ging keinerlei Rückmeldung ein. Zwar eine Rückantwort, jedoch mit der Mitteilung „Kein Leerstand“ kam von 195 Befragten (37 Prozent). Einerseits Leerstand, andererseits kein Verkaufsinteresse teilten 17 Teilnehmer (drei Prozent) mit. Lediglich sieben Eigentümer (ein Prozent) gaben sowohl einen Leerstand als auch ein Verkaufs- und Vermarktungsinteresse an.

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Von
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Von diesen sieben Auskünften mit Verkaufs- oder Vermarktungsinteresse sei hingegen nur eine Wohnung direkt nutzbar, welche immerhin nun für die Flüchtlingsunterbringung vorgehalten werden könne, berichtete Wessesls. Eine zu verkaufende Doppelhaushälfte sei in einem sehr schlechten Zustand, so dass hier ein Kauf nicht ratsam erscheine. Weiterhin wurde zum Beispiel ein landwirtschaftliches Lagerhaus angeboten oder eine Fläche, die kaum zu erschließen sei, aber wenigstens als Ausgleichsfläche nutzbar wäre.

„Hintergrund der Erhebung war, dass die Nachfrage nach Wohnraum einerseits sehr hoch ist und andererseits die Möglichkeiten der zusätzlichen Wohnraumschaffung begrenzt sind“, erklärte der Bürgermeister nochmals. „Der Flächenverbrauch durch die Neuschaffung von Baugebieten steigt immer mehr, so dass alle Kommunen verpflichtet sind, die noch vorhandenen Potenziale auszuschöpfen“. Insofern sei diese Erhebung sowohl für zukünftige Antragstellungen auf Fördermittel im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) als auch für die Flächennutzungsplanung und die Weiterentwicklung der Gemeinde Wittighausen sehr wichtig, bekräftigte er.

Da inzwischen sämtliche Grundstücke in den Neubaugebieten „Am Bären“ in Unterwittighausen und „Am tiefen Weg“ in Oberwittighausen verkauft seien sowie die Einwohnerzahl in der Gemeinde im Vergleich zum Vorjahr um fast zwei Prozent auf 1706 Personen angestiegen sei, bestehe nach wie vor die Dringlichkeit, möglichst bald weiteren Wohnraum oder Neubaugrund offerieren zu können. Die Resultate in der Gemeinde Wittighausen seien ganz ähnlich wie die einer vergleichbaren Immobilien-Leerstanderhebung der benachbarten Stadt Grünsfeld, konstatierte Wessels.

Keine einfache Aufgabe

Es sei jedoch keine einfache Aufgabe, Leerstände zu identifizieren und vor allem zu beseitigen, beispielsweise weil es sich bei den Inhabern oft um Erbengemeinschaften handle, bei denen das Eigentum mehrfach und kompliziert aufgesplittet sei.

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Ratsmitglied Herbert Reinhart nannte exemplarisch weitere mögliche Gründe für eine Nichtrückmeldung oder fehlende Bereitschaft, einen Leerstand bereitzustellen und zu vermarkten.

Auch wenn die Rückmeldung somit geradezu erwartbar ernüchternd ausgefallen sind, sollte dennoch weiterhin dazu aufgerufen werden, vorhandenen Leerstand anzubieten oder zu vermarkten, da ansonsten insbesondere aufgrund des Gebotes zum Flächen sparen eine weitere Wohnentwicklung im Wittighausener Gemeindegebiet nur sehr schwer realisierbar sein wird“, appellierte der Bürgermeister.

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