Ortschaftsrat tagte

Nassiger sehen in Sanierung der Miltenberger Straße Chancen

Überlegungen zu Nahwärmenetz. Fragenkatalog zum Thema Windenergie

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Nassig. Um das Thema Windkraft ging es neben Rück- und Ausblick in der Sitzung des Nassiger Ortschaftsrats am Montag.

In den kommenden Jahren werden in die Ortschaft Millionen investiert. Eine große Chance sieht man in Nassig in der Sanierung der Miltenberger Straße durch das Land Baden-Württemberg als Straßenbaulastträger. Im Rahmen der Baumaßnahme könne nicht nur die rund 60 Jahre alte Wasserleitung durch die Stadtwerke auf der rund 1000 Meter langen Strecke erneuert werden, hieß es. Es entsteht dort auch die Möglichkeit, ein Nahwärmenetz für rund 100 Haushalte zu schaffen. Die Sanierung der Straße hat beim Land höchste Listepriorität. Es gibt zwar noch keinen festen Termin für diese Sanierung. Diese soll aber voraussichtlich 2024 stattfinden.

Interesse besteht

Schon vor einiger Zeit hatten die Stadtwerke das Interesse der Bürger an einem solchen Nahwärmenetz abgefragt. Die unverbindliche Resonanz sei sehr gut gewesen, so Ortsvorsteher Volker Mohr. Aus den Willensbekundungen der Angrenzer der Miltenberger Straße müssten für eine Umsetzung handfeste Zusagen für einen Anschluss werden. Für Anschlusswillige soll es eine weitere Informationsveranstaltung geben.

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L.M.
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Die Planungen der Stadtwerke sehen das Areal des früheren Lagerhauses als möglichen Standort für das Heizhaus. Möglich wäre auch ein Anschluss von Häusern in Straßen, die von der Miltenberger Straße abzweigen. Hier müssten die Stadtwerke die Baukosten aber vollständig tragen. Denkbar sei außerdem der Anschluss des Neubaugebiets „Welzkübel“. Die Wärmeabnahme dort sei wegen der hohen Energieeffizienz der Gebäude aber gering.

Die Sanierung der Gehwege entlang der Miltenberger Straße ist Aufgabe der Stadt Wertheim. Dafür sind 2024/25 rund eine Millionen Euro vorgesehen.

Bürger geben Bauplätze zurück

Zum Baugebiet „Welzkübel“ erklärte Mohr, dass gemäß des ersten Planungsentwurfs dort bis zu 24 Bauplätze entstehen könnten. Im November hatte der Gemeinderat das Gebiet beschlossen und 20 000 Euro Planungsmittel bereitgestellt. Eine Realisierung des Baugebiets sei 2024 möglich. Die Grundstückspreise dürften deutlich über denen des Neubaugebiets „Müllerswiesen“ liegen. Dies erschwere den Kauf, verwies Mohr darauf, dass viele reservierte Bauplätze wegen der steigenden Baukosten derzeit zurückgegeben werden.

Erneut beschäftigten sich Räte und Bürger mit dem Thema Windkraft auf der Gemarkung der Großen Kreisstadt, insbesondere im Schenkenwald. In Richtung des Regionalverbands Heilbronn-Franken forderte der Ortschaftsrat, dass alle Bereiche im Regionalverband ihren Beitrag zur Energiewende leisten und man für das Erreichen des Flächenziels nicht nur auf den ländlichen Raum zurückgreift.

Die Planungen des Fürstenhauses im Schenkenwald für fünf Anlagen (wir berichteten mehrfach) sei derzeit nur eine Projektskizze, wurde erklärt. Aktuell gebe es Voruntersuchungen zur Umweltverträglichkeit. Diese änderten aber nichts am Status des Projekts.

Der Ortschaftsrat hatte einen Fragekatalog erarbeitet, den man der Stadtverwaltung zeitnah zuleiten wird. Man hofft auf eine schnelle Antwort. Mohr zählte folgende Fragen auf: „Sind der Schenkenwald und der Heegwald schon als Standorte gesetzt?“ und „Welche Flächen sieht der Regionalverband für den Landkreis und die Kreisstadt vor?“

Wichtig ist dem Ortschaftsrat, dass man als Stadt selbst aktiv handelt und nicht einfach eine Entscheidung des Regionalverbands abwartet. Weiter fordert das Gremium für Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit der finanziellen Beteiligung an den Windkraftanlagen, damit sie auch finanziell partizipieren können.

Auf Nachfrage von Zuhörern sagte Mohr, die Windhäufigkeit stehe als Kriterium bei der Entscheidung des Regionalverbands für eine Fläche nicht an erster Stelle. Der Verband bewerte unter anderem den Abstand zur Wohnbebauung, den Artenschutz und die Flugkorridore der Bundeswehr.

Eine besondere Freude war es für Mohr, zwei Blutspender für ihren Einsatz zu ehren. Harald Heß wurde für 125 Spenden ausgezeichnet. Eine solche Ehrung gab es in der Ortschaft zum ersten Mal. Annerose Heitmann ehrte Mohr für 75 Blutspenden.

Wie der Ortsvorsteher in seinem Rückblick erklärte, laufe das Vereinsleben, das unter Corona gelitten habe, wieder an. Mohr bedauerte, dass das Westernfest nicht mehr stattfinden wird.

Abschaltung der Beleuchtung

Eine wichtige Information gab es für alle, die bei Nacht unterwegs sind. Nassig wird sich am Wertheimer Modellprojekt zum zeitweisen Abschalten der Straßenbeleuchtung beteiligen. Start soll noch im Januar sein. Einen konkreten Termin gibt es wegen noch zu treffender technischen Vorbereitungen noch nicht. Die Beleuchtung soll versuchsweise zwischen 0.30 und 4.30 Uhr abgeschaltet werden. Nach einigen Wochen wird das Projekt ausgewertet.

Weiter informierte Volker Mohr, dass Nassig mit momentan 1342 Einwohnern weiterhin die größte Ortschaft der Kreisstadt ist. Platz zwei nehme Reicholzheim mit 1216 Bürgerinnen und Bürgern ein. Kleinste Ortschaft sei Dietenhan mit 310 Einwohnern.