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Buch vorgestellt

Echten Heimatsohn gewürdigt

Verein „Großeicholzheim und seine Geschichte“ haben Werk über Jakob Fehr herausgegeben

Von 
L.M.
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Der Verein Großeicholzheim und seine Geschichte hat ein Buch über Jacob Fehr herausgegeben. © Liane Merkle

Großeicholzheim. Dass die Würdigung von Jakob Fehr zu seinem 200. Geburtsjahr Corona-bedingt 2021 nicht möglich war, sei zwar bedauerlich gewesen, so Bürgermeister Thomas Ludwig, doch eigentlich in Relation zur gesamten Zeitspanne eine geringfügige zeitliche Verzögerung. Denn wichtig sei vor allem, dass solche Persönlichkeiten nicht in Vergessenheit geraten.

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Und dass dies nicht passiert, dafür legt sich der Verein „Großeicholzheim und seine Geschichte“ – kurz GusG – mächtig ins Zeug. Im Falle Jakob Fehr hatte er seine erste Museumseröffnung nach Corona unter das Motto „200 Jahre Jakob Fehr – Leben und Werk“ gestellt und in der Lockdown-Zeit zusammen mit den Nachfahren des Künstlers ein Buch unter diesem Titel zusammengestellt und herausgebracht, das nun endlich der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und übergeben werden sollte, so der Vorsitzende Günter Schmitt-Haber im Rahmen der Museumsöffnung.

Jakob Fehr, 1821 in Großeicholzheim geboren, hat wie viele Künstler seiner Zeit die nähere Umgebung erkundet, um sich Inspirationen für sein künstlerisches Schaffen zu holen. Dabei ist ein Skizzenbuch etwa in Postkartengröße entstanden, das sich in Besitz eines Nachfahren befindet. Durch Vermittlung nach einer Zufallsbegegnung mit Altbürgermeister Peter Knoche wurden uns die Zeichnungen durch den Nachfahren digital übermittelt, und konnten so in das Buch übernommen werden.

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Richard Weber, Carmen Striehl und Ramona Trunk machten sich coronakonform an die Arbeit. Günter Schmitt-Haber: „Es ist ein wunderschönes Buch entstanden, das durchaus auch ein super Geschenk zum Beispiel für Weihnachten sein könnte.“

Das bestätigte auch Bürgermeister Thomas Ludwig, der näher auf den Künstler Jakob Fehr einging, aber zunächst das wichtige Datum 11. September 2022 beleuchtete, als Tag des offenen Denkmals, als Tag des großen Landesfestumzugs der Heimattage und des 70-jährigen Jubiläums von Baden-Württemberg und natürlich der Großeicholzheimer Würdigung des Lithographen und Lichtbildners Jakob Fehr, dessen Geburtstag sich am kommenden Donnerstag, 15. September, zum 201. Male jährt. Aufmerksam auf den Künstler sei GusG erst durch die Aufzeichnungen von Pfarrer Martin Schmitt „Großeicholzheim – aus der Geschichte eines Pfarrdorfes“ geworden. Noch deutlicher war die Erinnerung an Jakob und Julius Fehr 1975 im Rahmen der 1200-Jahrfeier Großeicholzheims geworden, als auf maßgebliche Initiative des damaligen Bürgermeisters Peter Knoche eine Gedächtnisausstellung stattfand und der Walldürner Volkskundler Peter Assion in der Zeitschrift „Badische Heimat“ unter dem Titel „Bilder fürs Bauern- und Bürgerhaus“ eine 24-seitige Abhandlung zu diesem Thema veröffentlichte, das eine Broschüre der Gemeinde Seckach mit Ausstellungskatalog über 49 Werke von Jakob Fehr und 44 von Julius Fehr aufnahm.

Gemäß den Ausführungen von Peter Assion ist das Besondere an Jakob Fehrs Schaffen und seinem künstlerischen Talent, dass das Entstehen und wirtschaftliche Überleben einer „Lithographischen und Photographischen Anstalt“ Mitte des 19. Jahrhunderts in dem damals 780 Einwohner zählenden Dorf Großeicholzheim vor allem Ausdruck der aufkommenden Bürgergesellschaft war.

Interesse an Darstellungen

Ein knappes halbes Jahrhundert nach der Säkularisation und am Beginn der Industrialisierung wuchs das Interesse an zeichnerischen und bildnerischen Darstellungen von Personen, Gebäuden, Landschaften oder bestimmten Anlässen. Jakob Fehr bediente diese Nachfrage weit über Großeicholzheim hinaus, zum Beispiel in den benachbarten Amtsstädtchen Adelsheim und Buchen. Jakob Fehrs Skizzenbuch war die Grundlage seines hervorragenden Rufes und die Technik der Steinzeichnung beziehungsweise des Steindrucks bot eine günstige Vervielfältigungsmöglichkeit, außerdem konnte durch seinen wirtschaftlichen Erfolg der Sohn Julius ab 1877 ohne materielle Sorgen an der Karlsruher Kunstschule und ab 1880 an der Münchner Kunstakademie Malerei studieren.

Bürgermeister Ludwig lobte Jakob Fehr als echten Heimatsohn Großeicholzheims, der ein reichhaltiges künstlerisches Schaffen hinterlassen habe. Weiter dankte er Peter Knoche als Vermittler und dem Vorsitzenden Günter Schmitt Haber, seinem Stellvertreter Richard Weber und den Urenkelinnen von Jakob Fehr, Ramona Trunk und Carmen Striehl für die Erstellung des gelungenen Buches, das dazu beitragen werde, dass Leben und Wirken von Jakob Fehr, aber auch seines Sohnes Julius Fehr, nie mehr in Vergessenheit geraten.

In diesem Sinne wünschte der Bürgermeister viel Erfolg beim Veräußern dieses Buches, was aufgrund des ansprechenden Aufbaus im sogenannten Präsentationsraum nach einer ansprechenden Power-Point-Vorstellung sicher auch gegeben war. L.M.

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