Untersuchung

Kreisstadt ist äußerst seniorenfreundlich

Tauberbischofsheim landet laut Magazin „Kommune“ von 900 Kleinstädten auf Rang 50

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Die Stadt Tauberbischofsheim zählt gemäß den Resultaten eines Rankings zu den seniorenfreundlichsten Kleinstädten in Deutsch-land. Das Bild zeigt den Neubau des Seniorenzentrums Haus Heimberg der Gesundheitsholding Tauberfranken. © Englert

Tauberbischofsheim. Wo haben ältere Menschen in Kleinstädten die besten Lebensbedingungen? Dies hat die Zeitschrift „Kommune“ durch Heranziehung statistischer Daten von bundesweit rund 900 Städten mit mindestens 10 000 und maximal 20 000 Einwohnern untersucht und verglichen. „Kommune“ ist das in Europa größte Magazin für Kommunalpolitik und erscheint in partnerschaftlicher Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund.

Das Ranking mit dem Titel „Deutschlands Seniorenparadiese“ zeigt, dass die Unterschiede in den Regionen und Kommunen teilweise massiv sind. Einen beachtlichen 50. Rang belegt in der Klassifikation die Stadt Tauberbischofsheim, die damit immerhin etwa im vorderen Zwanzigstel der 900 untersuchten Kleinstädte liegt und knapp 95 Prozent hinter sich lässt.

Lebenswerte Heimat

„Dies beweist die äußerst günstigen und gesunden Wohnbedingungen, die wiederum von einer lebens- und liebenswerten Heimat zeugen“, analysiert MdL Professor Dr. Wolfgang Reinhart erfreut das Abschneiden der Kreisstadt bei diesem Vergleich der Lebensbedingungen für ältere Menschen. „In Deutschland wollen fast alle Menschen möglichst alt werden, aber kaum jemand will alt sein“, gibt der Landtagsvizepräsident und Wahlkreisabgeordnete zu bedenken. Dies habe viel mit Ängsten sowohl rund um die Gesundheit als auch vor einer mangelhaften Versorgung oder einer Altersarmut zu tun.

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„Nachdem schon in Tauberbischofsheim die Lebensqualität für Menschen über 50 und Senioren so hoch ist, legt dieses Resultat außerdem den Rückschluss nahe, dass dies auch auf die Stadt Wertheim sowie erst recht auf die Kur- und Gesundheitsstadt Bad Mergentheim zutreffen dürfte“, ist Wolfgang Reinhart überzeugt. Allerdings wurden beide Städte in diesem Ranking nicht berücksichtigt, da sie jeweils etwas über 20 000 Einwohner zählen.

67 Indikatoren berücksichtigt

Bei der Rangliste des Magazins „Kommune“ spielten insgesamt 67 verschiedene statistische Indikatoren eine Rolle. Dazu zählten unter anderem die Anzahl der Senioren in einer Kommune, die Anzahl der Begegnungsstätten wie etwa Restaurants, Cafés oder ähnliche Einrichtungen, um Gleichgesinnte treffen zu können, sowie Aspekte der Sicherheit beispielsweise vor Einbrüchen, Diebstählen und Überfällen. Wesentliche Kriterien waren zudem die Anlaufmöglichkeiten für Gesundheitsversorgung sowie die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen und der Seniorenheime.

Auf dem ersten Platz des Rankings landete die mittelfränkische Stadt Bad Windsheim (Landkreis Neustadt an der Aisch), gefolgt von Bad Neustadt an der Saale (Unterfranken / Landkreises Rhön-Grabfeld) und Bad Wildungen (Hessen / Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Wenn in einer Kommune wie in der Kreisstadt Tauberbischofsheim ein attraktives Seniorenzentrum wie das neue Haus Heimberg der Gesundheitsholding Tauberfranken entstehe, lasse sich diese Qualität nicht direkt aus einem Klassement ablesen, das auf statistischen und damit quantitativen Daten basiert. Allerdings ziehe ein solches Bauprojekt wiederum sowohl weitere Senioren an als auch möglicherweise Beschäftigte im Gesundheitswesen wie etwa Pflegepersonal oder Ärzte, zeigt sich Wolfgang Reinhart überzeugt.

Mehr Medizinstudienplätze

Reinhart weist darauf hin, dass es ihm ein wichtiges Anliegen gewesen sei, in der vergangenen Legislaturperiode ein Programm für zusätzliche Studienplätze für Mediziner im ländlichen Raum zu initiieren und durchzusetzen. „Hierfür haben wir die Zahl der Studienplätze um zehn Prozent erhöht. Die Nachfrage bestätigt mittlerweile die Richtigkeit dieser Entscheidung“, resümiert der Landtagsvizepräsident.