Tauschvertrag

Staatswald wächst im Bereich Oberbalbach und Messelhausen

Forst BW erwirbt von der Ulmer Firma Schwenk Zement 170 Hektar

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Das Land Baden-Württemberg wird im Zuge eines Tauschvertrags mit der bisherigen Eigentümerin rund 170 Hektar Waldfläche bei Oberbalbach und Messelhausen erwerben. Das Bild zeigt einen Teilabschnitt des Zugewinns für den tauberfränkischen Staatswald beim Marstadter See auf Gemarkung Messelhausen. © Peter D. Wagner

Oberbalbach/Messelhausen/Stuttgart. „Das Land Baden-Württemberg wird rund 170 Hektar Waldfläche bei Oberbalbach und Messelhausen erwerben. Dieser große Flächenzugewinn für den tauberfränkischen Staatswald soll im Zuge eines Tauschvertrags mit der bisherigen Eigentümerin der Flächen, der Firma Schwenk Zement mit Sitz in Ulm, erfolgen.

„Das ist eine gute Nachricht für die heimische Forstwirtschaft“, freut sich Professor Dr. Wolfgang Reinhart, MdL, nachdem der Landtag von Baden-Württemberg nun seine Einwilligung zu dem Tauschgeschäft erteilt hat.

Strukturverbesserungen

Ziel des Tauschs auf den beiden Gemarkungen Oberbalbach und Messelhausen seien „Strukturverbesserungen im Staatswald“, wie es im Antrag des Finanzministeriums heißt. „Beim Tauschgeschäft selbst wird das Land durch die Forst BW vertreten, deren Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereich sämtliche Grundstücksgeschäfte mit dem Landesforstvermögen obliegen“, erläutert Landtagsvizepräsident Reinhart.

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Diana Seufert
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Die Schwenk GmbH & Co. KG soll im Gegenzug landeseigene Grundstücke im Altdorfer Forst auf der Ulmer Alb erhalten, auf denen früher Abbau unter Tage erfolgte. Aufgrund des erheblichen Tauschwerts der Grundstücke – ein Waldwertgutachten bezifferte diesen auf eine Höhe von insgesamt rund 4,2 Millionen Euro – musste nach der Landhaushaltsordnung (LHO) vor dem Vertragsabschluss der Landtag seine Zustimmung geben. Zuvor hatte sich bereits im Oktober der Finanzausschuss des Landtags mit der Angelegenheit befasst und in seiner Beschlussempfehlung an das Plenum einstimmig den Tausch befürwortet.

Dabei teilte die Forst BW in der Sitzung auf Nachfrage von Wolfgang Reinhart, der Mitglied im Finanzausschuss ist, mit, dass auf den neuen Waldflächen eine konventionelle forstliche Nutzung erfolgen solle, die hohen Standards entsprechen werde.

„Unsere Wälder sind Rohstofflieferant, Erholungsort, Lebensraum und Klimaschützer schlechthin. Von daher freut es mich sehr, dass das Land nun diese großen Waldflächen im Main-Tauber-Kreis erwerben kann. Denn eine nachhaltige Forstwirtschaft ist der Schlüssel, um Ökologie und Ökonomie hier bestmöglich miteinander zu vereinen“, erklärte Reinhart weiter.

Nachdem bereits mehrere Kommunen in der jüngeren Vergangenheit Waldflurneuordnungsverfahren begonnen oder umgesetzt haben, sei dieser Tausch „ein weiterer wichtiger Schritt, um die Wälder, die wesentlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft und damit unserer Heimat sind, auch für künftige Generationen gut zu erhalten“, meinte der Landtagsvizepräsident abschließend.