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Kleinkunstverein Convenartis - Publikum kürte den Musikkabarettisten zum Gewinner

Siebter „Affe“ geht an Sven Garrecht

Von 
Nadine Schmid
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Das Publikum hat bei der Veranstaltung des Kleinkunstvereins Convenartis entschieden: Der Musikkabarettist Sven Garrecht ist der siebte Preisträger des „Wertheimer Affen“. © Nadine Schmid

Sven Garrecht heißt der siebte Preisträger des „Wertheimer Affen“. Am Samstag setzte der Musikkabarettist sich gegen Rosi Scherer und Julian Beysel durch. Etwa 70 Zuschauer kürten beim Abend des Kleinkunstvereins Convenartis den Sieger.

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Wertheim. „Ich kann es heute ruhig angehen. Ich bekomme meine Gage sowieso“, freute sich Michael A. Tomis. Das Mitglied der Kabarettgruppe „Totales Bamberger Cabaret (TBC)“ führte als Moderator souverän durch die Veranstaltung in der Aula Alte Steige. Dabei bot er selbst gute Unterhaltung, etwa wenn er mit dem Publikum über Werbesprüche philosophierte, die „alle über 40 kennen“. Überhaupt wurden die Zuschauer an diesem Abend stark eingebunden, durften klatschen, singen, Schüttelreime vervollständigen, reinrufen – und eben am Schluss durch Beifall den Sieger küren.

Zu Beginn stellte Tomis die drei Siegertypen der „Oscar“-Verleihung dar: Den, der vor Freude ausrastet, den, der vor Rührung keine Worte findet und den Dritten, der eine Botschaft mitteilen will. Er frage sich, zu welchem Typus der Sieger des „Wertheimer Affen“ später gehören werde.

Die Reihenfolge für die drei Wettbewerbsteilnehmer war bereits vor der Veranstaltung ausgelost worden. So hatte der 33-jährige Hesse Sven Garrecht den ersten Auftritt. Dafür stellte er sein rot schimmerndes E-Piano mitten auf die Bühne.

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Doch zunächst unterhielt er sich im Plauderton mit den Anwesenden und gab das eine oder andere Gedicht zum Besten. Gleich zu Beginn teilte er einige Fakten über sich mit, etwa, dass er als Kind eine Murmel verschluckt habe. Mehrmals lotete er diese – wieder aufgetaucht – als Preis aus – den seltsamerweise keiner haben wollte.

Mit Worten gespielt

Garrecht spielte mit Worten, Melodien und überraschenden Pointen, etwa beim „Lied für die Weinkönigin“ oder dem einzigen Liebeslied, dass er jemals geschrieben hat – und in dem es sich, wie man dann erfährt, um seine Erfahrung bei der Musterung handelt. Später folgt noch eines über die Politesse.

Diese Liebe wird durch die vielen Strafzettel teuer. Und da das Lied, wie er zugibt, etwas sexistisch ist – immerhin geht es um den Po der Politesse, lieferte der Seligenstädter dem Publikum noch zwei weitere Versionen. Dann ließ er die Zuschauer eine der drei Versionen begeistert mitsingen.

Gesellschaftskritisch wurde es im „Heldenlied“. In dem zeigte Sven garrecht, wie einfach man doch im Umweltschutz ein Held werden könne und dass dabei die wahren Helden die „Friday-for-Future-Kkids“ seien.

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Anschließend zeigte der 30-jährige Julian Beysel aus Wolfratshausen sein Können. Als frischgebackener Vater erzählte er launig aus seinem Familienleben. Dabei fühle er sich noch gar nicht als erwachsener Mann, gestand der Bayer, der neben seinen Stand-up-Comedy-Auftritten als Beleuchter bei „Sturm der Liebe“ arbeitet. Anschaulich beschrieb er, wie er bei Nachtaufnahmen mit Hornissenschwärmen kämpfen muss, die sich alle der einzigen Lichtquelle im Umfeld, also seinem Scheinwerfer, nähern.

Wertheim finde er schnuckelig, bekannte Beysel. Da ihn diese Idylle skeptisch machte, fragte er: „Wo ist der Haken? Opfert ihr jedes Jahr auf der Burg eine Jungfrau?“

Nach der Pause hatte Rosi Scherer ihren Auftritt. Sie ist zwar schon lange im Kabarettgeschäft, aber nach vielen Jahren als Teil einer Gruppe tritt sie erst seit 2018 als Solokünstlerin auf. Scherer stammt aus Mosbach und machte damit das „Drei-Länder-Eck Bayern, Hessen, Baden-Württemberg“ komplett, wie Tomis feststellte.

Die kabarettistin ist bereits Großmutter. Daher betrachtet sie das heutige Aufwachsen von Kindern kritisch, wie sie in einem Lied nach der Melodie „Ihr Kinderlein kommet“ aufzeigte. Dabei begleitete sie sich selbst auf der Ukulele.

Rosi Scherer schilderte anschaulich den Alltag einer Frau in den Wechseljahren und schlüpfte in verschiedene Rollen, etwa die einer Messnerin und einer Sprachwissenschaftlerin. Sie packte politische Themen an wie Gendern, Klima und die aktuelle Rolle der Kirche. Besonders beeindrucke ihr Rap, mit dem sie versuchte, die junge Generation für die alten Literaturklassiker zu begeistern.

Am Ende blieb dem Publikum die Qual der Wahl. Alle drei Künstler hatten überzeugt. „Das wird schwierig“, stellte Moderator Tomis während des Applaus-Messens immer wieder fest. Der erste Platz war allerdings schnell eindeutig.

Um den zweiten Rang gab es dann ein Stechen. Bei dem setzte sich Rosi Scherer knapp gegen Julian Beysel durch.

Bei der Siegerehrung überreichten die Vorstandsmitglieder von Convenartis den Teilnehmern die Glastrophäen mit eingelasertem „Wertheimer Affen“. Außerdem erhielt die Zweitplatzierte ein Preisgeld von 200 Euro, der Sieger eines von 500 Euro. Im Preis ist auch ein abendfüllender Auftritt bei Convenartis enthalten.

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