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Wasserversorgung Mittlere Tauber

Bei niedrigerem Härtegrad müssen Geräte neu eingestellt werden

Der Endspurt in Richtung weicheres Wasser hat mit dem Einbau der Entkalkungsanlage begonnen

Von 
Heike von Brandenstein
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Das ankommende Rohwasser wird auf seine Qualität geprüft. Als Geschäftsführer des Zweckverbands ist Klaus Seidenspinner froh, dass es noch nie den Nachweis von Pflanzenschutzmitteln oder anderen Giften gab. © Heike von Brandenstein

Seit Mitte Mai läuft der Einbau der Enthärtungsanlage im Wasserwerk Tauberbischofsheim, ab Mitte Oktober sollen die ersten Städte und Gemeinden des Zweckverbands an die neue Wasserversorgung angeschlossen werden.

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Tauberbischofsheim. Im Wasserwerk zu arbeiten, ist derzeit eine gute Adresse. Es herrscht, wie man das bei einem wasserverarbeitenden Betrieb erwartet, angenehme Kühle. Klaus Seidenspinner, Geschäftsführer des Zweckverbands Wasserversorgung Mittlere Tauber, ist mit dem Ausbaustand zufrieden. Wie geplant, wird momentan die Enthärtungsanlage eingebaut. Bis Mitte September ist die Installation abgeschlossen. Dann folgt das vier- bis sechswöchige Einfahren der Anlage.

Anschluss Mitte Oktober

Wenn das Gesundheitsamt zwei Trinkwasserproben hintereinander anstandslos passieren lässt, können frühestens Mitte Oktober die ersten Zweckverbandsmitglieder mit weichem Wasser versorgt werden: Tauberbischofsheim mit allen Stadtteilen, die komplette Grünbachgruppe, Lauda, Königshofen, Marbach, Gerlachsheim, Oberlauda und Beckstein gehören dazu. Im Frühjahr kommenden Jahres sollen die Gemeinden im Welzbachtal folgen. Der Leitungsbau Richtung Niklashausen und Gamburg sowie nach Sachsenflur, Heckfeld, Unterbalbach, Oberbalbach und Deubach wird Schritt für Schritt realisiert.

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Veröffentlicht
Von
Christoph Klemp
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Bereits jetzt wird dem Trinkwasser eine Silikat-Phosphatlösung beigegeben, damit sich die Deckschichten in den Rohren härten und die Gefahr von Korrosionen minimiert wird. Bis das Reinwasser allerdings mit einer um rund 15 Grad geringeren Härte in den Haushalten ankommt, geschieht viel im Wasserwerk. Schließlich wird aus den zwölf Brunnen und den zwei Dittwarer Quellen Rohwasser gefördert.

Klaus Seidenspinner und Wassermeister Lukas Kolmstetter kennen die Wege des Wassers genau, wissen um die Grundwasserstände, die chemische Zusammensetzung des Rohwassers und letztlich die richtige Mischung. „Die Brunnen, die in der Tauberaue liegen, sind ergiebig“, sagt Kolmstetter. Weil das Frühjahr relativ feucht war, liegt der Grundwasserstand derzeit über dem Wert von 2019 und 2020. Auch die Quellen in Dittwar sprudeln kräftig, so dass mehr gewonnen wird als notwendig. Der Überlauf wird in den Brehmbach geleitet. „Im Endausbau der Wasserversorgung Mittlere Tauber werden wir 22 Brunnen und fünf Quellen haben“, erläutert Seidenspinner.

Das Rohwasser wird per Aktivkohle und in der Ultrafiltrationsanlage von Keimen und Mikroorganismen gereinigt. Dafür wird es mit Druck durch Kunststoffröhrchen gepresst, deren Membrane winzige Poren haben, die selbst Viren zurückhalten. Ein Rohr – und davon gibt es im Wasserwerk Tauberbischofsheim vier Straßen mit jeweils 24 Rohren – verfügt bei einer Länge von 1,80 Meter über 70 Quadratmeter Filterfläche.

Die eigentliche Enthärtung des Wassers geschieht in der Niederdruck-Umkehrosmoseanlage. Mit einem Druck von acht bar wird das zuvor mikrobiell gereinigte Wasser durch Membrane gedrückt, die noch feiner sind als die der Ultrafiltrationsanlage. Die reinen Wassermoleküle passieren die Membran, Calcium-, Magnesium-, Sulfat-, Chlorid und Nitrat-Ionen schaffen das allerdings nicht. „Das Resultat ist praktisch destilliertes Wasser“, beschreibt Klaus Seidenspinner die Beschaffenheit nach der Enthärtung.

Dieses komplett entsalzte Wasser wird bis zur gewünschten Härte wiederum mit hartem Trinkwasser gemischt und kommt im Anschluss in Flachbettlüfter, in denen die überschüssige Kohlensäure entfernt und der ph-Wert auf ein neutrales Niveau eingestellt wird.

15 Grad weniger

Der Härtegrad des Wassers, das die Verbraucher erreicht, wird statt der bisherigen 28 Grad deutscher Härte (dH) nur noch zwischen zwölf und 13 Grad dH haben. Es rangiert dann nicht mehr in der Gruppe hart, sondern im Bereich mittel. „Alle die jetzt schon eine Enthärtungsanlage betreiben, sollten sie vom Installateur überprüfen oder außer Betrieb nehmen lassen. Wenn sie noch weicheres Wasser als die 13 Grad wollen, müssen sie sie neu einstellen lassen“, empfiehlt Seidenspinner.

Gleiches gilt auch für Wasch- und Spülmaschinen, Wassersprudler, die ans Netz angeschlossen sind, und Aquarien. Besitzer letzterer, meint Zweckverband-Geschäftsführer Seidenspinner, seien allerdings schon allein wegen ihrer Fische meist sehr versiert in Sachen Wasserqualität.

Redaktion Zuständig für die Kreisberichterstattung Main-Tauber

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